Österreichische Nationalratswahl 2017: Gesamtergebnis bringt nur minimale Änderung der Stimmenanteile

Bundesminister für Inneres Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Donnerstag während der Pressekonferenz zum vorläufigen Gesamtergebnis der Nationalratswahl.

Bundesminister für Inneres Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Donnerstag während der Pressekonferenz zum vorläufigen Gesamtergebnis der Nationalratswahl.

Gesamtergebnis komplett - Wahlbeteiligung bei 80 Prozent.

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Das Ergebnis der Nationalratswahl ist komplett, alle Wahlkarten sind ausgezählt. Mit den insgesamt 795.763 abgegebenen Wahlkarten und Briefwahlstimmen stieg die Beteiligung auf genau 80 Prozent, das ist gegenüber 2013 ein Plus von 5,09 Prozentpunkte - der größte Zuwachs der Zweiten Republik. An den Stimmenanteilen änderten die rund 37.000 am Donnerstag ausgezählten Wahlkarten nicht viel.

Die Grünen blieben - auch inkl. Briefwahlstimmen - deutlich unter der Vier-Prozent-Hürde für den Verbleib im Nationalrat. Sie landeten bei 3,80 Prozent. Das ist ein Verlust von 8,62 Prozentpunkten gegenüber 2013 - und aller 24 Mandate, die sie damals geholt hatten.

Die ÖVP ist Erste mit 31,47 Prozent (plus 7,48) und 62 Mandaten. Die SPÖ wurde durch die Briefwahl-Auszählung am Montag Zweite - und liegt jetzt mit 26,86 Prozent (plus 0,04) und 52 Mandaten deutlich vor der FPÖ. Deren Stimmenanteil fiel mit den Donnerstags-Wahlkarten unter 26 Prozent, auf 25,97 Prozent (plus 5,46), sie stellt künftig 51 Abgeordnete. Die NEOS sind mit zehn Mandaten (5,30 Prozent), die Liste Pilz ist mit acht Mandaten (4,41 Prozent) im nächsten Nationalrat vertreten.

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Die Ergebnisse im Detail

So hat Ihre Gemeinde gewählt: Die Ergebnisse der Nationalratswahl 2017 in den Bundesländern, Bezirken und Gemeinden im Detail.

Wahlkarten-Auszählung bewirkt nur minimale Änderungen

Erwartungsgemäß nur minimale Änderungen im Stimmanteil bewirken die am Sonntag in fremden Wahlkreisen abgegebenen Wahlkarten, die am Donnerstag ausgezählt werden. Vier Bundesländer waren Donnerstagnachmittag bereits fertig. Das Gesamtergebnis wird der Innenminister am Abend verkünden. Er hat für 21.00 Uhr geladen, Wien geht allerdings davon aus, dass man nicht vor 22 Uhr fertig ist.

Denn die Landeswahlbehörde der Bundeshauptstadt hat den Löwenanteil auszuwerten: 16.000 von fast 37.000 Wahlkarten- und Briefwahlstimmen wurden am Sonntag von Wienern in "fremden" Wahlkreisen abgegeben.

Wesentlich weniger - nämlich für alle vier zusammen 6.400 - waren es in Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Sie hatten deshalb schon Donnerstagnachmittag ihre Ergebnisse inkl. Briefwahl und Wahlkarten fertig. Daran konnte man ablesen, dass die zweite Wahlkartentranche nicht mehr viel bewegt. In der Regel änderten sich nur die Stimmenanteile hinter dem Komma.

Eine der auffälligeren Änderungen war, dass es die Grünen in Salzburg noch über vier Prozent - 4,03 - schafften, nachdem sie am Montag inkl. klassischer Briefwahl auf 3,99 Prozent gelegen waren. Bundesweit wird es ihnen allerdings nicht gelingen, über die Vier-Prozent-Hürde zu kommen. Denn dafür müssten sie 36 Prozent der Wahlkartenstimmen bekommen. Das zeichnete sich Donnerstagnachmittag erwartungsgemäß nicht ab.

