Drozda fixiert Pläne für "Film Preservation Center Austria"

Drozda fixiert Pläne für "Film Preservation Center Austria"

Analogfilmlabor in Entwicklung: Kulturminister Thomas Drozda setzt Zeit- und Budgetrahmen zum geplanten Film Preservation Center Austria fest. Der Neubau soll in Laxenburg soll bereits ab Juli errichtet und ab Anfang 2018 regulär betrieben werden.

Am Rande der laufenden Berlinale, wo Österreichs Kulturminister im Rahmen eines 24-Stunden-Trips den gewohnten Stolz über die österreichischen Festivalbeiträge zur Schau stellte, unter denen Josef Haders „Wilde Maus“ und Monika Willis souveräne Bearbeitung des von Michael Glawoggers hinterlassenen „Untitled“-Materials nur die sichtbarsten sind, gab Thomas Drozda nun auch seine aktuellen Pläne zur Etablierung eines Analogfilmlabors bekannt (profil berichtete darüber bereits im vergangenen Oktober).

Einer groß angelegten Studie folgend, will man in Laxenburg, in Anbindung an die Infrastruktur des Filmarchivs Austria, ein eigenes „Film Preservation Center“ (FPCA) etablieren. Nach der Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft, einer Arbeitsgemeinschaft, in der das Österreichische Filmmuseum und das Filmarchiv eng eingebunden werden sollen, soll die neue Institution schnell errichtet werden. Drozda: „Es geht um die analoge Sicherung unseres filmischen Erbes, um eine Art Kompetenzzentrum, in dem die gesamte Branche forschen und arbeiten wird.“ Von sämtlichen in Österreich geförderten Filmen, auch den digital gedrehten, sollen hier analoge Sicherungskopien entstehen.

Der Minister rechnet mit einem Investitionsvolumen von etwa anderthalb Millionen Euro (eine runde Million wird das Bundeskanzleramt dazu beisteuern, die aus Rücklagen kommen soll) und jährlichen Betriebskosten von rund 1,2 Millionen, von denen das BKA etwa ein Drittel bestreiten will. Die operative Führung soll bis Juni ausgeschrieben werden. Mit einem Stab von etwa zehn vollzeitbeschäftigten Menschen, technisches Personal inklusive, rechnet Drozda.

Die Bauphase ist für die Monate Juli bis November geplant, der Testbetrieb soll bereits ab Dezember 2017 laufen, das Zentrum im Januar 2018 dann regulär geöffnet werden. Es werde also einen Neubau geben, aber Angaben dazu, wo genau dieser den Laxenburger Lagerräumlichkeiten des Filmarchivs beigefügt werden soll, konnte Drozda noch nicht machen. Er wolle sich demnächst selbst vor Ort davon ein Bild machen. „Ich sehe in diesem Zentrum auch ein Geschäftsmodell“, meint Drozda im profil-Gespräch: „Wir werden damit eine singuläre Stellung in Zentraleuropa einnehmen – wer Filme künftig analog kopieren und sichern will, wird in Österreich eine erstklassige Anlaufstelle haben.“

Das Zentrum soll allen Filmschaffenden zugänglich sein; gerade im Avantgardebereich gibt es diesbezüglich großen Bedarf. „Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben, Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, diese neue Institution auch abseits des Archivierens und Forschens offen zu halten“, so Drozda. Das Unternehmen ist Teil eines neu geschnürten „Film-Maßnahmenpakets“ der Regierung, das eine – äußerst sanfte – Erhöhung der „innovativen Filmförderung des BKA auf 5,2 Millionen Euro, höhere Subventionen für weiblich besetzte Produktionsführungsteams und (maximal dreimonatige) Arbeitsstipendien in Höhe von 1.300 Euro im Monat vorsieht. 26 Millionen Euro investiert das Bundeskanzleramt derzeit jährlich in Filmprojekte.