Neue Alben: Robert Plant und Low Fidelity

Rare Songs, unveröffentlichtes Material, Ausschussware: Ex-Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant hätte seine Freude mit dem Hamburger Plattenladen Hanseplatte. Warum? Lesen Sie hier! profil unerhört bespricht die wichtigsten CDs der Woche.

Von Philip Dulle

Robert Plant: Lullaby and … the Ceaseless Roar (Warner)

Neuanfänge hat sich Ex-Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant schon unzählige gegönnt: Auf „Lullaby and … the Ceaseless Roar“ veröffentlicht der 66-jährige Brite mit seiner aktuellen Begleitband The Sensational Space Shifters nun elf Songs zwischen Lebensaufarbeitungsweisheiten und Beziehungsabgründen, die wunderbar beschaulich zwischen World-Music- und Ambient-Versatzstücken, hypnotischen Rhythmen und sägenden Blues-Gitarren mäandern. Wie Plant nicht nur die gescheiterte Beziehung zur Musikerin Patty Griffin aufarbeitet, sondern auch die Angst vor dem Alter – und dem Horror, „adrift ... high and lonesome“ vor die Hunde zu gehen thematisiert, lässt einen sprachlos zurück. Robert Plant, Meister des Bombast-Rock, ist auch nur ein Mensch. (8.0/10) Ph. D.

Verschiedene Interpreten: Low Fidelity (Staatsakt)

Der Hanseplatte-Laden im Hamburger Karoviertel verkauft ausschließlich Musik Hamburger Künstler und Labels. Dass das auch acht Jahre nach der Gründung noch herrlich funktioniert, beweist nun eine wunderbare Sammlung an Songs, die es aus unterschiedlichen Gründen (und manchmal auch aus guten) nicht auf die offiziellen Alben der Künstler geschafft haben. Zu hören bekommt man die sympathische Ausschussware normalerweise nur in besagtem Laden, geheim unterm Tresen. Mit dabei: Rocko Schamoni, Kid Kopphausen, Tocotronic, Adolf Noise und viele andere mehr. Bis jetzt und nicht mehr lang: Nur unveröffentlichtes Material. (6.7/10) Ph. D.

profil-Wertung:
Von "0" (absolute Niederlage) bis "10" (Klassiker)

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