Starkes Stadt-Land-Gefälle bei Urnenwahl

Das Wahlergebnis zeigt ein starkes Stadt-Land-Gefälle: Während die SPÖ im urbanen Raum klar zulegen konnte, hätten ÖVP und FPÖ in ländlichen Gemeinden eine Zweidrittelmehrheit. Allerdings hat die ÖVP im Vergleich zu 2013 auch im städtischen Raum deutlich aufgeholt, während sie ihren Vorsprung auf die SPÖ am Land sogar noch ausbauen konnte. Briefwahlstimmen sind hier aber nicht eingerechnet.

Briefwahl-/Wahlkarten-Ergebnisse: SPÖ fix Zweite - Grüne haben kaum mehr Chancen

Die SPÖ wird doch nicht erstmals in ihrer Geschichte Dritte bei einer Nationalratswahl: Mit der Auszählung der Briefwahl am Montag überholte sie die FPÖ und liegt nun auf Platz 2. Die Grünen müssen sich darauf einstellen, den Nationalrat tatsächlich zu verlassen. Sie kamen Montagnacht nur auf 3,76 Prozent. Und am Donnerstag sind nur noch 36.000 Wahlkarten auszuzählen.

Denn am Montag wurden bereits 758.588 per Post oder bei den Bezirkswahlbehörden im eigenen Wahlkreis abgegebene Briefwahl-Stimmen ausgezählt. 753.616 davon waren gültig, das waren beinahe 15 Prozent der bisher ausgewerteten gültigen Stimmen.

NEOS und Liste Pilz haben von den Briefwahlstimmen profitiert - sind sicher im Nationalrat vertreten.

Veränderungen haben die Briefwahlstimmen bei den Mandaten bewirkt: Die FPÖ hat nunmehr zwei weniger als im Sonntags-Ergebnis, nämlich 51 - und damit auch eines weniger als die SPÖ, die bei 52 blieb. Die ÖVP bekam noch eines (auf 62) dazu, ebenso die NEOS (auf 10). Die Liste Pilz wird acht Abgeordnete stellen.

Letzte SORA-Hochrechnung: ÖVP 31,6%, SPÖ 26,9%, FPÖ 26,0%, Grüne nur 3,9%

Video: Die nächste Republik

Kommt nun etwas ganz Neues? profil-Herausgeber Christian Rainer und Innenpolitikchefin Eva Linsinger über das Wahlergebnis und die Wahlausgabe des profil.

Christian Rainer und Eva Linsinger über das Wahlergebnis

16.10.: SPÖ-Beschluss zu Koalitionsgesprächen im Wortlaut

Die SPÖ hat in ihrem heutigen Vorstand nicht nur einstimmig Parteichef Christian Kern das Vertrauen ausgesprochen sondern auch mit drei Gegenstimmen von Jugendvertretern beschlossen, der Einladung zu Koalitionsgesprächen zu folgen. Im Folgenden der Wortlaut des Beschlusses:

"Die SPÖ hat auf Basis ihres Wertekompasses die SPÖ Grundprinzipien für die künftige Zusammenarbeit mit politischen MitbewerberInnen definiert. Dieser Kompass gibt die politische Richtung vor und macht deutlich, welche moralischen, ethischen und politischen Voraussetzungen politische MitbewerberInnen und deren Vertreterinnen und Vertreter zu beachten und zu erfüllen haben, um im Rahmen einer Zusammenarbeit den erfolgreichen Weg gemeinsam mit der SPÖ gehen zu können. Die SPÖ wird auf Basis dieses Wertekompasses Gespräche mit den anderen Parteien führen. Wir werden in solchen Gesprächen für die Interessen unserer Wählerinnen und Wähler kämpfen werden und solche Gespräche klar an den Inhalten beurteilen."

16.10.: Wahlkarten: Mehr als 750.000 Stimmen fehlen noch

Der größte Teil wird am Montag, der Rest am Donnerstag ausgezählt - SPÖ dürfte noch Zweite werden, Grüne mit geringen Chancen.

