© Udo Titz

Rainer Nikowitz: Auf der Blut-und-Boden-Wiese
10/26/2019

Rainer Nikowitz: Auf der Blut-und-Boden-Wiese

Der Streit zwischen der FPÖ-Führung und den Straches eskaliert vollkommen. Werden am Ende bald die Säbel sprechen?

von Rainer Nikowitz

Hofer: Servas, du! Strache: Grüß Gott. Hofer: Also, i freu mi total, dass du mei Einladung zu dieser Aussprache angenommen hast! Des is … des is … ein Schritt in die richtige Richtung, net wahr? Oder was sagst du, Herbert? Kickl: I sag: Hör auf zum Trenzen und bring de russischen Eier. Hofer: Die Gattin is net mit? Kickl: De lasst si wahrscheinlich im Studio Chantal de Nägel machen. Oba jetzt wenigstens nimmer auf unsere Kosten.

Strache: Beim „Servas!“ hab i no an Moment lang glaubt, des könnt a freundliches Gespräch wern. Kickl: Vier Sekunden lang war’s dos ja a. Muaß reichen. Strache: Um auf die Frage von vorhin zruckzukommen: Die Gattin is nimmer Parteimitglied, weil ihr sie grundlos ausgschlossen habt’s. Was soll sie also da? Kickl: Und sie hat außerdem ka Zeit, weil sie schon voll damit beschäftigt is, als wilde Abgeordnete wos zu bewegen. Hat sie ja gsagt, oder? Dass se wos bewegen wüll. Strache: Du wirst scho no schauen. De Philippa hat nämlich a Herz wie eine Löwin! Kickl: Jetzt is mir auch eingfallen, was sie bewegt: de Verkäuferinnen im Schuhgschäft!

Die Philippa muaß mi sicher net durchfüttern.

Strache: Du bist primitiv. Kickl: Primitiv? I? Dos traust du di zu mir sagen? Bevor i damals an Menschen aus dir gmacht hab, war der Kaspar Hauser rhetorisch gegen di der Barack Obama! Strache: Und voll frauenfeindlich isses außerdem a no. Typisch FPÖ! Kickl: Geh bitte! Aus dir is doch a nur deswegen plötzlich a Frauenrechtler worden, weil di dei Oide nit ausse- gschmissen hat, nachdem du die schoafe Zarin virtuell begattet hast. Und jetzt füttert sie di sogar no mit ihrer Abgeordnetengage durch – mit ihrer Abgeordnetengage, die uns zusteht, wohlgemerkt! Strache: Die Philippa muaß mi sicher net durchfüttern. Kickl: Nit? Ah so, ja! Du machst ja jetzt in Immobilien, oder? Strache: Naa. I hab mi doch anders orientiert.

Kickl: Na geh, schad! I glaub ja, du wärst der ungekrönte König der Bastlerhits worden. Was wird’s denn jetzt sunst? Strache: Etwas, das meinen Talenten mehr entgegenkommt. Kickl: Was, du wirst Heizdeckenverkäufer? When dreams come true, ha? Strache: I werd Consulter und PR-Berater! Kickl: Ah. No, wos denn a sunst. Strache: Net amoi du wirst mir absprechen, dass i da ein, zwei Sachen weiß, oder? Ma hat ja so seine Erfahrungen, net wahr? Kickl: Ja, die hat ma. Vor allem du! Wenn was genau deins is, dann ja wohl guate PR. Und außerdem: passende T-Shirts. Du solltest unbedingt a Styleberatung a no anbieten, dos würd dos Paket dann so richtig verführerisch machen! Strache: I hätt eigentlich gedacht, wir suchen da gemeinsam an Ausweg aus der jetzigen Misere. Aber i seh da net grad viel guten Willen …

Und wenn i aus mein rechten Flügel a neue Partei mach? Die Liste Strache, ha? Was sagst dann?

Kickl: Es gibt nur an Ausweg: Du wirst a no ausgschlossen und aus. Strache: Was mach i dann überhaupt da? Norbert? Nooorbert?? Hofer: Hmm? Strache: Sagst du vielleicht a amoi was? Hofer: Na ja. Strache: Gewohnt aussagekräftig, möcht ich meinen! Hallo? Jemand zu Hause? Bist du net der Parteichef? Kickl: Na ja. Strache: Und des lasst du dir gfallen, Norbert? Der Herbert untergrabt voll dei Autorität! Kickl: Und wozu die Aufregung? Nit, dass i dos mit dem vorherigen Parteichef nit a scho gmacht hätt. Hofer: Du muaßt mi verstehen, HC. Mir sitzen s’ a im Gnack. Strache: Wer? Hofer: Der rechte Flügel.

Strache: Früher war i der rechte Flügel! Kickl: Und da sagen immer alle, früher war alles besser. Strache: Und wenn i aus mein rechten Flügel a neue Partei mach? Die Liste Strache, ha? Was sagst dann? Kickl: Wer wird da der Chef? Du? Dei Frau? Oder abwechselnd, je nachdem, wer grad ka Fußfessel hat? Strache: Lass endlich die Philippa in Ruh und geh mit mir allein auf die Blutwiesn, wennst di traust! Folgen wir unserem heiligen Brauch! Kickl: Und was warat der bitte? Fechten oder was? Sicher nit. Strache: Na ja … Du bist ja ka Burschenschafter. Kickl: I hätt einer sein können, wenn i wollen hätt. Du hingegen … Strache: I hab ka Matura, i weiß. Und darum forder ich dich auch heraus zu einem – Biermops! Hofer: Also, Kinder jetzt reicht’s aber! Jetzt muss i ein Machtwort sprechen! Strache: Du und a Machtwort? Und i hab glaubt, i bin lächerlich. Kickl: Es is a hartes Rennen. Strache: Also: Nimmst du den meinen Fehdehandschuh auf? Kickl: Du willst, dass wir uns absurde Helme aufsetzen und uns gegenseitig mit stumpfen Säbeln blaue Flecken dreschen? Strache: So macht ma des an sich bei uns. Oder weißt was Besseres? Kickl: Ja. Mach dei Partei. Strache: Ich geb mir sieben, acht Prozent! Kickl: Und i dir zwa Promill.