Rainer Nikowitz: Protokollaps

Rainer Nikowitz: Protokollaps

Das von der "Krone" aufgedeckte Van-der-Bellen-Protokoll soll jetzt auf einmal gefälscht sein? Da lacht ja die ganze Tierecke!!11!1!

Wahr ist natürlich vielmehr, dass der Mann, den das linksrotgrünmarxistischlinkslinkeste Establishment im vergangenen Jahr mit einer ganzen Serie von plumpen, für jeden im B-Zug Gescheiterten leicht erkennbaren Wahlfälschungen gegen den rechtschaffenen Kandidaten des Volkes in die Hofburg geputscht hat, vor den darob haltlos geschockten Diplomaten noch ganz andere Sachen zwischen seinen gelben Raffzähnen hervorpresste. Ungeheuerlichkeiten nämlich, die in den entwickelteren Demokratien östlich unserer löchrigen Landesgrenzen völlig richtigerweise den Tatbestand des Landesverrates erfüllen würden.

So bezeichnete Van der Bellen Sebastian Kurz keineswegs nur als "irritierenden jungen Mann, der kaum Alkohol trinkt, nicht raucht und auch keinen Kaffee trinkt", sondern auch noch als "lackiertes Hutschpferd, bei dem die Platte hängengeblieben ist", und "als Liebling aller Schwiegermütter, die eine erfolgreiche Lobotomie unter Einsatz des Gesamtwerkes von Andreas Gabalier hinter sich haben". Und als wäre dies der unglaublichen Angriffe gegen unseren Kanzler der Herzen – beziehungsweise deren Insuffizienzen – noch nicht genug, soll der Mann, der sich unglücklicherweise Bundespräsident nennen darf, laut übereinstimmender Auskunft des ungarischen Botschafters und des diplomatischen Vertreters eines Landes dessen Hauptstadt mit Buda- anfängt und mit -pest aufhört, auch noch gesagt haben: "Dass die Jungfrau zu einem Kind kommt, haben wir schon gehabt. Aber zum Kanzler? Das ist neu."


Jeglicher Wahrheitsbeweis würde das Bild nur unnötig trüben.

Beinahe unnötig, zu erwähnen, dass der ebenso ungepflegte wie sympathische Sandlerbart-Träger seine Schmutzkübel – wahrscheinlich handelt es sich bei denen um die Bettpfannen, die dieser im Alzheim Hauptgemeldete bei seiner Lungenkrebs-Geheimtherapie immer wieder randvoll macht – auch über der FPÖ und deren zahlreichen Heimatschutzministerkandidaten entleerte. Dass er die Herren Gudenus und Vilimsky desavouierte, also zwei der hervorragendsten Beweise für das tolle Personal, an dem kein Lager so wie das dritte reich ist, wurde von ihm und seinen Helfershelfern in jenen Redaktionen, in denen zum Glück auch bald wieder der vaterländische Geist zu wehen haben wird, nicht einmal abgestritten. Aber es war alles natürlich noch viel schlimmer – wenig überraschend, wenn man, wie die "Krone", seine Pappenheimer so genau kennt, dass jeglicher Wahrheitsbeweis das Bild nur unnötig trüben würde.

Wenn es nach ihm ginge, so der grüne Traumtänzer, würde er HC Strache den Job übertragen, die vollen Aschenbecher in der Hofburg auszuleeren. Aber ihm sei natürlich klar, dass das in der FPÖ für böses Blut sorgen würde. "Vor allem Herbert Kickl würde sich aufregen. Schließlich kann er die höheren Qualifikationen vorweisen. Und er wartet dringend auf einen Karrieresprung, weil er sicher schon genug davon hat, immer nur dem ­Vilimsky beim Mittagessen das Schnitzel kleinschneiden zu müssen." Seinen von ihm um den Präsidentensessel betrogenen Ex-Kontrahenten Norbert Hofer, den die FPÖ dem Vernehmen nach gerne im Außenministerium sähe, würde der rachsüchtige Stalinist auch nicht angeloben. "Angeblich soll er ja das nette Gesicht einer hässlichen Partei sein. Aber wenn der mit seinem falschen Grinsen noch einmal bei der Tür da hereinkommt, schwöre ich zu dem Gott, an den ich als Moslemversteher und Burkaverteidiger natürlich nicht glaube: Ich schmeiß seinen Stock beim Fenster raus und lass ihn dann apportieren!"

Für die Burschenschafter, die das stolze teutsche Rückgrat der "Österreich zuerst"-Partei bilden, hat der ideologische Flachwurzler klarerweise auch nur perfide Bösartigkeiten übrig. Wer gerne Mensuren fechte, brauche dafür als Voraussetzung nicht Mut, sondern einen Dachschaden in der Größe jenes der Ruine Aggstein. Schade finde er allenfalls noch, dass bei diesen Mensuren keine schottischen Breitschwerter Verwendung fänden, wäre doch in diesem Fall die Ermittlung des Siegers wesentlich einfacher: "Der, bei dem es dann nicht beim Hals reinregnet. Wobei ja der andere seinen Kopf erwiesenermaßen auch nur hat, um genau das zu verhindern."

Aber, das Allerärgste, den unfassbarsten Angriff auf alles, was das schöne und richtige Österreich ausmacht, kommt erst jetzt: Unser Informant schwört beim Augenlicht der Kinder seiner türkischen Nachbarn, dass Van der Bellen die "Krone" als "geiferndes Drecksblatt ohne Anstand und Gewissen" bezeichnet hat. Und außerdem hätten alle, die dort mühsam und weitgehend sinnentleert Buchstaben aneinanderreihten, auch noch kleine Pimmel!!11!1!

Sie, werte Leser, können zwar sicher sein, dass die wie gewohnt geschliffene Antwort des "Krone"-Pfostlers auf diese grässlichen Entgleisungen nicht lange auf sich warten lassen wird – aber es kann dennoch nicht schaden, wenn Sie jetzt schon damit beginnen, sich in bewährter Manier auf der "Krone"-Homepage auszukotzen. Denn wozu braucht man bitteschön eine Ahnung, wenn man eine Meinung auch haben kann?

rainer.nikowitz@profil.at