Neue Alben: U2 ("Songs of Innocence") und Earth ("Primitive and Deadly")

Warum die irische Band U2 mit ihrem neuen Album „Songs of Innocence“ wieder einmal den Musikmarkt revolutioniert, lesen Sie hier. Außerdem: Das wunderbare neue Album der US-Schwerenöter Earth. profil unerhört bespricht die wichtigsten CDs der Woche.

Von Philip Dulle

U2: Songs of Innocence (via iTunes/Universal)

Achtung Baby! Sollten Sie in Ihrem iTunes-Plattenladen automatische Downloads für Ihre Einkäufe aktiviert haben, könnte sich dieser Tage ein musikalisches Ärgernis auf Ihren diversen Endgeräten eingenistet haben. Die irische Popkonsensband U2 hat sich mit dem Technikriesen Apple auf einer Medienveranstaltung (neue Uhren, neue Mobiltelefone!) im kalifornischen Cupertino getroffen und verschenkt bis Mitte Oktober ihr neues Album „Songs Of Innocence“ als Gratisdownload. Dass geschenkt nicht auch umsonst bedeuten muss, aber durchaus kann, beweisen die Mannen um Sänger und Weltfriedensbringer Bono eindrucksvoll: Die neuen Songs sind lieblich, langweilig, weder auf- noch anregend; berühren nicht und bleiben auch keine Sekunde zu lange im Ohr hängen. Um die Tragik von „Songs Of Innocence“ zu verdeutlichen, könnte man als geneigter iTunes-Kunde nicht mal sagen, dass das Album besonders mies geworden ist. Anders gesagt: „Songs Of Innocence“ ist in Sachen Belanglosigkeit kaum zu überbieten. Bono und U2 haben der Musik schon lange nichts mehr zu schenken. (1.0/10) Ph. D.

Earth: Primitive and Deadly (Southern Lord)

Wer meint, Drone vertrage keinen Gesang, nur feinst dahinmäandernde Gitarren, verzerrten Bass und schleppende Drums, der sollte, nein muss Earths „Primitive and Deadly“ konsultieren. Die Drone-Pioniere aus Olympia, Washington, überraschen 20 Jahre nach ihrem Debüt noch einmal mit einer wunderbar schwermütig dahindonnernden Platte; die local heroes Rabia Shaheen Qazi (von Rose Windows) und Mark Lanegan stehen dabei an den Mikros. Sechs Songs zwischen neun und knapp 13 Minuten Spielzeit, die sich anfühlen, als gäbe es so etwas wie Ewigkeit. Wer hören will, der wird auch fühlen. (8.1/10) Ph. D.

profil-Wertung:
Von "0" (absolute Niederlage) bis "10" (Klassiker)

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