Präsidentsfall

Bundespräsident Fischer kritisierte in seiner Neujahrsansprache die große Koalition. Die nahm sich das auch gleich gehörig zu Herzen.

Gusenbauer: Bitte, hast eam ghört?
Molterer: Wen?
Gusenbauer: Den Heinzi. Die Neujahrsansprache.
Molterer: So uninteressant is net amol mei Leben, dass i ma de anschauen muss. Was hat er leicht gsagt?
Gusenbauer: Uns hat er ane aufglegt. Uns!
Molterer: Der a scho? Du, i glaub, mir ham an Lauf.
Gusenbauer: De Benita hätt si des nie traut.
Molterer: Da kommst a bissl spät drauf. Was mach ma jetzt?
Gusenbauer: Na ja. Dasselbe wie immer.
Molterer: Wir können do net immer nur nix tun.
Gusenbauer: Was willst denn machen? A Impeachment-Verfahren, weil er ana Praktikantin die Hand geküsst hat?
Molterer: Hat er?
Gusenbauer: Zuzutrauen wär’s ihm.
Molterer: Auch des hätt si die Benita nie traut.
Gusenbauer: Wir könnten des Halteverbot vor der Hofburg aufheben. Dann parken s’ ihn zu.
Molterer: I hab glaubt, er geht immer z’Fuß ins Büro?
Gusenbauer: Stimmt. Verdammte Volksnähe.
Molterer: Parteiausschluss?
Gusenbauer: Geht net. Sei Mitgliedschaft ruht. Und außerdem wär des im Moment sicher ka Straf.
Molterer: Bemerkenswerte Einsicht. Manchmal kommst ja sogar ohne mi auf was drauf!
Gusenbauer: Geh, bitte. Wenn i lachen will, lass i mir vom Cap derzählen, wie überarbeitet er is.
Molterer: Wir könnten ihm androhen, dass ma das nächste Mal den Schüssel als Gegenkandidaten aufstellen.
Gusenbauer: Super. Dann kriegt er überhaupt a Dreiviertelmehrheit.
Molterer: I hab’s. Wir machen einfach dasselbe wie immer.