profil-Morgenpost: Deal oder No Deal, das ist hier die Frage!

Boris Johnson

Boris Johnson

Guten Morgen!

Kopfschüttelnd blickt man auf die Nachrichtenlage, auf das sich täglich sich verschärfende (und in nicht zu erahnende Tiefen vordringende) „No-Deal“-Brexit-Chaos beispielsweise, das der britische Premier Boris Johnson gerade entfesselt; oder auch auf die kaum noch zu überbietende wissenschaftliche Inkompetenz, die vor ein paar Tagen in jenem Historikerkommissionsbericht sicht- und lesbar wurde, den die FPÖ so lange angekündigt hatte. profil spürt der Genese dieser „Blamage“ und „Selbstschädigung“, wie es Christa Zöchling in einem profil-podcast formuliert, in der aktuellen Ausgabe nach.

Bizarres ereignet sich aber auch abseits solch nationalkonservativer Ausfallsschritte. Ein UN-Experte, der den sich fortsetzenden Völkermord an der muslimischen Minderheit in Myanmar untersucht, fordert – wie profil herausgefunden hat – Österreichs Behörden dringend auf, zu untersuchen, wie es dazu kommen konnte, dass das Wiener Unternehmen Schiebel dem südostasiatischen Schurkenstaat trotz eines strikten EU-Embargos High-Tech-Hubschrauberdrohnen verkauft hat. Aus der genannten Firma dringt nun der an Präzision kaum zu überbietende Satz, man habe „eine nicht genannte Zahl von Drohnen zu einem nicht genannten Zeitpunkt an einen nicht genannten Kunden“ im „Bergbau und Straßenbau“ geliefert. Man habe keine Erklärung dafür, wie das Militär an die Drohne gelangt sein könnte. Österreichs Wirtschaftsministerium, das wohl die notwendigen Exportlizenzen ausgestellt hat, schweigt zur Causa.

Und apropos Innenpolitik: Fast zwei Drittel der Österreicher haben, wie eine neue profil-Umfrage ermittelt hat, ihre Entscheidung, was die kommende Nationalratswahl angeht, bereits getroffen. Nur 27 Prozent der Bevölkerung, liest man staunend, seien noch unentschlossen. Was aber bedeutet dies für die Austro-Psyche? Sind wir superschnelle Entscheider, von politischen Zweifeln weitgehend freie Subjekte oder bloß stockkonservative Geister? profil wird auch an dieser Frage dranbleiben.

Wir danken für die Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen einen hervorragenden Start in die neue Woche.

Stefan Grissemann