16.10.: Grüne wären die vierte abgewählte Partei

Müssen sich die Grünen tatsächlich aus dem Nationalrat verabschieden, sind sie die vierte Partei, die abgewählt wurde. Das Team Stronach ging freiwillig, es löste sich während der Periode selbst auf. Vier der zehn Parteien, die die Vier-Prozent-Hürde nahmen, sind immer noch im Nationalrat: SPÖ, ÖVP, FPÖ, NEOS - und eine, die Liste Pilz, kommt heuer neu dazu.

Bei Wahlen kandidiert haben (zu einem Teil mehrfach) 81 Parteien. In den Nationalrat geschafft haben es neben den fünf jetzt gekürten SPÖ, ÖVP, FPÖ, NEOS und Liste Pilz und den Grünen vorübergehend auch KPÖ, LIF, BZÖ und Team Stronach. Wobei die Grünen die Partei wären, die sich mit Abstand am längsten (nämlich 31 Jahre) im Nationalrat hielt. Außerdem wäre angesichts ihrer festen Verankerung in den Bundesländern (dort sind sie in fünf Landesregierungen vertreten) ein Comeback bei der nächsten NR-Wahl eher wahrscheinlich.

Die Rückkehr ist bisher allerdings noch keiner Partei gelungen.

16.10.: Wann steht die Regierung?

Wie lange die Koalitionsverhandlungen dauern werden, traut sich im Moment noch niemand vorauszusagen. Im Durchschnitt dauerte die Regierungsbildung in Österreich bisher 60 Tage.

Dauer der Regierungsbildung

21:18: Vorläufiges Endergebnis: ÖVP-Triumph, SPÖ und FPÖ Kopf an Kopf

Die ÖVP hat die Nationalratswahl von Sonntag gewonnen. Die Volkspartei erreichte laut vorläufigem Endergebnis (ohne Briefwahlstimmen und wahlkreisfremden Wahlkarten) 31,36 Prozent. Die FPÖ kam in der Urnenwahl auf 27,35, die SPÖ auf 26,75 Prozent. Den Sprung über die Vier-Prozent-Hürde geschafft haben die NEOS, aber auch die Liste Pilz. Die Grünen stehen mit 3,32 Prozent vor dem Nationalrats-Aus.

Die NEOS schafften mit 4,96 Prozent den Wiedereinzug. Die Liste Pilz kam beim erstmaligen Antreten auf 4,14 Prozent in der Urnenwahl.

Das Ergebnis vom Sonntag wird (laut Hochrechnungen) durch die noch nicht ausgezählten Wahlkarten (mehr als 700.000) noch eine bedeutende Änderung erfahren. Nach den Berechnungen der ARGE Wahlen (für die APA) sowie von SORA (für den ORF) wird die SPÖ voraussichtlich die FPÖ noch von Platz zwei verdrängen. Die Liste Pilz dürfte mit den Briefwahlstimmen ihr knappes Urnen-Ergebnis von 4,1 Prozent noch um einige Zehntelprozentpunkte verbessern. Die Grünen werden trotz prognostiziertem besseren Abschneiden bei den Briefwählern den Einzug aller Voraussicht nach nicht schaffen.

20:55: Vorläufiges Endergebnis (Achtung: ohne Wahlkarten)

ÖVP 31,36 % (+7,37)
FPÖ 27,35 % (+6,84)
SPÖ 26,75 % (-0,07)
Grüne 3,32 % (-9,1)
Neos 4,96 %
Pilz 4,14 %

20:48: Meinungsforscher nicht überrascht

Experten sind vom Ausgang der Nationalratswahl nicht überrascht. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer rechnet damit, dass es rasch zur Bildung einer schwarz-blauen Koalition kommen könnte. Politikberater Thomas Hofer betonte gegenüber der APA, dass Rot-Blau nach derzeitigem Stand nicht vom Tisch sei. Auch Meinungsforscher Peter Hajek verwies darauf, dass die FPÖ nun in einer guten Verhandlungsposition sei.

Zuletzt wurden die Meinungsforscher nach Wahlen für ihre Umfragen, die sich nicht mit dem Wahlausgang deckten, oft gescholten. Bachmayer hob denn auch hervor, dass seine Umfrage von letzter Woche das Ergebnis der Nationalratswahl (laut den derzeitigen Hochrechnungen) ziemlich genau vorausgesagt hat - insofern sei der Ausgang für ihn "nicht überraschend".

