Kulturtipp der Woche

Noch bis vor Kurzem tolerierten trendbewusste Großstädter den Baustoff Holz allenfalls auf dem Fußboden ihrer Domizile, wahlweise in ganzen Brettern oder in Fischgrät-Optik.

An den Wänden und an der Decke waren zersägte Baumstämme unerwünscht, sie gehörten nicht in die City, sondern in Almhütten. Sein rustikales Flair überlagerte das enorme Potenzial des Materials. Dass sich Holz auch als Werkstoff der Avantgarde eignet, haben in jüngerer Zeit nicht zuletzt heimische Architekten bewiesen. Einer, der dazu beitrug, Holz salonfähig zu machen, ist der Südtiroler Planer Matteo Thun. In seinen puristischen Hotelbauten braucht der Gast weder Lodenmontur noch Jägerhut, um das Lärchenholz-Ambiente stilecht zu genießen.

Wie sich mit Brettern ebenso zeitgemäß wie nachhaltig bauen lässt, zeigt ab Freitag dieser Woche das Wiener Künstlerhaus in der Schau „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ (bis 17.2.). Vorgestellt werden Projekte aus aller Welt, darunter die Yusuhara Town Hall von Kengo Kuma und die Salzburger Passivwohnanlage Samer Mösl von sps-Architekten. Eindrucksvoll beweisen die Modelle, dass Holz im 21. Jahrhundert zu weit mehr fähig ist als bloß zu gedrechselten Dekor-Kapriolen im Kaminstüberl.

Bauen mit Holz. 14.12. 2012 bis 17.2. 2013
Link: Wiener Künstlerhaus .