Rechtfertigungen: Schuld sind immer die anderen

Die Tricks und Ausreden der Dopingsünder.

Als die tiefen Stimmen seiner Anabolika-gefütterten Schwimmerinnen auffielen, erklärte ein ehemaliger DDR-Trainer, sie müssten schließlich schwimmen, nicht singen.

Der amerikanische Sprinter Dennis Mitchell erklärte den deutlichen Überschuss männlicher Hormone in seinem Blut mit der anregenden Wirkung seiner Frau: „Ich hatte fünf Flaschen Bier und viermal Sex – es war ihr Geburtstag, und die Lady hatte eine Extrabehandlung verdient.“ Er hatte mit dem Anabolikum Nan-drolon gedopt.

Radfahrer Christian Henn vom deutschen Team Telekom rechtfertigte den weit überhöhten Testosterongehalt in seinem Blut mit der Behauptung, er wolle seine Zeugungsfähigkeit erhöhen.

Der französische Judo-Olympiasieger Djamel Bouras berief sich auf seinen Glauben: „Ich bin Moslem und halte mich strikt an alle Regeln, die Drogen als Todsünde ansehen – also auch das Doping.“ Trotzdem wurde bei ihm Nandrolon gefunden.

Der deutsche Radprofi Jan Ullrich schluckte auf einer Party „aufmunternde Pillen“, die ihm angeblich Freunde zugesteckt hatten. Just am nächsten Tag erfolgte eine Dopingkontrolle. Der Befund: positiv. Im Blut wurde das aufputschende Ecstasy gefunden.

Der deutsche Radrennfahrer Andreas Kappes entschuldigte seinen Amphetamin-Missbrauch mit der Ausrede, seine dreijährige Tochter habe seine Vitamintabletten mit den Appetitzüglern seiner Frau vertauscht.

Der finnische Langläufer Jari Isometsä wurde mit der Substanz HES ertappt, einem Mittel, das einen erhöhten Hämatokritwert, verursacht durch das Dopingmittel EPO, wieder auf das Normalmaß senkt. Isometsäs Ausrede: Sein natürlich hoher Hämatokritwert würde nach einem Höhentrainingslager den Toleranzwert überschreiten.

Der italienische Radprofi Massimiliano Mori und sein Trainer Gabriele di Francesco versuchten einen Dopingkontrollor auszutricksen. Der Sportler sollte eine Urinprobe abgeben, was ihm vor den Augen des Fahnders nicht gelingen wollte. Er bat, seiner Pflicht im Badezimmer nachkommen zu dürfen. Der Kontrollor inspizierte es zuvor und wurde fündig: Dort war eine mit dem Urin des Trainers gefüllte Trinkflasche versteckt worden.

Die deutsche Sprinterin Kathrin Krabbe und zwei Teamkolleginnen gaben identische Urinproben ab. Heute wäre das nicht mehr möglich. Die Sportler müssen mittlerweile vor den Augen der Dopingfahnder Wasser lassen.

Fußballstar Diego Maradona erklärte, er hätte irrtümlich die falschen Tropfen gegen seinen Schnupfen erwischt. Ephedrintropfen lindern nicht nur den Schnupfen, sondern sind in größeren Mengen ein Stimulanzmittel.

Kelli White, Siegerin im 100- und 200-Meter-Lauf bei den heurigen Leichtathletikweltmeisterschaften in Paris, nahm gegen eine angebliche Schlafkrankheit ein Medikament mit dem Wirkstoff Modafinil.