Bachmayer befand, dass eine schwarz-blaue Koalition an Wahrscheinlichkeit gewonnen habe. Eine weitere Zusammenarbeit von ÖVP und SPÖ wäre zwar möglich, aber nur mit geändertem Personal, meint Bachmayer - also ohne Christian Kern und wahrscheinlich mit Hans Peter Doskozil als rote Spitze. Es gebe allerdings eine "starke Bestätigung" der ÖVP und der FPÖ, weshalb der Meinungsforscher damit rechnet, dass es nun möglicherweise recht rasch zu einer entsprechenden Regierungsbildung kommt. Um den Rückenwind des Kurz-Erfolgs zu nutzen und im Fall von Schwarz-Blau möglichen Gegenwind abzufangen, könnte auch die eine oder andere Landtagswahl nächstes Jahr, etwa in Niederösterreich, vorverlegt werden, erwartet Bachmayer.

Der Wahlsieger sei unbestritten ÖVP-Chef Sebastian Kurz, unterstrich auch Hofer. Wermutstropfen für den ÖVP-Chef sei aber, dass Rot-Blau nicht vom Tisch sei, sollte die SPÖ tatsächlich Zweiter sein. Wie Hajek verweist auch Hofer darauf, dass die FPÖ allein dadurch in Verhandlungen mit der ÖVP ihren "Preis ordentlich hochtreiben" könne, was etwa Ministerposten betrifft.

Peter Hajek zum vorläufigen Wahlergebnis

Meinungsforscher Peter Hajek zum vorläufigen Wahlergebnis

Plus und klarer Sieg: Rote können sich auf Wien verlassen

Die Roten können sich auf Wien verlassen: Hier konnte die SPÖ laut dem vorläufigen Endergebnis (also noch ohne Wahlkarten, Anm.) bei der heutigen Nationalratswahl ihren ersten Platz verteidigen - und sogar mehr dazugewinnen als die FPÖ. Die SPÖ kam auf 35 Prozent , ein Plus von 3,3 Prozentpunkten. Am stärksten legte die ÖVP zu, ein totales Desaster erlebten hingegen die Grünen.

Die FPÖ kam auf 23,1 Prozent , ein Zuwachs von 2,6 Prozentpunkten. Die ÖVP kletterte um 6 Prozentpunkte nach oben. Ein Stimmanteil von 20,6 Prozent ergibt aber in der Hauptstadt nur den dritten Platz. Die NEOS schnitten in Wien mit 6 Prozent durchaus ähnlich ab wie beim Urnengang 2013, wenn auch mit einem kleinen Minus von 1,6 Prozentpunkte.

Die Grünen , also der Koalitionspartner der SPÖ auf Stadtebene, mussten einen Absturz im Ausmaß von 11,1 Prozentpunkten einstecken. Unterm Strich blieben magere 5,3 Prozent übrig. Die Liste Pilz schaffte in der Bundeshauptstadt auf Anhieb 7,3 Prozent .

Der Blick auf die Bezirke ergibt ebenfalls ein völlig neues Bild: Waren 2013 die westlichen Innergürtelbezirke (Wieden, Mariahilf, Neubau, Josefstadt und Alsergrund) noch grün eingefärbt, führt hier nun überall die SPÖ. Währing wechselte von Schwarz auf Rot, Döbling wiederum von Rot auf Schwarz.

19:53: ARGE: ÖVP mit 61 Mandaten, SPÖ und FPÖ mit je 52

10 Mandate für NEOS, 8 Sitze für Liste Pilz.

Laut der aktuellen Hochrechnung der ARGE Wahlen sind laut der Mandats-Verteilung drei Zweier-Koalitionen möglich. Sowohl Schwarz-Rot, Schwarz-Blau und Rot-Blau verfügen demnach über klare Mehrheiten im Nationalrat.

Die ÖVP kommt demnach auf 61 Sitze, SPÖ und FPÖ auf je 52 Mandate. Die NEOS würden mit zehn Abgeordneten in das Hohe Haus einziehen. Die Liste Pilz wird mit acht Abgeordneten im neuen Nationalrat vertreten sein.

