Wie österreichische Publikumslieblinge sich mit dem NS-Regime arrangierten

Hans Moser war ein viel beschäftigter NS-Star und Ehemann einer Jüdin. Der Autor Franzobel setzt sich in seinem neuen Stück „Moser“ mit dem Balanceakt des Schauspielers während des Dritten Reichs auseinander: Überlebensopportunismus, wie er für viele Publikumslieblinge damals typisch war.

Der Propagandaminister des Dritten Reichs schwelgte in Heurigen-Seligkeit. Bei seinem ersten Wien-Besuch notierte Joseph Goebbels am 13. Juni 1938: „Mittags herauf zum Cobenzl. Unten liegt dieses herrliche Wien. Wir verbringen Mittag und Nachmittag in lustiger Künstlergesellschaft … ich beruhige Hans Moser. Er weint vor Freude … Und dann sitzen wir im Künstlerkreis in einem Garten, der Mond steht über mir … laue Sommerluft, die Geigen schluchzen. Hans Moser singt Heurigenlieder. Es ist eine unbeschreibliche Romantik …“

Bereits zu diesem Zeitpunkt wagte der damals 57-jährige „Wohnzimmer-Gott“, so der Autor Franzobel, dessen Stück „Moser“ am kommenden Donnerstag in der Josefstadt Premiere feiert, den ersten Vorstoß, von Goebbels eine „Sondergenehmigung“ für seine jüdische Frau Blanca, geborene Hirschler, zu erwirken. Moser war mit der Mutter seiner bereits erwachsenen Tochter Margarete, die später nach Buenos Aires emigrierte, damals bereits 25 Jahre verheiratet.

Solche „Sondergenehmigungen“ bezogen sich auf „nicht vollarische bzw. jüdisch versippte“ Künstler oder die jüdischen Ehepartner arisch einwandfreier Kunsttreibender, die somit von den regimeüblichen Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung ausgenommen waren. „Diese Sondergenehmigungen waren ein Mittel der Reichskulturkammer, einzelne für den Kulturbetrieb notwendige Künstler trotzdem weiter benutzen zu können“, so der Wiener Zeithistoriker Oliver Rathkolb, der in seinem Buch „Führertreu und gottbegnadet“ die Künstlereliten des Dritten Reichs untersuchte. „Es handelte sich dabei um einen willkürlichen politischen Gnadenakt für eine Hand voll Menschen, der jedoch jederzeit wieder aufgehoben werden konnte.“ Die Bedrohung einer Deportation stand auch für solche „Ehrenarier“ immer im Raum.

Blanca Moser pflegte einen mondänen Lebensstil, den ihr der unermüdlich arbeitende Moser ermöglichte. Pelze, Schuhe und Friseurbesuche interessierten sie viel mehr als die neue politische Realität, die sie eher als Zumutung denn als konkrete Bedrohung empfand. Als Gattin des nuschelnden Publikumsmagneten hielt sie sich für unverwundbar, wie das Autorenduo Dodo Kresse und Michael Horvath in seiner vergriffenen Moser-Biografie „Nur ein Komödiant?“ schrieb. Blanca Moser hielt Hitler für „einen kleinen Aff’“, wie sie im luxuriösen Adria-Seebad Rimini im Sommer 1938 feststellte.

Salzburg.
Wenig später wurden die Weichen in Richtung „Endlösung“ gestellt: Ab August mussten Juden ihren Vornamen Sara oder Israel hinzufügen, ab Oktober wurden ihre Reisepässe eingezogen und durch das berüchtigte „J“ ergänzt, um die Emigration zu erschweren. Doch Blanca Moser negierte unbekümmert die fortschreitenden Entrechtungsmaßnahmen. Während der Salzburger Festspiele 1939 – Moser spielte in Molières „Der Bürger als Edelmann“ nach einer Bearbeitung von Hugo von Hofmannsthal, der im Programmheft schon nicht mehr aufschien – setzte sie sich in einem Leopardenmantel ins Café Bazar, in dem wie in vielen Salzburger Cafés und Restaurants bereits das Schild „Für Juden verboten“ (wahlweise: „Für Juden und Hunde verboten“) hing. Spätestens zu diesem Zeitpunkt begriff der deswegen völlig verstörte Moser, dass Blanca zu allem anderen als zur Unauffälligkeit entschlossen war und sich von dem „kleinen Aff’“ nicht brechen lassen wollte.

