Sebastian Kurz: „Die Bilder waren auch für mich furchtbar.“

Sebastian Kurz

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Der Außenminister zur Schließung der Balkanroute vor einem Jahr: „Es war gut, dass es uns gelungen ist, das Weiterwinken zu beenden.“ Jetzt müsse Italien seine Politik ändern.

Vor einem Jahr wurde, orchestriert von Österreich, die Balkanroute für Flüchtlinge geschlossen. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe von profil zieht Außenminister Sebastian Kurz eine positive Bilanz. „Es war gut, dass es uns gelungen ist, das Weiterwinken zu beenden und von bis zu 15.000 Migranten pro Tag schlagartig auf unter 1.000 und später noch deutlich darunter zu kommen.“ Seine These sei richtig gewesen, so Kurz: „Die Menschen sind nicht nur auf der Suche nach Sicherheit, sondern vor allem auf der Suche nach einem besseren Leben in Mitteleuropa.“


Der Außenminister übt scharfe Kritik an Italien, das noch immer auf eine „Politik der offenen Grenzen“ setze. „Italien muss die Flüchtlinge noch auf den Inseln stoppen, mit europäischer Hilfe versorgen und zurückbringen, beziehungsweise zur freiwilligen Rückkehr bewegen.“ Sollte das nicht passieren, will Kurz nicht ausschließen, dass Österreich den Brenner dicht macht. „Wenn die Flüchtlingszahlen steigen, wird es mehr nationale Maßnahmen geben.“