Voraussetzung für diese Annahme ist, dass die Grünen - wie es derzeit sowohl die Hochrechnungen der ARGE Wahlen wie auch jene von SORA prognostizieren - den Sprung über die Vier-Prozent-Hürde nicht schaffen. Sollten die Grünen mit den Wahlkarten doch noch in den Nationalrat einziehen, so könnte aufgrund der Wahlarithmetik der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass SPÖ und FPÖ nicht mehr über eine entsprechende Mandatsmehrheit verfügen.

19:32: Pilz nun auch bei ARGE-Hochrechnung im Nationalrat

Eine aktualisierte Hochrechnung der ARGE Wahlen sieht nun wie jene von SORA die Liste Pilz im Nationalrat. Demnach kommt die neue Liste auf 4,3 Prozent . Die Grünen hingegen sieht die Hochrechnung mit 3,8 Prozent weiterhin knapp gescheitert, die NEOS sind fix im Nationalrat. Weiter eng ist das Match um Platz zwei zwischen SPÖ und FPÖ. Die ÖVP ist klare Nummer eins.

Fix ist das Rennen um den Einzug bei den "Kleinen" allerdings noch nicht. Denn die vielen Briefwahlstimmen, die erst am Montag und am Donnerstag fertig ausgezählt werden, sind ein Unsicherheitsfaktor. In der Hochrechnung der ARGE Wahlen sind diese mittels Hochschätzung bereits berücksichtigt. Der Hochrechnung liegt ein Auszählungsgrad bei der Urnenwahl von 92 Prozent zugrunde.

Klarer Wahlsieger ist die ÖVP , die mit 31,4 Prozent auf ein Plus von 7,4 Prozentpunkten gegenüber dem Ergebnis aus dem Jahr 2013 kommt. Weiterhin ein Kopf an Kopf-Rennen liefern sich Rot und Blau um den zweiten Rang: Die SPÖ liegt demnach bei 26,6 Prozent , die FPÖ bei 26,5 Prozent .

Den Wiedereinzug fix geschafft haben die NEOS , die mit 5,3 Prozent ein minimales Plus verzeichnen (2003: 5,0 Prozent).

Ergebnis der Nationalratswahl - Hochrechnung

Ergebnis der Nationalratswahl - Hochrechnung

19:01: Kurz "überglücklich und überwältigt"

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat sich Sonntagabend "überglücklich und überwältigt" über seinen Wahlsieg gezeigt. "Ich nehme diese Verantwortung mit großer Demut an", sagte Kurz in einer ersten Stellungnahme vor seinen Anhängern unter minutenlangem Applaus. "Wir haben ein Ziel verfolgt und wir haben das Unmögliche möglich gemacht", bedankte sich Kurz bei seinen Mitstreitern und den Wählern.

Man habe von den Wählern eine "sehr große Verantwortung" übertragen bekommen, viele Menschen setzten große Hoffnung in die "Bewegung", meinte Kurz. Er verspreche, mit voller Kraft und vollem Einsatz für Veränderung zu kämpfen. Es gebe viel zu tun, es gelte, einen neuen politischen Stil zu etablieren.


Enormer Rechtsrutsch

SPÖ-Chef Christian Kern


Nehme diese Verantwortung mit großer Demut an

ÖVP-Chef Sebastian Kurz

18:48: Pinke Euphorie machte bescheidener Freude Platz

Pinke Euphorie bei der ersten Hochrechnung, dann immerhin noch bescheidene Freude: In der NEOS-Wahlzentrale nahm man die sinkenden Werte bei den Hochrechnungen gelassen hin. Echte Enttäuschung gab es unter den Mitgliedern lediglich, als die Verluste in Wien bekannt wurden. Echtes Bedauern, als das drohende Scheiden der Grünen aus dem Nationalrat bekannt wurde.

18:34: Pilz fängt noch nicht zum Feiern an

Peter Pilz hat sich vorsichtig optimistisch über das Wahlergebnis seiner Liste geäußert. "Ich fang noch nicht zum Feiern an", sagte Pilz beim Einzug in das Medienzentrum Sonntagabend.

