profil vor 25 Jahren: Transitpaket und Lkw-Nachtfahrverbot

Die Europäische Gemeinschaft ist böse, die Frächter toben, der Koalitionspartner geht auf Distanz: SPÖ-Verkehrsministers Rudolf Streicher verfolgte mit einem Transitpaket und Lkw-Nachtfahrverbot das Ziel, den exorbitanten Lärmpegel auf den großen österreichischen Transitrouten Inntal-, Brenner- und Tauernautobahn zu bekämpfen.

Unter dem Titel "Stille Nacht“ wurden in profil am 5. Juni 1989 die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Anrainer untersucht und die angepeilten Maßnahmen des "Technik-Freaks“ Streicher aufgezeigt, der sich seit Monaten mit Dezibel-Messergebnissen herumgeschlagen hatte. Fazit des Ministers: Ein Nachtfahrverbot allein, mit allen üblichen Ausnahmen (eilige Güter, Lebensmitteltransporte), bringe für die Anrainer fast nichts, die Frächter und das Ausland allerdings auf die Palme. Mit Stichtag 1. Dezember 1989 trat somit ein generelles Nachtfahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen in Kraft. Davon ausgenommen: die neueren, lärmarmen Lastfahrzeuge.

profil-Autor Reinhard Tramontana widmete sich einem anderen Technik-Freak: dem Fußball-Meistermacher Ernst Happel , einem "Grantscherben“, der mit dem FC Tirol soeben Meister und Cupsieger geworden war. Es sei ein ewiges Erfolgsgeheimnis des "alten Internationalen“, dass er alle eliminiere, die seinen Vorstellungen von "professioneller Moral“ zuwiderliefen. Errannte Niederlagen seien ihm lieber als erschlenderte Siege.

Philip Dulle