„Breaking Bad“-Spin-off „Better Call Saul“: ein Anwalt für alle Fälle

„Breaking Bad“-Spin-off „Better Call Saul“: ein Anwalt für alle Fälle

Witz, Chaos und der Tod in der Wüste: „Better Call Saul“, ein Ableger der hochgelobten US-Serie „Breaking Bad“, feierte bei der Berlinale in Anwesenheit von Hauptdarsteller Bob Odenkirk international Premiere. Ihrem Erfolgsrezept bleiben die Macher treu.

Glaubt man den ersten, in Schwarzweiß gedrehten Minuten des „Breaking Bad“-Spin-offs „Better Call Saul“, so wird es mit dem zwielichtigen, aber durchaus charismatischen Anwalt Saul Goodman, der sich zu Beginn der Serie noch Jimmy McGill nennt, nicht gut enden. Der redselige Anwalt arbeitet da als Zimtrollen-Verkäufer in einem Einkaufszentrum, und er wirkt, als würde er vom Leben nicht mehr viel erwarten. Abends ertränkt er seinen Lebenskummer mit wilden Alkoholmischungen und sieht sich wehmütig alte TV-Commercials seiner Anwaltskarriere an. „Better Call Saul“ – das war sein Slogan.


It's all good, man!

Walter Whites verschlagener Anwalt

Diese Vor- und Rückblenden zu Beginn einer Staffel waren schon für die Lehrer-wird-Drogenboss-Serie „Breaking Bad“ (2009-13) charakteristisch. US-Comedy-Star Bob Odenkirk spielte darin die beliebte Nebenfigur, Walter Whites verschlagenen Anwalt. In den ersten beiden – in Anwesenheit von Odenkirk nun bei der Berlinale gezeigten – Folgen setzen die beiden Showrunner Vince Gilligan und Peter Gould, Ersterer zeichnete bereits für „Breaking Bad“ hauptverantwortlich, auch mit „Better Call Saul“ auf überraschende Pointen. War es bei „Breaking Bad“ noch die Wandlung eines an Lungenkrebs erkrankten Chemielehrers (Bryan Cranston als Walter White) zum skrupellosen Drogenboss, so wird nun der Verwandlung des schusseligen Strafverteidigers Jimmy McGill zum schlagfertigen Manipulierer Saul Goodman (lautmalerisch für „It's all good, man“) nachgespürt, der seinen kriminellen Klienten in nichts nachsteht.

Better Call Saul Trailer

Tod in der Wüste

So beginnt „Better Call Saul“ (die Serie setzt zeitlich sieben Jahre vor „Breaking Bad“ ein) mit der Frage, was den erfolglosen Anwalt McGill dazu treibt, sich immer mehr in diese Kunstfigur zu verwandeln. Gründe dafür gibt es genug: Geldprobleme, ein unter Wahnvorstellungen leidender Bruder, keine Aufträge. Und McGill hat es satt, den Pflichtverteidiger für beknackte Jugendliche zu spielen. Dann trifft er eine falsche Entscheidung, die den gewohnten Anwaltsalltag zum Einsturz bringt – und plötzlich sitzt McGill in der Wüste New Mexicos, umzingelt von der mexikanischen Drogenmafia, den Tod vor Augen.

Die erste von zehn Folgen hatte im US-Cable-TV bereits beim ersten Ausstrahlungstermin über sechs Millionen Zuseher. Eine zweite Staffel wurde vom Sender AMC bereits bestellt. In Österreich wird „Better Call Saul“ über Netflix zu sehen sein.