Morgenpost: Dienst-Fahrrad oder doch lieber BMW?

Umwelt- und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) gestern am Weg zur Amtsübergabe in ihr Ministerium.

Umwelt- und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) gestern am Weg zur Amtsübergabe in ihr Ministerium.

Guten Morgen!

Gestern ist etwas passiert, das noch vor einem Jahr kaum jemand für möglich gehalten hätte: Ein grüner Bundespräsident (okay, er kandidierte offiziell als Parteiloser, aber richtig mitbekommen hat das niemand) gelobte einen grünen Vizekanzler an.

Das heißt: Ab heute ist eine neue Regierung am Werk. Und die muss auch irgendwie ins Büro kommen. Weil die Grünen neben ein paar anderen Dingen nun auch den Verkehr reformieren wollen, kommt der Frage nach dem Dienst-Verkehrsmittel der Wahl zwar keine weltrettende aber doch zumindest symbolische Bedeutung zu.

Vizekanzler und Kulturstaatssekretärin wollen E-Auto fahren , die Umweltministerin mit dem Fahrrad . Justizministerin sowie Sozialminister kündigten laut Gratiszeitung „Heute“ an, so weit möglich zu Fuß zu gehen und nur im Notfall die Öffis zu benutzen. Das ist doch eher ein Kontrast zur ÖVP, die in der vergangenen Regierung noch mit starken Motoren anreiste: Das fand profil heraus, als es im vergangenen Jahr bei allen Ministerien anfragte, wie umweltschonend die türkis-blaue Regierung unterwegs war.

Fünf Türkise von damals haben es auch in die neue Koalition geschafft – vor allem die Nachhaltigkeitsministerin war teuer und mit Wumms unterwegs (hier gereiht nach PS):

Elisabeth Köstinger (damals Nachhaltigkeit und Tourismus):
BMW 745 Le xDrive, Diesel-Hybrid, 394 PS

Margarete Schramböck (Wirtschaft):
BMW 740 iL xDrive, Diesel, 343 PS

Sebastian Kurz (Bundeskanzler):
BMW 740 Ld xDrive, Diesel, 320 PS

Gernot Blümel (damals EU, Kunst, Kultur, Medien):
Audi A8 Lang 50 TDI quattro, Diesel-Hybrid, 286 PS

Heinz Fassmann (Bildung und Wissenschaft):
BMW 730 Ld, Diesel, 265 PS

Ob die Grünen auch wirklich mit dem Fahrrad zu Staatsempfängen und Bällen strampeln, wird sich zeigen. Schließlich werden Dienstwägen einer Regierung auch nach Sicherheitskriterien ausgesucht: Sie sollen in einer Kolonne und im Notfall schnell fahren können. Der ehemaligen Außenministerin Karin Kneissl reichte dafür ein Diesel mit 265 PS – und sie bewirtete immerhin den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Wir wünschen jedenfalls einen guten Weg ins Büro – und werfen weiterhin ein Auge darauf, mit welchen Verkehrsmitteln die neue Klimaschutz-Regierung sich bewegt!

Christoph Zotter

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