Rainer Nikowitz: Casino Loyal

Rainer Nikowitz: Casino Loyal

Es war ja von Anfang an klar, wie schade es dereinst um die „ordentliche Mitte-Rechts-Politik“ von Türkis-Blau sein würde.

Strache: Also dann, Herrschaften: Fett wo schö!
Hofer: Öh … was?
Strache: Des sagen s’ immer im Casino!
Hofer: I kenn nur: Fett wie a Radierer.
Strache: Jetzt sei net so gewöhnlich! Fett wo schö is Französisch!
Hofer: Und was haaßt des?
Strache: Ka Ahnung.
Hofer: Hab i mir doch glei denkt, dass du gar net Französisch kannst.
Strache: Wenn der Sidlo Finanzvorstand kann, dann kann i a Französisch.
Kurz: Genau deswegen wollt ma noch amoi mit euch reden: Seid’s euch wirklich sicher mit dem Sidlo?
Strache: Is der Papst katholisch? Sicher samma uns sicher!
Hofer: Du waaßt doch kreuzguat, dass uns neben der ordentlichen Mitte-Rechts-Politik immer scho vor allem die ordentliche Beschäftigungspolitik a besonderes Anliegen war.
Strache: Und wir ham uns des genau angschaut mit diesem Roulette. Des i a bledes Spiel. Völlig ungeeignet für unser neues Regieren. Weil: Da gibt’s ja nur Rot und Schwarz! Und a grüne Null.
Hofer: Und des geht natürlich gar net. Des gingert maximal, wenn ihr in ana Koalition mit de Grünen warat’s.
Kurz: Was für a durch und durch abwegiger Gedanke!
Strache: Türkis-Grün! Hahaha, der war guat! Bevor des passiert, sitzt ja früher de Philippa statt mir im Parlament!
Hofer: Sie warat aber jedenfalls a voll wilde Abgeordnete!


Und wenn ma den Kickl zum Texas-Kettensägenmassaker ausrucken lassen!

Strache: Genug glacht, zruck zum Ernst des Lebens: Des mit de Casinos muss si dringend ändern. Wir brauchen dort a blaue Null!
Hofer: Und net nur durt. Wir brauchen überall vü mehr blaue Nullen!
Löger: Wo ma de bloß alle finden wern …
Hofer: Nur ka Angst! Niemand hat diesbezüglich a dickere Personaldeckn als wir.
Löger: Ihr wisst’s aber scho, dass des grad bei de Casinos net so einfach is. Und außerdem … wie soll i sagen: De Beurteilung von dem Headhunter is ja jetzt net grad überbordend. Der schreibt, dass euer Sidlo net geeignet is und net in des Jobprofil passt.
Strache: Huach, Erbsenzähler: Dieses Land ghört jetzt endlich uns. Und wann was net passt, dann mach ma’s passend.
Hofer: Und wenn ma den Kickl zum Texas-Kettensägenmassaker ausrucken lassen!
Löger: Wir ham aber a no andere Aktionäre bei de Casinos. Wie woll ma de überzeugen?
Strache: Na ja, wie scho. Mit guat Zureden.
Hofer: Mit sachlicher Überzeugungsarbeit. Wie’s immer scho unser Art gwesen is.
Strache: Genau. Pfffft!
Hofer: Gngngngngn!
Strache: Hohohoho!
Hofer: Hihi! I wischerl mi glei an! Mir san heut wieder sooooo lustig!


So jung und scho derrisch?

Strache: No, wie werma de Novomatic schon überzeugen? Wern s’ halt im Gegenzug was kriegen, net wahr? A Lizenzerl da, a Glücksspielgesetznovellerl durt. Des is ja wohl des kleine Einmaleins, oder net?
Kurz: Uiuiui! Des hab i jetzt aber besser net ghört.
Hofer: So jung und scho derrisch? I mein, ohne des wird’s net gehen, des is euch doch wohl klar. A Hand wascht de andere.
Strache: Obwohl ja grad unsere sowieso immer blitzsauber is!
Löger: Des derf aber so niemals jemand erfahren.
Hofer: Also bitte! Wir san doch kane Anfänger.
Strache: Was stellt’s euch vor? Dass i der Korruptionsstaatsanwaltschaft meine SMS vorles? Dazu bin i doch viel zu ausgschlafen!
Hofer: Und i weiß sowieso von nix. Und zwar nie! I werd mi no wundern, wie des möglich war, wenn i eines Tages in der Zeitung les, was der Sidlo worden is.
Löger: Na ja … irgendwie werma des scho hinbiegen. Die Optik wird allerdings in jedem Fall verbesserungswürdig sein.
Strache: Optik, Optik! I leg viel Wert auf Optik, des weißt ja eh. Vor allem, wenn sie blond is, hehe! Aber in dem Fall kann uns des doch völlig wurscht sein. Alle wern sagen, dass des nix Neues is. Dass des in Österreich immer scho so grennt is.
Löger: In dem Fall is es aber was anderes.
Hofer: Des wisst’s ihr und des wissen wir. Und sonst?
Löger: Basti, was sagst du?
Kurz: Desselbe wie der Norbert. Und desselbe wie beim BVT: Ich weiß natürlich auch von nix!
Hofer: Dieses blinde Verständnis! Diese allumfassende Einigkeit, die nicht einmal mehr Worte braucht!
Strache: Es war wirklich a großes Glück, dass wir uns gfunden ham. Und nichts soll uns jemals trennen!
Kurz: Des seh ich ganz genauso. Weil schließlich leisten wir ja hervorragende, in dieser Qualität noch nie dagewesene Arbeit! Und selbst, wenn uns ein völlig unvorhersehbares, grausames Schicksal doch einmal trennen sollt und ich dann einmal mit wem andern über a Koalition verhandeln sollt, versprich i euch trotzdem: Mein Herz wird immer euch gehören!
Strache: Hört, hört! Da sag i nur: Riäu nö wa plü!
Löger: Äh, des heißt aber …
Kurz: Wurscht!

rainer.nikowitz@profil.at