Wenn der derzeit prognostizierte Einzug in den Nationalrat eintrifft, sei das eine gute Basis für einen politischen Gegenpol und eine Alternative. Mit ihm würde "die beste Kontrolle" ins Parlament einziehen. Pilz zeigte sich betroffen, dass es die Grünen möglicherweise nicht in den Nationalrat schaffen könnten. Er habe seiner früheren Partei den Einzug gewünscht. Dass die FPÖ wahrscheinlich der nächsten Regierung angehören werde, davor grause ihm.

18:12: Köstinger: ÖVP wird mit allen sprechen

ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger hat sich bei ihrem ersten Auftritt nach der Hochrechnung auf der Bühne überwältigt gezeigt. Die ÖVP will jetzt mit allen Parteien sprechen, erklärte sie danach gegenüber Journalisten. Währenddessen wurden in der ORF-Übertragung die jüngsten Daten gezeigt, woraufhin wieder Jubel in der Wahlzentrale aufbrandete.

Köstinger sprach bereits von einem "historischen" Ergebnis, das Sebastian Kurz geschuldet sei. Er habe der Partei ein neues Gesicht gegeben, so die Generalsekretärin. Wenn die Partei Erster ist, werde man demokratisch mit allen sprechen, jede Variante könne ins Auge gefasst werden, ließ sie sich noch keine Präferenz entlocken. Auch dass die SPÖ und die FPÖ eine Regierung bilden, sei nicht ausgeschlossen. Es gebe hier gute Verbindungen und Sympathien, meinte Köstinger.

Eva Linsinger zu den ersten Hochrechnungen

profil-Innenpolitikchefin Eva Linsinger kommentiert die erste Hochrechnung

Christian Rainer zu den ersten Hochrechnungen

profil-Herausgeber und Chefredakteur über die aktuellen Entwicklungen.

17:45: Felipe: "Sehr betroffen"

Katastrophenstimmung hat bei den Grünen am Sonntag nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen zur Nationalratswahl geherrscht. "Dieses erste Ergebnis macht uns alle sehr betroffen", sagte Bundessprecherin Ingrid Felipe auf der Bühne des "Metropol".

Betroffen sei sie, "weil wir auch wissen, welche Personen dahinter stecken", aber auch angesichts der Zuwächse der anderen Parteien: "Das ist ein Rechtsruck, und es ist ein demokratisch herbeigeführter Rechtsruck", so Felipe. "Es macht nachdenklich, was in unserer Republik los ist."

17:18: SORA/ORF: ÖVP klar vor FPÖ und SPÖ

Laut Hochrechnung von 17.08 Uhr - ÖVP 30,2 - FPÖ 26,8 - SPÖ 26,3 - NEOS 5,3 - GRÜNE 4,9 - PILZ 4,3 .

Laut einer Hochrechnung von SORA/ORF von 17.08 Uhr (Auszählungsgrad: 42,4 Prozent ) liegt die ÖVP mit 30,2 Prozent klar vor der FPÖ mit 26,8 Prozent und der SPÖ mit 26,3 Prozent. Die Kleinparteien dürften den Einzug in den Nationalrat demnach knapp schaffen.

Die NEOS kommen auf 5,3 Prozent, die Grünen nur mehr auf 4,9 Prozent. Auch die Liste Pilz liegt demnach mit 4,3 Prozent knapp über der Vier-Prozent-Hürde. Das würde für die ÖVP ebenso wie für die FPÖ einen Gewinn von plus 6,3 Prozentpunkten bedeuten. Die SPÖ würde demnach 0,6 Prozentpunkte verlieren. Schwere Verluste von 7,5 Prozentpunkten bedeutet dies für die Grünen. Die NEOS hätten einen Gewinn von 0,3 Prozentpunkten zu verbuchen. Die Schwankungsbreite dieser Hochrechnung inklusive Wahlkarten-Prognose liegt bei 2,4 Prozent.

Die Wahlbeteiligung dürfte laut dieser Hochrechnung bei 79 Prozent liegen.

