Weingut Markus Huber

Der junge Bekannte.

Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Den profil-DAC-Test hat Markus Huber schon einmal als Jahrgangsbester abgeschlossen, anno 2010 war das, und schon damals war die Auszeichnung überfällig. Denn ehrlicherweise muss man zugeben, dass Hubers internationaler Ruhm nicht in erster Linie auf diesem Preis beruht. Mister Huber war schon davor eine Größe in der Branche. Die internationalen Weinmeinungsmacher nannten den mittlerweile 33-Jährigen schon vor etlichen Jahren „Wunderkind“ und rissen sich um seine eleganten, fokussierten, glasklaren Rieslinge und Veltliner, die übrigens auch bei Michael Hanekes Oscar-Party in Hollywood ausgeschenkt wurden – aber das weiß man eh schon aus der Boulevardpresse. Viel wichtiger: Markus Huber hat dem Traisental im Alleingang einen Namen verliehen.

„Natürlich ist es schön, dass ich hier in der Gegend ein Vorreiter sein konnte. Aber noch mehr freut mich, dass unsere DAC sich so gut etabliert hat. Es geht wirklich was weiter in der Region.“ Aber wie kam es eigentlich dazu? „Das ist interessant, pass auf.“ Also: Bevor Huber 2000 in den elterlichen Betrieb einstieg, fuhr er als frisch von der Weinbauschule kommender Praktikant nach Südafrika, um dort zu lernen, wie man richtig guten Rotwein macht. Logisch: Es waren die Jahre des österreichischen Rotwein-Booms. „Aber dann habe ich von außen aufs Traisental geschaut und gemerkt, welches Potenzial wir hier für Weißweine haben. Früher hat man hier ja noch gedacht, man kann alles setzen, und hat dann eben auch Kraut und Rüben ausgepflanzt.“ Huber dagegen pflanzte, was hierher passte, also Grünen Veltliner und Riesling, und baut sie konsequent dem Terroir entsprechend aus. Kleiner Praxiskurs mit Huber, Schnelltour durch seine Traisentaler Lagen, der Winzer kurbelt seinen Allrad-Volvo durch engste Steilkurven; die terrassierten Lagen Engelreich und Berg, die dem profil-Sieger seinen Namen geben, liegen hoch und auf kalkigem Untergrund. Dass das Traisental in Griffweite zum Alpenvorland liegt, merkt man nicht nur an der kühlen Brise. Was für eine Aussicht. „Da vorn hast du den Schneeberg“, sagt Huber und streckt einen Arm in Richtung Landschaft. „Geil, oder? Da brauch ich keinen Urlaub mehr.“