Rainer Nikowitz: Bastis Bastion

Rainer Nikowitz: Bastis Bastion

Alle haben sich gegen Sebastian Kurz verschworen. Und wenn es nach ihm geht, muss das auch unbedingt so bleiben!

Blümel: A Wahnsinn der Kickl, ha? Jetzt macht er sich selber als Minister zur Koalitonsbedingung! Kann keine Ruah geben, dieser Falott. Wenn ma des doch nur früher gwusst hätten!
Köstinger: Oba … mir ham’s doch früher gwusst.
Blümel: Des … Jetzt werd bitte net päpstlicher als der Papst!
Köstinger: Würd i nie machen. Da warat i ja mittlerweile in der falschen Partei.
Blümel: I hab gmeint, wenn ma nur früher gwusst hätten, dass si dem Kickl seine Schweinereien a gegen uns richten können. Und net nur gegen so Sachen wie Anstand, Moral oder de Demokratie im Allgemeinen.
Köstinger: Ah so, ja. Oba was hätt ma denn damals machen sollen? Mir ham eam des Innenministerium einfach geben müssen.
Blümel: Eh. Es war fürs höhere Wohl.
Köstinger: Für Österreich.
Blümel: Des wär net hoch genug gwesen …

Köstinger: Und der Strache wiederum, ha? Schimpft wia wüld umanaund auf Facebook gegen den Basti. Weil ihm der versprochen hätt, dass de Koalition weitergeht, wenn er nur zrucktritt.
Blümel: Oba … des hat er eam ja wirklich versprochen.
Köstinger: Jetzt wirst du päpstlicher als der Papst.
Blümel: Is scho guat. Aber apropos heilig: Was macht er denn da eigentlich de ganze Zeit?
Köstinger: I waaß es a nit. Schaut aus wie … Meditieren?
Blümel: Der Basti? Geh bitte!
Köstinger: Wart amol … San dos leicht Tränen, de i da siech?
Blümel: Ah ja! Is des am End … I trau ma des ja kaum aussprechen! Is des a menschliche Regung?

Köstinger: Basti! Is was passiert? Was is denn um Himmels wüllen los mit dir?
Kurz: Was soll los sein? Stört’s mi net. I arbeit.
Blümel: Ja aber … Du weinst!
Kurz: I sag ja: I arbeit.
Köstinger: Wie jetzt? Da kannst auf Befehl weinen?
Kurz: Is ka große Sache.
Köstinger: Sei nit scho wieder so bescheiden! Dos is ja der Hammer! Was kannst du eigentlich nit?
Blümel: Da sag i als Kulturminister: Du könntest bei jeder Romantic Comedy mitspielen. Des eröffnet völlig neue Perspektiven für de heimische Filmförderung!
Kurz: Und i sag: Es hilft, wenn ma vorher mit de Finger a Chili zerdruckt hat und si dann bei Bedarf ins Aug fahrt.

Köstinger: So ham halt alle großen Charakterdarstöller ihre klaanen Tricks. Oba … wozu machst du dos eigentlich?
Kurz: Liegt des net auf der Hand? Des wird mei neue Wahlkampf-Wunderwaffe.
Köstinger: Wie dos?
Kurz: Wenn des nächste Mal irgendwo im Darknet irgenda durchgeknallter Obskurant behauptet, i bin Sodomist mit einer Vorliebe für Gangbangs mit Nashornkäfern, mach i ka Facebook- Posting mehr, sondern glei a Pressekonferenz. Und dann zeig ich meine ehrliche, ungeschminkte Fassungslosigkeit und Verletzbarkeit der ganzen Welt!
Köstinger: Mit deinen Tränen! Moi, wia siaß!
Kurz: Genau. Und das letzte Wort, das ich erstickt, von Weinkrämpfen geschüttelt hervorstoße, wird sein:
„Sil-ber-stein!“
Blümel: Sei mir net bös, aber: Wegen so an Schas willst öffentlich heulen?
Kurz: I nimm sogar weniger als so an Schas! Oder hast du a bessere Idee, wie ma über 40 Prozent kumman? Und also nach der Wahl zum Beispiel mit de NEOS a Koalition machen kennan? Und net wieder den Blauen de Fiaß abschlecken miassn, weil’s unser einzige realistische Option san?
Köstinger: Wääh! Der Kickl steigert vorher sicher no extra in a Hundstrümmerl. Z’Fleiß!
Blümel: I hätt mir ursprünglich eigentlich denkt, des geht nach Ibiza von selber …
Kurz: I vielleicht net? Aber weder is der Brechreiz bei blauen Wählern a nur annähernd so ausgebildet wie bei normalen Menschen, noch bin i bis jetzt von den antifaschistischen Liberalen in ausreichendem Maß als Wehrer der Anfänge anerkannt worden.
Köstinger: Eher der Fortsetzung. De Anfänge waraten scho a Zeitl her …
Kurz: Net sei jetzt päpstlicher als der Papst!
Blümel: Des sag i ihr a scho de ganze Zeit.

Kurz: Also is die Taktik wohl die einzige, die übrig bleibt. Ich, der unrechtmäßig aus dem Amt geputschte Kanzler der Herzen, der jetzt allein gegen alle kämpfen muss! Und die anderen sind in der Wahl ihrer Mittel alles andere als zimperlich, weil: Anders kommen sie ja net gegen mi an. Aber ich kämpf wie ein Löwe gegen Unbill und Unrat. Ich werde Schrammen davontragen, ich werde bluten, aber: Ich werde nicht fallen!!
Köstinger: I kann nimmer! Bitte, Basti, hör auf! Sunst muaß i a glei plärren.
Kurz: Siechst? Und dabei hab i no net amoi von Phase zwei erzählt.
Blümel: Wie geht denn leicht Phase zwei?
Kurz: Die fangt damit an, dass Wundmale an meinen Handflächen erscheinen.

rainer.nikowitz@profil.at