Landtagswahlen 2015: Wien, Steiermark, Oberösterreich und Burgenland wählen

Landtagswahlen 2015: Wien, Steiermark, Oberösterreich und Burgenland wählen

Vier Landtage sind 2015 zu wählen, in einem schwarzen und drei roten Ländern. In der Steiermark ist die große Frage, ob die SPÖ vorne bleibt. In Oberösterreich und Wien stehen Koalitionen von ÖVP und SPÖ mit Grünen am Prüfstand. Los geht es jedoch im Frühjahr im Burgenland.

Auf Bundesebene bedeuten die vielen Wahlen wohl erst ein zähes Ringen um die Steuerreform und dann eine Zeit ohne große Reformen, aber dafür womöglich mit Obmanndebatte/n.

Faymann uner Druck
Im späten Frühjahr ist die erste Wahl - am 31. Mai im Burgenland
-, dann folgt vielleicht gleich noch Wien, vielleicht auch erst gemeinsam mit der Steiermark und Oberösterreich im Herbst. Schwer haben wird es im Bund vor allem SPÖ-Chef Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). Die drei roten Landeschefs, die vor der Wahl stehen, erwarten sich von ihm eine Steuerreform mit deutlich roter Handschrift. Fällt der Kompromiss mit der ÖVP nicht nach ihrem Geschmack aus, muss wohl der Bundeschef als Sündenbock für Wahlverluste herhalten und vielleicht auch Obmanndebatten durchstehen.

Vergleichsweise entspannt kann ÖVP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner - nach seinem glatten Start an der Bundesparteispitze - ins Wahljahr gehen: In seinem Heimatland Oberösterreich droht der ÖVP mit LH Josef Pühringer an der Spitze kein großes Ungemach. Auch Zweiter in der Steiermark zu bleiben, wäre nicht allzu schlimm - und wenn die Wiener ÖVP Vierte hinter den Grünen würde, wäre das wohl auch kein allzugroßer parteiinterner Aufreger.

Die FPÖ setzt vor allem auf Wien, wo Landes- und Bundesparteichef Heinz-Christian Strache sich zum Bürgermeister-Herausforderer stilisiert hat. Jedenfalls hat er das parteiintern stärkste Ergebnis (25,77 Prozent) zu verteidigen - wobei ihm Vorarlberg mit 23,42 Prozent recht knapp auf den Fersen ist. Erfolgreich könnte die Wahl in der Steiermark laufen, wo die Blauen Stimmen der von der SP-VP-"Reformpartnerschaft" Enttäuschten einsammeln könnten.

Die Grünen wollen weiter mitregieren
Die Grünen gehen in zwei Länder als Regierungspartei in die Wahl
- in Oberösterreich schon zum zweiten Mal als Teil der schwarz-grünen Koalition, in Wien mit der einzigen (rein) rot-grünen Zusammenarbeit Österreichs. Ziel ist in beiden Länder die Fortsetzung der Koalition, in Wien sollten dafür noch die Verhandlungen über das neue Wahlrecht gelingen. Auf einen weiteren Machtzuwachs - wie 2013/14 erlebt - können die Grünen aber nicht recht hoffen: Sowohl in der Steiermark (5,55 Prozent) als auch im Burgenland (4,15) - derzeit ihre beiden schwächsten Landtagsergebnisse - müssten sie sehr kräftig zulegen, um für eine Koalition in Betracht zu kommen.

Hoch interessant wird 2015 für die NEOS. Nach ihrem Überraschungserfolg bei der Nationalratswahl mussten sie schon bei der Vorarlberg-Wahl 2014 zur Kenntnis nehmen, dass die Verankerung in den Ländern eine große Herausforderung für eine junge Partei ist. Wobei sie in Vorarlberg mit 6,89 Prozent den Einzug ins Landesparlament ohne Probleme schafften - aber auf viel mehr gehofft hatten.

Ob man das Team Stronach auf einem Stimmzettel finden wird, wird sich noch zeigen. Für die Steiermark haben es die Erben "Franks" fest vor - sehen sie dort doch ein großes Wählerpotenzial in den Stronachschen Unternehmen.

Nicht wirklich zu erwarten sind 2015 viele neue, bunte Koalitionen, wie sie die Jahre 2013/14 brachten. Da zogen die Grüne in vier der fünf Länder, die ihren Landtag kürten, in die Regierung ein: In Kärnten mit SPÖ und ÖVP, in Salzburg mit ÖVP und Team Stronach, in Tirol und in Vorarlberg mit der ÖVP - so dass sie mit Wien und Oberösterreich aktuell in sechs Ländern mitregieren.

SPÖ-Burgenland wird Platz 1 behaupten
Vorreiter dafür war Oberösterreich, wo LH Josef Pühringer schon 2003 mit der Ökopartei zusammenging. Schwarz-Grün hat dort schon eine Wahl überdauert und die Chancen für eine zweite Fortsetzung stehen nicht schlecht. Michael Häupl in Wien ist auch Vorreiter - nämlich für Rot-Grün, für das er sich 2010 entschied. Den Mariahilfer Straßen-Wirbel hat die Koalition überstanden, aktuell ringt sie um ein neues Wahlrecht, das der SPÖ das Erlangen der Absoluten schwerer machen soll.

Eine solche hat derzeit nur mehr ein ÖVP-Landeshauptmann: Erwin Pröll in Niederösterreich schaffte es 2013, sie zu halten. Das derzeit beste SPÖ-Ergebnis hält Hans Niessl im Burgenland mit 48,26 Prozent - ob er weiter roter Spitzenreiter bleibt, wird die Wahl am 31. Mai zeigen. Parteiintern Zweiter ist Wien mit 44,34 Prozent.

Sicher ist Niessl allerdings der erste Platz im Burgenland - wovon Franz Voves in der Steiermark nicht ausgehen kann. In Salzburg verlor Gabi Burgstaller den unter Schwarz-Blau im Bund eroberten Spitzenplatz der SPÖ 2013 wieder. In der Steiermark hat sich Voves mit der ÖVP zur "Reformpartnerschaft" zusammengetan - und damit starke Konkurrenz auf den Plan gerufen: Die FPÖ wurde in der Steiermark bei der Nationalratswahl Erste und bei der EU-Wahl Zweite hinter der ÖVP.

Zudem stehen heuer auch mehrere Gemeinderatswahlen am Programm. Neben der Steiermark wählen die Gemeinden in Niederösterreich am 25. Jänner ihre lokalen Vertreter, Kärnten folgt im März.

(APA/Red.)