Rainer Nikowitz: Backstage

Rainer Nikowitz: Backstage

Die TV-Sender haben ja auch kein Geld mehr. Deshalb gibt es bei den Wahl-Konfrontationen leider immer nur eine Garderobe.

Meinl-Reisinger: Also, pass einmal auf: „Schnecken erschrecken, wenn sie an Schnecken schlecken …
Rendi-Wagner: Was is denn des, bitte?

Meinl-Reisinger: Des is so a Zungenbrecher. De wirst du doch auch geübt ham, damals in der Schauspielschul.
Rendi-Wagner: Wo?

Meinl-Reisinger: „Schnecken erschrecken, wenn sie an Schnecken schlecken, weil zum Schrecken vieler Schnecken, Schnecken nicht schmecken.“ Und, was meinst?
Rendi-Wagner: Also …, nein. Ich hör nix. Ich find alles ganz normal.

Meinl-Reisinger: So ein Zischen beim SCH, ham s’ gsagt. Und dass des irgendwie kalt klingt.
Kogler: Und selbst, wenn’s so wär: Was wollen die denn? Passt doch perfekt zu deiner Rolle!
Meinl-Reisinger: Weißt eh, wie Produzenten san. Neoliberale Ausbeuter!

Rendi-Wagner: Des is immer no mei Text.
Kurz: Und dann sag i … dann sag i … Was sag i dann?
Hofer: Dann kommt des mit den Einzelfällen, die leider die so erfolgreiche Ding blablabla, weil bis dahin Zusammenarbeit ja super und so rhabarber, rhabarber.“
Kurz: Als Souffleur warast du die volle Niederlag.

Hofer: Wenn i in an finsteren Kastl, in dem mi möglichst keiner sehen soll, sitzen möcht, dann hätt i damals für den Kickl vorgsprochen.
Kurz: Der Kickl … Interessante Rolle, eigentlich.

Hofer: Er würd si sicher freuen, des zu hören!
Kurz: Aber auf der anderen Seiten: Was hilft die interessanteste Rolle – wenn sie in der aktuellen Staffel nimmer mitspielt!
Pilz: Ma soll über Kollegen ja net schlecht reden, aber …

Hofer: … du tust es trotzdem oft und gern.
Pilz: Des hat in meinem speziellen Fall was mit Method-Acting zu tun. Des verstehst du net. Jedenfalls: dieser Kickl! Was für ein Schmierenkomödiant! Ihr könnt’s sagen, was ihr wollt’s, aber: Gut, dass der weg ist!

Hofer: Geh, hör do auf! Du bist do nur beleidigt, weil’s di jetzt a aus der Serie ausseschreiben!
Pilz: Da geht’s net um mi! Es is für die Serie einfach net guat, find i. Um mi brauchst dir keine Sorgen zu machen, i find mir scho was. Charakterdarsteller san immer gfragt!
Kurz: De scho.
Kogler: Sag halt einfach nix mit SCH, wennst dir Sorgen machst.
Meinl-Reisinger: Und wie soll des bitte gehen? Zum Beispiel bei: Klimaschutz?
Kogler: Ah so, ja. Den hab i jetzt vergessen.

Meinl-Reisinger: An Hunderter, wennst des vor der Kamera noch amoi genau so sagst.
Kogler: I vergiss nur manchmal, dass der net nur in mein Text drinsteht. Sondern dass des jetzt alle dauernd aufsagen müssen.
Rendi-Wagner: I eh net. I hab nur die Sorge um die Pendler. Tausch ma?

Meinl-Reisinger: Auf gar keinen Fall! Für deine Rolle wär i de totale Fehlbesetzung.
Rendi-Wagner: Aber geh! Also ich würd mir deine schon zutrauen.
Kogler: Siechst! Und wegen diesem bittersüßen Optimismus, den du ausstrahlst, wegen dieser Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit – genau deswegen bist du komplett richtig besetzt, find i.
Rendi-Wagner: War des jetzt a Kompliment oder a Gemeinheit?

Kurz: Die Pradler Ritterspiele? Echt jetzt?
Hofer: Klingt net uninteressant, de Anfrage. Und ma muss an die Zukunft denken.

Kurz: Welche Rolle bieten sie dir denn an?
Hofer: Den Kopflosen. Der Typ, der dauernd enthauptet wird und trotzdem immer weiterlebt.

Kurz: Wie bei de „Walking Dead“?
Hofer: So ähnlich. Die Producer ham gmeint: Wie bei der FPÖ.

Kurz: I mein, es geht mi ja nix an, aber: Solltest net schauen, dass du von dem Typ a bissl wegkommst? Oder willst für immer auf den zwar faschistoiden, aber sonst eh voll netten Vorabendserienvater festglegt werden?
Hofer: I find an der Figur ja genau diese Gebrochenheit interessant. Diese lächelnde Abgründigkeit.

Kurz: I versteh ja auch, dass es schwierig is. Ehrlich gsagt: Bei mir hat Hollywood a no net angrufen. Obwohl, eine Idee hört si ganz gut an. I soll möglicherweise einen Serientäter spielen.
Hofer: Was echt? Einen Serienmörder?

Kurz: Ein Serienopfer.
Meinl-Reisinger: Gleich müss ma raus Kollegen! Eine Minute!
Rendi-Wagner: Bei mir ham sie ja heute in letzter Sekunde no was ins Drehbuch dazugschrieben.
Kogler: Was denn?
Rendi-Wagner: Derf i net sagen. Sie wollen des improvisatorische Element stärken, hat’s gheißen.
Hofer: Na geh! Immer diese neumodernen Ideen.

Kurz: I hab a lieber meinen fixen Text und aus.
Rendi-Wagner: Genau darum dürft’s ihnen irgendwie gehen …
Kurz: Apropos Text … Nach der Gschicht mit der erfolgreichen Regierung: Was sag i dann schnell?
Meinl-Reisinger: Schnecken schlecken Schrecken schmecken …
Kurz: Okay, danke.