Die anonymen Briefe im Postkasten der Hietzinger Villa, in denen „Drecksjüdin“ und „Diese Rassenschande gehört vergiftet“ zu lesen war, häuften sich. Moser erzählte seiner Frau jedoch nichts davon. Am 24. Oktober 1938 entschloss er sich zu einem Kniefall vor allerhöchster Stelle und verfasste einen rührend direkten Bittbrief an Hitler selbst, da er Goebbels’ Hilfsbereitschaft in der für ihn so überlebensnotwendigen Angelegenheit misstraute: „Mein Führer! Ich lebe mit meiner Frau seit 25 Jahren in glücklichster Ehe. Ich bin vollkommen arischer Abstammung, während meine Frau Jüdin ist. Die für Juden geltenden Ausnahmegesetze behindern mich außerordentlich, insbesondere zermürben sie mich seelisch, wenn ich ansehen muss, wie meine Frau, die so viel Gutes für mich getan hat, dauernd abseits stehen muss. Ich würde mir nicht erlaubt haben, dieses Gnadengesuch einzubringen, aber ich habe so viel Kummer … Heil mein Führer!“ Mosers Brief, so Oliver Rathkolb, sollte Hitler nie erreichen, er blieb in der Kanzlei des damaligen Gauleiters Josef Bürckel hängen. Dass Hans Moser jedoch nie eine völlige Entwarnung für die Sicherheit seiner Frau bekam, belegt Rathkolb mit einem Schreiben von Hans Dellbrügge, Regierungspräsident von Wien, an den Reichsminister des Inneren 1940: „… ich bitte um Herbeiführung einer Entscheidung des Führers, ob irgendwelche Befreiungen für Mosers Frau durchzuführen sind …“ Dellbrügge übte sanften Druck aus, da Moser „beim Publikum eine außerordentliche Durchschlagskraft besitzt“ und es bei einer Einhaltung der Bestimmungen „nicht einmal möglich wäre, dass seine eigene Frau bei einer Uraufführung eines Moser’schen Filmes im Kino anwesend sein könnte“.

Der deutsche Publikumsliebling Heinz Rühmann ersparte sich einen solchen Balanceakt, indem er sich 1938 von seiner jüdischen Frau Maria Bernheim scheiden ließ.

Exilbesuche.
1940 lebte Blanca Moser bereits seit über einem Jahr in Budapest im Exil, das partielle Privileg eines Passes ohne die Vermerke „Sara“ und „J“ hatte ihr – in Mosers Begleitung – im Spätsommer 1939 eine Reise nach Zürich und in der Folge nach Budapest ermöglicht, wo sie ein Zimmer im Hotel Carlton bezog. Moser besuchte seine Frau nahezu jedes Wochenende. „Er reiste per Schiff nach Budapest und musste jedes Mal viele Geschenke mitschleppen“, erzählt Franzobel, den „die Uneindeutigkeit und die Grauzonen“ von Mosers Position als Künstler des NS-Reichs schriftstellerisch faszinierten. Um seiner Frau die entwürdigende Situation etwas erträglicher zu machen, schaffte er es sogar, die Elizabeth-Arden-Creme „Joie de vivre“ auf dem Schwarzmarkt zu besorgen. Blanca Moser sollte den Krieg in Budapest, Prag und Wien in ständiger Todesangst, aber unbeschadet überstehen. Rückblickend war Hans Moser nur ein Überlebensopportunist ohne jegliche ideologische Ausrichtung, der in der Zeit, in der Österreich nicht existierte, als grantelnder Parade-Wiener 26 Filme drehte. Filme, die im krassen Gegensatz zum martialischen Regimealltag eine heile Welt voller Walzerseligkeit, süßer Mädeln und Wien-Kitsch beschworen. „Die gute Laune ist ein Kriegsartikel“, notierte Joseph Goebbels, der größten Wert auf eine von politischen Inhalten gesäuberte Filmindustrie legte. „Mit Kopfhängerei und weltanschaulichen Theorien gewinnt man keine Schlachten.“

