Österreichische Drohnen nach Myanmar geliefert

Ein Camcopter S-100 während einer Flugvorführung in Wiener Neustadt

Ein Camcopter S-100 während einer Flugvorführung in Wiener Neustadt

Militär präsentiert High-Tech-Hubschrauber bei Parade – Hersteller Schiebel sieht keinen Verstoß gegen EU-Embargo.

Der niederösterreichische Drohnenhersteller Schiebel lieferte eine unbekannte Stückzahl seines unbemannten Mini-Hubschraubers Camcopter S-100 nach Myanmar, wie profil in seiner aktuell erscheinenden Ausgabe berichtet. Gegen das südostasiatische Land besteht ein EU-Embargo, das seit dem 26. April 2018 nicht nur Waffen und Militärgüter umfasst sondern auch Exporte, die militärisch oder zivil genutzt werden können wie den Camcopter S-100.

Militär und Grenzpolizei des Landes wird vorgeworfen, an den zahlreichen Massakern an der muslimischen Minderheit Rohingya beteiligt zu sein. Ein UN-Ermittler bezeichnete die militärischen Operationen Myanmars im vergangenen Herbst als „Völkermord“.

Schiebel sieht keinen Verstoß gegen EU-Embargo

In einem profil vorliegenden Video des Militärsenders MWD vom 24. Dezember 2018 ist zu sehen, wie Soldaten einen Camcopter S-100 steuern. Schiebel schreibt in einer Stellungnahme an profil, der Käufer des militärisch einsetzbaren Aufklärungshubschrauber habe dem Unternehmen gegenüber angegeben, die Drohne zur „Überwachung und Kartographierung im Bergbau und Straßenbau“ einzusetzen.

Die Lieferung habe laut Schiebel nicht gegen das noch immer laufende EU-Embargo verstoßen, das Wirtschaftsministerium habe die dafür notwendigen Exportlizenzen ausgestellt. Wer der Kunde des Unternehmens in Myanmar war, wann genau die Geräte exportiert wurden und in welcher Stückzahl, beantwortete Schiebel nicht.