Frisch ausgetreten: Sonja Ablinger legte nach 30 Jahren ihre SPÖ-Parteimitgliedschaft zurück
Sonja Ablinger: "Es braucht eine starke linke und progressive Bewegung"

Sonja Ablinger: "Es braucht eine starke linke Bewegung"

Sonja Ablinger: "Es braucht eine starke linke und progressive Bewegung"

Drucken

Schriftgröße

profil: Was müsste sich in der SPÖ ändern, dass Sie Ihre Entscheidung nochmals überdenken würden? Sonja Ablinger: Ich bin Sozialdemokratin und habe mir meinen Austritt lange und intensiv überlegt. Mit der rot-blauen Koalition hat die SPÖ nicht nur ihre Glaubwürdigkeit beschädigt. Wenn die Sozialdemokratie wieder zu ihren Grundsätzen zurückfindet und glaubwürdig für sie kämpft, dann würde ich mitkämpfen.

profil: Wie viel Sozialdemokratie steckt noch in der SPÖ? Ablinger: Die SPÖ hat ein sozialdemokratisches Parteiprogramm, das merkt man aber nicht mehr.

Ich hoffe, dass der Wahlkampf in Wien nicht allen den Magen verdirbt

profil: Die SPÖ findet auf aktuelle Ängste und Probleme der Bevölkerung anscheinend keine Antworten mehr. Braucht es eine neue linke Kraft im Land? Ablinger: Es braucht eine starke linke und progressive Bewegung, nicht nur hierzulande. Ich habe immer gehofft, dass die SPÖ ein Teil davon sein kann.

profil: Fürchten Sie sich schon vor dem Ausgang der Wien-Wahl? Ablinger: Fürchten war für mich in der Politik noch nie eine Kategorie. Ich hoffe, dass der Wahlkampf nicht allen den Magen verdirbt.

Zur Person: Sonja Ablinger (49) war zwischen 1996 und 1999 bzw. 2006 und 2013 SPÖ-Abgeordnete im Nationalrat und SPÖ-Kultursprecherin. SP-Nationalratsabgeordnete. Seit Mai 2015 ist sie Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings. Ablinger war 30 Jahre lang Mitglied der SPÖ.