<small><i>Kulturtipp der Woche</small></i>
23. Internationales Kinderfilmfestival

„Arrietty“ von Hiromasa Yonebayashi, Japan 2010

„Der Liverpool-Goalie“ von Arild Andresen, Norwegen 2010

Zum Start des 23. Internationalen Kinderfilmfestivals in Wien drängen sich ein paar dringende Empfehlungen auf.

Erste Liebe, Freundschaft, Selbstfindung, aber auch die Auseinandersetzung mit Krankheit, Tod und Mobbing. Die Themen der Hauptprogrammfilme des heurigen Internationalen Kinderfilmfestivals sind so vielfältig wie wichtig und geben einen Einblick in das Leben der oft zu früh erwachsenen. Eine eigene Hommage auf die „Großen Eltern“ widmet sich älteren Menschen, die im Leben von Kindern eine wichtige Rolle spielen.


„Arrietty“
von Hiromasa Yonebayashi, Japan 2010

Arrietty und ihre Familie leben unter der Veranda eines Menschenhauses. Die Winzlinge gehören zum Volk der Borger und ziehen nachts aus, um sich aus der Küche der Menschen verschiedene Dinge wie Zuckerwürfel oder Speckstückchen zu borgen. Da sie immer nur ganz kleine Mengen nehmen, merken die Menschen nichts von ihrer Anwesenheit. Aber jetzt hat der Menschenjunge Sho das Borgermädchen entdeckt, und ein altes Gesetz besagt, dass die Borger niemals von Menschen gesehen werden dürfen.

„Der Liverpool-Goalie“ von Arild Andresen, Norwegen 2010

Jo ist ein As in Mathematik, aber Sport ist nicht so seine Sache. Das Leben ist ja mehr als gefährlich, und beim Fußball hat es schon öfter Tote gegeben. Auch sonst besitzt Jo eine blühende Fantasie und lässt sich deshalb von seinem Mitschüler Tom Erik erpressen, für ihn die Hausaufgaben zu machen. Er bekommt dafür Sammelkarten von Fußballern – aber nie ist der Liverpool-Goalie dabei, nach dem alle in seiner Klasse lechzen. Eines Tages kommt Mari als neue Mitschülerin in Jos Klasse. Mari ist gut in Mathematik und in Fußball, und sie weiß ganz genau, was sie will. Mit Maris Auftauchen ändert sich einfach alles.


„Mein Großvater der Bankräuber“
von Ineke Houtman, Niederlande 2011

Seit dem Tod seiner Frau ist Graces Großvater zunehmend desorientiert. Als seine Kinder sein Konto sperren, greifen er und seine Enkelin zu drastischen Maßnahmen, um an das Geld zu kommen. Grace möchte herausfinden, wer ihr Vater war, aber das ist ein Tabu-Thema in der Familie. Ihr Großvater ist der Einzige, der sie unterstützt. Und die Reise nach Surinam zu Graces Wurzeln kostet Geld. Ein Plädoyer für den Zusammenhalt zwischen Alt und Jung.


„Tausend Mal stärker“
von Peter Schildt, Schweden 2010

In Signes Schule sind die Rollenverhältnisse klar: Die Jungen dominieren den Unterricht und entscheiden, wer cool ist und wer nicht. Die Mädchen sind entweder sexy wie Mimi und ihre Clique oder werden nicht beachtet. Da kommt Saga neu in die Klasse, und alle sind sofort fasziniert von ihr. Saga ist klug, weltgewandt, selbstbewusst und lässt sich von den Spielchen in der Klasse nicht beeindrucken. Eine Parabel über das Geschlechterverhältnis in Schulen. Nach einem Roman von Christina Herrström.

Das 23. Kinderfilmfestival läuft noch bis 20. November in diversen Kinos in Wien und in den Dependenzen in Graz, Liezen und Kapfenberg.

Philip Dulle