Weinhof Bauer-Pöltl

Ins Land einischaun.

Im Blaufränkischland ist natürlich überall Blaufränkischland, selbst der Supermarkt in Horitschon ist Blaufränkischland, zumindest vermeldet das ein Zusatzschild am Supermarkt-Parkplatzeingang. Noch ein Stück blaufränkischländlicher wird es allerdings ein paar hundert Meter weiter Richtung Unterpetersdorf hinein; gleich am Ortseingang rechts steht da der Weinhof Bauer-Pöltl, Familienbetrieb in dritter Generation (die vierte ist gerade beim Babysitter). Daniel Bauer, Juniorchef und Weinmacher, schaut ins spätwinterliche Blaufränkischland hinein und sinniert über das Jahr 2011, in dem sein DAC-Blaufränkischer gewachsen ist: „Von der Witterung her war es eigentlich ideal. Natürlich war es im Sommer nicht gerade trocken, aber daran müssen wir uns gewöhnen. Als Biowinzer lernst du ohnehin, im Voraus zu denken und noch viel intensiver mit der Natur zu arbeiten. Und schwierige Jahre sind für alle schwierig, aber gute Jahre sind für uns umso schöner.“

In der Weinbauschule, die Bauer 2002 abgeschlossen hat, war damals noch keine Rede vom biodynamischen Weinbau. „Das war etwas für Freaks und Ideologen.“ Bauer ging, als einer der ersten Winzer der Region, trotzdem in Richtung Natur, 2007 war im Weingut Bauer-Pöltl die Umstellung auf biologischen Anbau abgeschlossen – keineswegs aus ideologischen Gründen, wie Kathi Lang (ab August: Kathi Bauer) versichert: „Das hat auch ganz praktische Gründe. Der Weingarten ist für uns ja Arbeits- und Lebensraum. Wenn du den Unterschied kennst, willst du nicht mehr zwischen gespritzten Reben stehen. Man riecht am Abend ganz anders.“ Sie versichert das übrigens in einem sehr eigenwilligen Slang, einer Mischung aus Tirolerisch und Mittelburgenländisch: Die studierte Mikrobiologin ist erst seit einem guten Jahr Unterpetersdorferin. „Wir ordnen uns gerade neu. Es tut sich momentan enorm viel hier am Hof.“

Man merkt: Veränderung belebt. Aber eines steht dabei natürlich schon auch fest: Blaufränkischland bleibt Blaufränkischland.