17:13: Türkiser Jubel bei erster Hochrechnung in ÖVP-Wahlzentrale

In der ÖVP-Wahlzentrale im Kursalon Hübner brandete tosender Applaus und Jubel aus, als im ORF auf der Videowall die erste Hochrechnung gezeigt wurde. Generalsekretärin Elisabeth Köstinger stand kurz davor noch auf der Bühne und bedankte sich bei den Unterstützern: "Ihr seid ein Wahnsinn, vielen Dank."

Der Saal im Kursalon war gesteckt voll, Kandidaten und Minister, etwa Andrä Rupprechter oder Harald Mahrer, auch Sophie Karmasin, die einen Rückzug aus der Politik angekündigt hatte, fanden sich ein. Auch die frühere FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess wurde gesichtet.

Köstinger, sie trug passend zum neuen Design der Volkspartei einen türkisen Gürtel zum schwarzen Outfit, wies bei ihrem kurzen Auftritt auf der Bühne knapp vor der Hochrechnung darauf hin, dass es der ÖVP in den vergangenen Jahren 50 Jahren zwei Mal gelungen sei, den ersten Platz zu erreichen. Mit einem ersten Statement der Generalsekretärin zu den aktuellen Daten ist gegen 17.30 Uhr zu rechnen.

16:52: Die Parteizentralen füllen sich

Die ÖVP-Wahlzentrale im Kursalon Hübner hat sich am Sonntag gut gefüllt. Kurz vor 16.30 Uhr traf auch Generalsekretärin Elisabeth Köstinger ein, Statement gab es von ihr vorab allerdings keines.

Vor der SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße hat am Sonntag rund eine Stunde vor Wahlschluss Schanigartenflair vorgeherrscht. Im Gastgarten direkt beim Eingang versammelten sich vor allem Partei-Mitarbeiter und Journalisten und genossen auf Holzpaletten-Möbeln die letzten Sonnenstrahlen. Das weitläufige Festareal mit überdachtem Platz und Zelt füllte sich allmählich.

Ruhig verlief der Nachmittag des Wahlsonntags in der FPÖ-Parteizentrale in der Reichsratstraße hinter dem Parlament. Parteigranden waren keine zu sehen, dafür hatten sich zahlreiche Medienvertreter in der blauen Wahlzentrale eingefunden. Die FPÖ-Funktionäre wirkten angespannt und optimistisch zugleich. Die Gespräche drehten sich vor allem um die vielen Gerüchte um das mit Spannung erwartete Wahlergebnis.

15:22: Ruhe vor dem Sturm im Medienzentrum

Die Ruhe vor dem "Wahl-Sturm" herrscht wenige Stunden vor der ersten Hochrechnung im Medienzentrum in der Österreichischen Nationalbibliothek. Rund 900 Medienvertreter aus aller Welt haben sich im Vorfeld für die Nationalratswahl akkreditiert, mehr als bei der Bundespräsidentenstichwahl im vergangen Jahr, sagte ein Verantwortlicher des Bundespressedienstes der APA.

Auch bei den bisherigen Nationalratswahlen habe es noch nie so ein Medienaufkommen gegeben. Zu diesen 900 Akkreditierten würde natürlich auch technisches Personal zählen, hieß es. Auf drei Etagen wurde am Nachmittag unter anderem noch fleißig letzte Hand an den verschiedenen Wahlstudios angelegt und gewerkelt.

14:45: NR-Wahl: Publizierte Ergebnisse laut BMI "purer Nonsens"

Im Innenministerium reagiert man verärgert darauf, dass auf einzelnen Social-Media-Accounts Zwischenergebnisse oder gar Hochrechnungen publiziert werden. Diese seien "purer Nonsens". Es gebe für diese Daten keinerlei Grundlage. Überall, wo entsprechende Meldungen kursierten, werde das BMI mit einer Klarstellung antworten.

Erste Ergebnisse ab 17:00 Uhr

profil wird heute, Sonntag, kurz nach 17:00 Uhr über erste Hochrechnungen zur Nationalratswahl berichten. Der Verfassungsgerichtshof hat die Weitergabe von Teilergebnissen vor Wahlschluss verboten, das Innenministerium liefert die nötigen Daten damit ab 17:00 Uhr.