Rainer Nikowitz: Auf der Blut-und-Boden-Wiese

Rainer Nikowitz: Auf der Blut-und-Boden-Wiese

Der Streit zwischen der FPÖ-Führung und den Straches eskaliert vollkommen. Werden am Ende bald die Säbel sprechen?

Hofer: Servas, du!
Strache: Grüß Gott.
Hofer: Also, i freu mi total, dass du mei Einladung zu dieser Aussprache angenommen hast! Des is … des is … ein Schritt in die richtige Richtung, net wahr? Oder was sagst du, Herbert?
Kickl: I sag: Hör auf zum Trenzen und bring de russischen Eier.
Hofer: Die Gattin is net mit?
Kickl: De lasst si wahrscheinlich im Studio Chantal de Nägel machen. Oba jetzt wenigstens nimmer auf unsere Kosten.

Strache: Beim „Servas!“ hab i no an Moment lang glaubt, des könnt a freundliches Gespräch wern.
Kickl: Vier Sekunden lang war’s dos ja a. Muaß reichen.
Strache: Um auf die Frage von vorhin zruckzukommen: Die Gattin is nimmer Parteimitglied, weil ihr sie grundlos ausgschlossen habt’s. Was soll sie also da?
Kickl: Und sie hat außerdem ka Zeit, weil sie schon voll damit beschäftigt is, als wilde Abgeordnete wos zu bewegen. Hat sie ja gsagt, oder? Dass se wos bewegen wüll.
Strache: Du wirst scho no schauen. De Philippa hat nämlich a Herz wie eine Löwin!
Kickl: Jetzt is mir auch eingfallen, was sie bewegt: de Verkäuferinnen im Schuhgschäft!


Die Philippa muaß mi sicher net durchfüttern.

Strache: Du bist primitiv.
Kickl: Primitiv? I? Dos traust du di zu mir sagen? Bevor i damals an Menschen aus dir gmacht hab, war der Kaspar Hauser rhetorisch gegen di der Barack Obama!
Strache: Und voll frauenfeindlich isses außerdem a no. Typisch FPÖ!
Kickl: Geh bitte! Aus dir is doch a nur deswegen plötzlich a Frauenrechtler worden, weil di dei Oide nit ausse-
gschmissen hat, nachdem du die schoafe Zarin virtuell begattet hast. Und jetzt füttert sie di sogar no mit ihrer Abgeordnetengage durch – mit ihrer Abgeordnetengage, die uns zusteht, wohlgemerkt!
Strache: Die Philippa muaß mi sicher net durchfüttern.
Kickl: Nit? Ah so, ja! Du machst ja jetzt in Immobilien, oder?
Strache: Naa. I hab mi doch anders orientiert.

Kickl: Na geh, schad! I glaub ja, du wärst der ungekrönte König der Bastlerhits worden. Was wird’s denn jetzt sunst?
Strache: Etwas, das meinen Talenten mehr entgegenkommt.
Kickl: Was, du wirst Heizdeckenverkäufer? When dreams come true, ha?
Strache: I werd Consulter und PR-Berater!
Kickl: Ah. No, wos denn a sunst.
Strache: Net amoi du wirst mir absprechen, dass i da ein, zwei Sachen weiß, oder? Ma hat ja so seine Erfahrungen, net wahr?
Kickl: Ja, die hat ma. Vor allem du! Wenn was genau deins is, dann ja wohl guate PR. Und außerdem: passende T-Shirts. Du solltest unbedingt a Styleberatung a no anbieten, dos würd dos Paket dann so richtig verführerisch machen!
Strache : I hätt eigentlich gedacht, wir suchen da gemeinsam an Ausweg aus der jetzigen Misere. Aber i seh da net grad viel guten Willen …


Und wenn i aus mein rechten Flügel a neue Partei mach? Die Liste Strache, ha? Was sagst dann?

Kickl: Es gibt nur an Ausweg: Du wirst a no ausgschlossen und aus.
Strache: Was mach i dann überhaupt da? Norbert? Nooorbert??
Hofer: Hmm?
Strache: Sagst du vielleicht a amoi was?
Hofer: Na ja.
Strache: Gewohnt aussagekräftig, möcht ich meinen! Hallo? Jemand zu Hause? Bist du net der Parteichef?
Kickl: Na ja.
Strache: Und des lasst du dir gfallen, Norbert? Der Herbert untergrabt voll dei Autorität!
Kickl: Und wozu die Aufregung? Nit, dass i dos mit dem vorherigen Parteichef nit a scho gmacht hätt.
Hofer: Du muaßt mi verstehen, HC. Mir sitzen s’ a im Gnack.
Strache: Wer?
Hofer: Der rechte Flügel.

Strache: Früher war i der rechte Flügel!
Kickl: Und da sagen immer alle, früher war alles besser.
Strache: Und wenn i aus mein rechten Flügel a neue Partei mach? Die Liste Strache, ha? Was sagst dann?
Kickl: Wer wird da der Chef? Du? Dei Frau? Oder abwechselnd, je nachdem, wer grad ka Fußfessel hat?
Strache: Lass endlich die Philippa in Ruh und geh mit mir allein auf die Blutwiesn, wennst di traust! Folgen wir unserem heiligen Brauch!
Kickl: Und was warat der bitte? Fechten oder was? Sicher nit.
Strache: Na ja … Du bist ja ka Burschenschafter.
Kickl: I hätt einer sein können, wenn i wollen hätt. Du hingegen …
Strache: I hab ka Matura, i weiß. Und darum forder ich dich auch heraus zu einem – Biermops!
Hofer: Also, Kinder jetzt reicht’s aber! Jetzt muss i ein Machtwort sprechen!
Strache: Du und a Machtwort? Und i hab glaubt, i bin lächerlich.
Kickl: Es is a hartes Rennen.
Strache: Also: Nimmst du den meinen Fehdehandschuh auf?
Kickl: Du willst, dass wir uns absurde Helme aufsetzen und uns gegenseitig mit stumpfen Säbeln blaue Flecken dreschen?
Strache: So macht ma des an sich bei uns. Oder weißt was Besseres?
Kickl: Ja. Mach dei Partei.
Strache: Ich geb mir sieben, acht Prozent!
Kickl: Und i dir zwa Promill.

rainer.nikowitz@profil.at