© Walter Wobrazek

Meinung
11/18/2017

Rainer Nikowitz: Simmering gegen Spittelberg

Das Match zwischen Michael Ludwig und Andreas Schieder um den Wiener Bürgermeistersessel könnte durchaus zur Härteschlacht ausarten.

von Rainer Nikowitz

Schieder: Rechtsverbinder! Ludwig: Salonlinker! Schieder: Ah, da schau her! Seit wann is denn „Linker“ a Schimpfwort in der SPÖ, ha? Ludwig: Spätestens, seit’s de „Krone“ sagt! Schieder: Na bravo. Und seit wann halten uns wir im Mastdarm von irgendwelche Drecksblattln auf? Ludwig: Lass mi kurz amoi nachdenken … Ah ja, i hab’s: Seit ma der Marie, de ma tonnenweise durt eineschieben, hintennach robben? Also: Eh scho immer? Schieder: Des war aber, bevor sie den Basti-Fantasti entdeckt ham. Ludwig: Wie wann des früher beim oiden Dichand und dem Haider anders gwesen warat. Schieder: Unser Inseratenpolitik war net mei Idee. Wenn i mi recht erinner, war da a früherer Wohnbaustadtrat führend. Aber guat, der is so wenigstens no Bundeskanzler worden. Ludwig: Da siecht ma wieder amoi, was des Wohnbauressort für a erstklassige Kaderschmiede is. Schieder: Wegen dem Faymann? Geh bitte! Ludwig: Immerhin war er fast acht Jahr Kanzler. Und schlechtere Wahlergebnisse als des letzte von dein speziellen Freund hat er a nie geliefert. Schieder: Gehst jetzt auf den Kern a no los? Ludwig: Meinst du den Strategen, der die Partei in Richtung Grüne geöffnet hat? Hat ja super funktioniert. Schieder: Du kannst es drahen und wenden, wie du willst, aber: Die SPÖ is entweder a linke Partei – oder gar kane mehr. Ludwig: Du kannst es a drahen und wenden, wie du willst, aber: De Stimmen von de Flächenbezirke hab trotzdem immer no i. Schieder: Und i hab de Brauner Renate. Und de Frauenberger Sandra! Ludwig: Stimmt. Wie hab i des nur vergessen können? Weil: Was Besseres könnt mir eigentlich gar net passieren. Schieder: Und, Freund der Blasmusik: I hab den Häupl. Ludwig: Des is ja der einzige Grund, aus dem du da jetzt auf der Matten stehst. Nur, weil mi der Oide net leiden kann und mir was z’Fleiß machen will. Schieder: Glaubst, mir macht er damit nix z’Fleiß? I könnt a im Parlament bleiben und durt a ruhige Kugel schieben. Aber irgendwer muss schließlich dafür sorgen, dass in Wien der Kurs stimmt. Ludwig: Nur werd des halt i sein. De Bures Dorli siecht des genauso. Schieder: De hat ja bekanntlich a Schwäche für Wohnbaustadträte. Ludwig: Und der Doskozil. Und mit eam de ganze burgenländische SPÖ. Schieder: Also alle siebene. Außerdem: Is des Burgenland jetzt a scho a Wiener Flächenbezirk? Ludwig: Wir kennan da jetzt natürlich weitermachen, bis ana weint. Wir kennan aber a vernünftig sein und nach ana gemeinsamen Lösung suchen. Schieder: Und de gemeinsame Lösung schauert dann wie aus? Ludwig: So wie i. Schieder: Du hast doch überhaupt net des Format dazu. Der Wiener Bürgermeister braucht an Schmäh. Ludwig: I hab a scho ghört, dass du angeblich privat an Schmäh hast. Des erinnert mi an den Gusenbauer. Von dem ham’s a immer gsagt, dass er privat sehr wohl soziale Intelligenz hat. Schieder: Außerdem hast du überhaupt des Charisma von an gehäkelten Topfuntersetzer. Ludwig: Andere waraten froh, wenn’s wenigstens des hätten. Weil mir warat jetzt a no nie aufgfallen, dass du eigene Autogrammkarten brauchst. Schieder: Du solltest amoi dabei sein, wenn i in ana Almhütten von de Naturfreunde auf a Brettljausen geh. Da is immer a Batzen Hallo! Ludwig: Hamma vüle von denen in Favoriten? Am Laaer Berg oder wo? Schieder: I kumm in Favoriten sehr wohl a guat an. Ludwig: Wann warst denn leicht des letzte Mal durt? Oder bist leicht scho z’frieden, wenn dir auf der Tangenten kana den Vogel zeigt? Schieder: Es wird dir net gelingen, mi als wödfremden Innenstadt-Schnösel hinzustellen. I kumm aus Hütteldorf, hallo? Ludwig: A scho was. I kumm aus’m Gemeindebau. Schieder: Und des könnt i nur schlagen, wenn i unter der Brucken aufgwachsen warat, oder wie? Des wird ja immer lächerlicher. Ludwig: Wir waren amoi a Arbeiterpartei, vergessen? Schieder: I kann mein Gramsci auswendig. Und alle Arbeiterlieder aus de Zwanzger-Jahr sowieso! Ludwig: Des wird die Arbeiter von heut aber ziemlich beeindrucken. Außer vielleicht, der Gabalier macht a Unplugged-Version davon. Schieder: Und was genau prädestiniert jetzt di zum großen Arbeiterführer? Ludwig: De Gewerkschaft. De is nämlich a für mi. Schieder: Und was is mit der SJ? Oder der Sektion 8? Ludwig: Ui. De hab i vergessen. Des klingt nach an Erdrutsch. Schieder: I hoff nur, i schlaf bei deiner Rede am Parteitag net ein, damit i dann für meine fit bin. Ludwig: Simmering gegen Spittelberg. Des is Brutalität. Schieder: Möge einfach der Bessere gewinnen. Ludwig: Wie wann’s auf des ankammert.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.