© Udo Titz

Rainer Nikowitz: Von Rechts wegen
09/02/2018

Rainer Nikowitz: Von Rechts wegen

Nach dem Schandurteil gegen das gesunde Volksempfinden Herbert Kickls ist der FPÖ eines klar: So kann es nicht weitergehen. Mit der Justiz.

von Rainer Nikowitz

Strache: Servas, bester Innenminister der Zweiten Republik! Kickl: No, no, jetzt mach amol halblang. Strache: Nur ka falsche Bescheidenheit! Kickl: Bei mir? Auf gar kan Fall! Oba du weißt do, dass i dos System mit jeder Faser meines reinen Herzens ablehne. Strache: Äh …, na klar. Des tamma doch alle. Kickl: Also wenn scho, dann bitte bester Innenminister der Dritten Republik, Kanzler! Strache: Ah! Des gfallt ma!

Kickl: Dos glaub i, doss dir dos gfallt, wann di wer als Kanzler anredet. Strache: I mein net nur des. Sondern dass du überhaupt immer in deiner Wortwahl so konzentriert bist. Kickl: Als Partei-Intellektueller kann ma halt aus seiner Haut nit ausse. Entweder ma steht bei sich selber unter Genie-Verdacht oder nit. Strache: Du wirkst heut so nachdenklich. No vü mehr als sonst. I glaub, des letzte Mal, wie i di so gsehn hab, is am End „Daham statt Islam“ aussekumman. Kickl: Was soll i dir sagen? Mir is de Welt grad so entsetzlich fremd. Strache: Aber wieso denn des? Du bist doch ein klassischer Gegen-den-linken-Mainstream-und-die-Qualitäts-Fake-News-Rechter! Du machst dir doch sowieso de Welt, widdewiddewie sie dir gefällt!

Entscheiden einfach aufgrund der Gesetze und nit aufgrund meines gesunden Volksempfindens?

Kickl: Dieses Schandurteil wegen meiner Razzia liegt mir im Magen. Was glauben denn de, wer se san? Entscheiden einfach aufgrund der Gesetze und nit aufgrund meines gesunden Volksempfindens? I maan, wo samma denn? Strache: Leider no net durt, wo ma hinwollen. No lang net. Kickl: Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! I hätt guate Lust, dass i denan meine Prätorianer ins Oberlandesgericht schick, damit’s amol sehen, was „von rechts wegen“ a no bedeuten kann. Strache: Jetzt reg di net so auf! Hat halt des Imperium no amoi zurückgeschlagen, no mein Gott na. Des san doch sowieso die letzten Zuckungen!

Kickl: I zuck oba aus, solang de no zucken! Und dann kummt a no der Moser daher und derzählt was von mein „Ermittlungsdruck“! Was is mit dem? Der war doch amol ana von uns! Strache: Deserteure san halt nun amoi Kameradenmörder. Des war vor 80 Jahr so und is a heut no so. Kickl: Wir brauchen dringend a Regierungsumbildung. Der Justizminister muaß a uns ghören, damit solchane Sauereien nimmer passieren. Strache: Du weißt, dass des net geht. Kickl: Wieso nit? Weil der Kurz was dagegen hätt? Strache: Der Kurz? Geh bitte! Wie wann dem net alles wurscht warat. Na, der Bello in der Hofburg hat was dagegen.

I find des ja a super, dass de Besorgten in Chemnitz so zupackend besorgt san.

Kickl: Na und? Wann si der lang spült, nacha schick i eam a meine Prätorianer. Strache: Aber Herbert! Des könnterst net machen! Des warat a Putsch. Kickl: Na! Dos waraten besorgte Bürger, de dos dringende und vollkommen gerechtfertigte Gefühl hobn, dass se was unternehmen miassn. Wie in Chemnitz. Strache: I find des ja a super, dass de Besorgten in Chemnitz so zupackend besorgt san. Aber des kann ma do net vergleichen. Kickl: Eh nit. De AfD hat 13 Prozent – und wir 26! Mir samma no vül besorgter! Strache: Trotzdem. Jetzt warat’s amoi gscheit, wennst a bissl den Kopf einziagst und wartest, bis der Untersuchungsausschuss vorbei is. Wie willst denn den überhaupt anlegen? Kickl: Na, wie scho? Neva tschändsch ä winning formullah. Also leg I eam an wie jedes Interview im ORF: pampig, patzig, aggressiv. Und nachher beschwer i mi über den Stil von alle andern.

Und was de in Polen kennan, kennan wir no lang.

Strache: Dann wern’s aber no mehr auf di losgehn. Kickl: Eh. Typisch Jagdgesellschaft halt. Und i bin de verfolgte Unschuld. Strache: Schau: So umnachtet der Moser is, aber jetzt will er eh amoi de Staatsanwälte wieder mehr an de politische Kandare nehmen. Des kann nur guat für uns sein. Kickl: Und dos soll mi jetzt beruhigen? Strache: Des kann nur der erste Schritt sein. Nachher müss ma irgendwann bald über de Richter reden. Dass de einfach irgendwas daherentscheiden, ohne dass wir da was mitzureden ham – des kann’s ja net sein. Und was de in Polen kennan, kennan wir no lang.

Kickl: Na ja … dos klingt vernünftig. Aber es dauert mir halt zu lang. Wo soll i denn jetzt hin mit mein Zorn? Strache: Schreib a Gedicht! De Lyrik hat dir do früher a immer gholfen, wenn deine Tabletten aus waren oder was. Kickl: Hmm. Vielleicht hast recht. Lass mi amol nachdenken … Ha! I hab scho ans! Strache: So schnell? A Wahnsinn. Sag an! Kickl: Ein jeder weiß vom Nordkap bis nach Abbazia, / dass der Kickl Herbert macht die beste Razzia! Strache: Und des Hirn muaß amoi verfaulen!

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