Die Wien-Film war bereits im Dezember 1937 aus der „verjudeten“ Sascha-Tobis-Filmindustrie unter Druck entstanden; schließlich war das großdeutsche Reich ein überlebensnotwendiger Abnehmer. Den von Goebbels verordneten Spruch „Wetteifernd mit den übrigen Künsten soll der Film gestalten, was Menschenherzen erfüllen und erbeben lässt und sie durch Offenbarung des Ewigen in eine bessere Welt entrücken lässt“ führte die Produktion bereits Monate vor der Annexion als Unternehmensmotto.

Der vorauseilende Gehorsam, dem von „jüdischer Pseudo-Intellektualität“ befreiten Kulturbegriff des Hitler-Regimes gerecht zu werden, prägte die österreichische Filmszene schon lange vor dem Anschluss. „Einige der österreichischen Filmproduzenten nahmen den Anschluss an Nazi-Deutschland bereits 1933 vorweg, indem sie schon damals ihre Drehbücher und Besetzungslisten zwecks Vorzensur an die Reichsfilmkammer in Berlin sandten“, so die Filmhistorikerin Claudia Preschl. Oliver Rathkolb spricht von der Einführung eines „stillen Arierparagrafen“ vor dem Anschluss, der auch erklärt, warum die Nazis nach dem Einmarsch die „Entjudung“ der Kultur besonders effizient durchsetzen konnten: „Zusätzlich herrschte 1938 aber bereits ein weit größerer Druck als bei der Machtübernahme in Deutschland.“

„Judenfreundschaften“.
1941 sollte Paula Wessely an dem brutal antisemitischen und rassistischen Propagandamachwerk „Heimkehr“ (1941), in dem Hitlers Überfall auf Polen rückwirkend gerechtfertigt werden sollte, mitwirken. Im Leben versuchte sie bereits 1936, für die Weiterbeschäftigung des jüdischen Wiener Drehbuchautors Walter Reisch zu intervenieren. Reisch hatte der damals 27-jährigen Wessely mit der Rolle des Mädchens aus dem Volk, Poldi Dur, das den Verführungskünsten eines Salonmalers erliegt, im Film „Maskerade“ unter der Regie von Willi Forst 1934 zum Durchbruch verholfen. Bei einem Theatergastspiel in Deutschland setzte sie alles daran, um bei Goebbels eine Sondergenehmigung zu erwirken. Vergeblich. Goebbels notierte in seinem Tagebuch: „Für Paula Wessely ihr Jude Reisch abgelehnt. Muss sich fügen.“ Vier Tage später schickte Wessely ihren weit weniger berühmten Mann Attila Hörbiger zum Propagandaminister, doch auch er scheiterte, wie bei Goebbels nachzulesen ist: „Attila Hörbiger sucht für seine Frau Paula Wessely den Juden Reisch zu retten. Ich schlage das ab. Wir müssen nun stark bleiben. Er ist sehr geknickt.“ Reischs Autorenschaft für zwei weitere Filme mit Wessely, „Episode“ und „So endete eine Liebe“, wurde in der Folge vom Roller und von den Plakaten gelöscht. 1937 gelang ihm die Flucht nach Hollywood.

