Arme Supermacht

Über 15 Prozent der Amerikaner leben derzeit in Armut - die Abhängigkeit von staatlich geförderten Essensgutscheinen steigt dramatisch an.

Die USA leiden bis heute unter den Nachwirkungen der vor vier Jahren durch die Finanz- und Immobilienkrise ausgelösten Rezession. Die Folge: In keinem anderen Industrieland leben derzeit so viele Menschen unterhalb der Armutsschwelle wie in den USA. Im vergangenen Jahr mussten 15,1 Prozent aller Amerikaner mit weniger als 22.314 Dollar (das ist die offizielle Armutsschwelle) pro Jahr auskommen, wie die US-Statistikbehörde vermeldet. Mit anderen Worten: Jeder sechste Amerikaner kann sich seine Lebenshaltungskosten kaum oder gar nicht mehr leisten. Das ist der höchste Wert seit 1993. Absolut gesehen ist mit 46,2 Millionen US-Bürgern, die 2010 als arm galten, sogar die höchste Zahl seit Beginn der Erhebung vor 52 Jahren ermittelt worden. Die Kinderarmut stieg im vergangenen Jahr von 20,7 auf 22 Prozent. Gestiegen ist auch die Zahl jener Amerikaner, die von staatlich finanzierten Essensgutscheinen ("Food Stamps“) abhängig sind. Laut US-Statistikamt haben im vergangenen Jahr Food Banks, also Zentralstellen für die Vergabe der Essensgutscheine, im Bundesstaat New York an mehr als 1,7 Millionen Einwohner Food Stamps ausgegeben. Verglichen mit einigen europäischen Ländern, ist die US-Arbeitslosenrate nach wie vor relativ gering: Sie liegt derzeit bei 9,1 Prozent.

(Red)