David Krakauer: "Müssen alte Traditionen wiederfinden"

Krakauer in Wien: "Es geht darum, Brücken zu bauen zwischen Musikgenres"

Krakauer in Wien: "Es geht darum, Brücken zu bauen zwischen Musikgenres"

Am 28. Oktober feierte das neue Album von Klezmer-Superstar David Krakauer in Wien Weltpremiere. Für das Album arbeitete der weltbekannte Klarinettist Krakauer mit Dobrek Bistro, einer polnisch-russisch-brasilianisch-wienerischen Band mit Sitz in Wien, zusammen. profil hat sich mit Krakauer bei der Premiere unterhalten.

profil: Was verbindet Sie mit der Klezmer Musik?
David Krakauer: Meine Großeltern kamen aus Osteuropa, genauer aus Polen, Russland und Weißrussland. Sie haben viel von ihrer Tradition ganz bewusst verloren, weil sie in den USA neu anfangen wollten. Unsere Generation muss diese alten Traditionen wiederfinden. Wir hören uns Aufnahmen aus den 1920er Jahren an, die mit den osteuropäischen jüdischen Immigranten kamen. Diese Musik sollte gespielt werden und wir sollten unsere eigene Version davon machen. Ich spiele nicht nur Klezmer, ich mache neue interessante Musik. Es geht darum Brücken zu bauen zwischen einzelnen Musikgenres und somit auch zwischen Menschen.

David Krakauer - Alt (Dot) Klezmer

profil: Warum erlebt die jüdische Kultur, insbesondere die Musik, gerade jetzt einen Hype?
Krakauer: Vor dem Zweiten Weltkrieg waren die Juden die multikulturellen Europäer. Sie waren ein Teil Europas, und dieser Teil wurde durch den Holocaust zerstört. Heutzutage spüren die Europäer dieses fundamentale Loch in ihrer eigenen Kultur. Vermutlich spiele ich deshalb hauptsächlich in Europa.

profil: Was bringt die Zukunft?
Krakauer: Ich habe jetzt mit Dobrek Bistro ein neues Album gemacht und hoffe, dass wir auf Tour gehen. Live zu performen erlaubt mir, die Musik erst richtig zu erleben. Hoffentlich haben wir die Möglichkeit unsere Musik in die Welt hinauszutragen.