„Blutige Vasallen“ nannte der Schriftsteller Klaus Mann, der mit seinem Roman „Mephisto“ die Unterwerfungsoffensive des Schauspielers Gustav Gründgens vor dem NS-Regime literarisch nachzeichnete, Künstler vom Kaliber einer Paula Wessely. Elfriede Jelineks Posse „Burgtheater“ ließ 1985 die Debatte über Kunst und moralische Verantwortung während des Dritten Reichs aufflammen, die lange einem inoffiziellen Verdrängungskonsens unterlegen war. Paula Wesselys wüster künstlerischer Fehltritt „Heimkehr“ in der Regie von Gustav Ucicky konnte außerdem im Nachkriegs-Österreich wegen des Wiederbetätigungsparagrafen nicht gezeigt werden. Der Essayband „Wechselspiel – Paula Wessely und der Film“, herausgegeben vom Filmhistoriker Armin Loacker, zeichnet nun ein differenziertes Bild von Paula Wesselys Verhalten unter dem Hakenkreuz. Erst nach mehrfacher Aufforderung hatte sie 1934 die für eine Arbeitserlaubnis beim deutschen Film notwendige Mitgliedschaft für die Reichsfachschaft Film unterzeichnet; wiederholte Angebote seitens Goebbels, vor 1938 ganz ins Reich zu kommen, lehnte sie „auf Betreiben ihres Mannes Attila Hörbiger“, so Armin Loacker, ab. Die „Judenfreundschaften“ des Ehepaars Wessely-Hörbiger waren Goebbels ein Dorn im Auge. Schon zwei Wochen nach dem Anschluss zitierte der Propagandaminister Hörbiger zu sich, um mit ihm Klartext zu sprechen. In einem Manuskript bezüglich seiner schauspielerischen Wiederzulassung aus dem Jahr 1946, das sich im Nachlass des Schauspielerpaars befand, schreibt Hörbiger, dass Goebbels mehrfach erklärt habe, welch hohen Wert das Dritte Reich auf die beiden Schauspieler lege, sie sollten sich allerdings schleunigst des Rufs von „Judenfreunden“ entledigen. Um die Ernsthaftigkeit seiner Forderung zu unterstreichen, verwies Goebbels auf einen Gestapo-Akt, der die Lebensführung und die Freundschaften des Paars penibel dokumentierte. Später war von „schweren Widerständen“ gegen Paula Wessely innerhalb der Reichstheaterkammer die Rede – mit der paradoxen Begründung, dass sie sich bei der Geburt ihrer ersten Tochter von einem jüdischen Arzt hatte entbinden lassen. Paula Wessely und ihr Mann Attila Hörbiger intervenierten für Auslandsvisa, schickten Lebensmittelpakete nach Theresienstadt, schafften es sogar, ein paar Freunde aus dem KZ zu befreien, und übernahmen die Villa der emigrierten Künstlerfamilie Kalbeck, die sie nach dem Krieg wieder ordnungsgemäß retournierten. Sie begleiteten weinend viele nicht arische Schauspielkollegen wie den Josefstädter Ensemblekollegen Hans Jaray, der wie alle anderen Schauspieler jüdischer Abstammung an den Wiener Bühnen innerhalb kürzester Zeit vom Dienst suspendiert wurde, zum Bahnhof. Das Schauspielpaar Wessely/Hörbiger tat das, was der Großteil der arisch einwandfreien Schauspieler machte: Sie arrangierten sich mit dem Terrorregime und „setzten ein paar Signale in ihrem persönlichen Umfeld“, so Oliver Rathkolb. Auf die Frage, was passiert wäre, wenn die Wessely „Heimkehr“ abgelehnt hätte, sagt Rathkolb: „Meiner Ansicht nach nichts. Ein Star wie sie konnte sich ihre Rollen aussuchen.“

Kaum Widerstand.
Aktive Widerständler waren „bei der Labilität der Bühnenschaffenden“, so Goebbels Charakteranalyse, kaum bis gar nicht anzutreffen. Erst sehr spät hatte Attila Hörbigers Bruder Paul, Star des Burgtheaters und vieler Wien-Filme, der sich bei der Volksabstimmung im April 1938 öffentlich für die Nazis begeisterte, sein Heldenpotenzial entdeckt. 1944 hatte Goebbels ihn auf jene „Gottbegnadeten-Liste“ gesetzt, jene Reihe von unersetzbaren Künstlern, die von jedem Front- und Arbeitsdienst befreit waren. Als „gottbegnadet“ galten unter anderem Hitlers Lieblings-Danilo Johannes Heesters, Romy Schneiders Vater Wolf Albach-Retty, ein „illegaler“ Nazi der ersten Stunde, ihre Großmutter Rosa Albach-Retty, der Burgschauspieler Werner Krauss sowie Paula Wessely und Attila Hörbiger. Romy Schneiders Mutter Magda war mehrfach beim Führer auf dem Obersalzberg zum Tee geladen gewesen. Just zu dieser Zeit hatte sich Paul Hörbiger einer kleinen Widerstandsgruppe um den Wiener Cafetier Richard Patsch angeschlossen, die er finanziell unterstützte und für die er auch die Schauspieler Theo Lingen und das NSDAP-Mitglied Oskar Sima begeistern konnte. 1945 wurde Hörbiger wegen Hochverrats verhaftet, die BBC meldete bereits seinen Tod. In seinen Memoiren stilisierte sich Paul Hörbiger zu einer Galionsfigur des Widerstands, was der Realität ebenso wenig gerecht wurde wie die Einschätzung von Paula Wessely als unreflektierter Vasallin des Dritten Reichs. Zwischen innerer Emigration, Überlebensopportunismus wie bei Hans Moser, Mitläufertum und blankem Karrierismus pendelten die Unterhaltungskünstler während des NS-Reichs. Prominente, die freiwillig emigrierten, gab es kaum. „Mir fällt in diesem Zusammenhang nur der Komponist Robert Stolz ein“, so Oliver Rathkolb. „Der verließ Österreich ohne Not nach dem Anschluss, weil ihm vor dem Regime einfach ekelte.“

Sein Kollege Franz Lehár, arisch rein, aber mit einer Jüdin verheiratet, verhielt sich im Vergleich zu Paula Wessely wesentlich unanständiger. Er versprach Goebbels 1940, seine Ehefrau künftig im Ausland leben zu lassen, und rührte, trotz reger Kontakte, keinen Finger für die Befreiung seines langjährigen Librettisten Fritz Beda-Löhner („Land des Lächelns“), der in Auschwitz 1942 erschlagen wurde.

Seiner Popularität nach dem Krieg tat dieses Verhalten keinen Abbruch. Entnazifizierungsbedingte Berufsverbote wie bei Herbert von Karajan und Paula Wessely waren meistens nur von kurzer Dauer.

Der Josefstädter Schauspieler Eric Frey
, der, wie Oliver Rathkolb in „Führertreu und gottbegnadet“ beschreibt, mit seinem Kollegen Robert Valberg den jüdischen Volkstheaterdirektor Rudolf Beer aus seiner Theaterloge zum Verhör durch SA-Leute brachte, spielte ebenso unbehelligt wieder Theater wie viele andere Erfüllungsgehilfen des Dritten Reichs. Die Auseinandersetzung mit den verdrängten Jahren fand nur sehr halbherzig bis gar nicht statt. Elisabeth Orth, die älteste Tochter von Paula Wessely, erklärte 1985 profil: „Es war mir von ganzem Herzen nicht wohl bei dieser Haltung, ich halte sie nämlich für gar keine.“ Wesselys Enkel Cornelius Obonya erzählt, dass er seine Großmutter sehr wohl über ihre Mitwirkung bei „Heimkehr“ befragt hatte: „Ich habe sie gefragt, ob sie gewusst hat, was sie da tut. Sie antwortete mit einem knappen Ja. Zu mehr habe ich es nicht gebracht. Dabei hätte ich so gerne gewusst, wie das war – mit Max Reinhardt wie eine Rakete durchzustarten. Und dann ist der plötzlich einfach weg. Wie man da so einfach weitermachen kann.“

In der Schlussszene der Klaus-Mann-Verfilmung „Mephisto“ gibt Klaus Maria Brandauer in der Rolle der Gründgens-Figur Hendrik Höfgen die Antwort. Gejagt von seinen einstigen braunen Förderern, steht er im grellen Scheinwerferlicht eines Stadions und schreit: „Was wollt ihr eigentlich alle von mir? Ich bin doch nur ein Schauspieler!“