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Portfolio
05/15/2017

profil-DAC-Wein-Test 2017: Die Siegerweine

Über 200 gebietstypische Weine wurden von der profil-Expertenjury verkostet. Hier sind die besten des Jahres. Alle Siegerweine erhältlich unter www.neunweine.at/profil!

von Sebastian Hofer

Julius Klein

Weinviertel DAC (ex aequo). Schon relativ früh, ganz genau im Jahr 1788, hat sich die Familie Klein aus Pernersdorf im Retzer Land auf den Weinbau verlegt und dabei konsequent das gemacht, was im Retzer Land im Lauf der Jahre noch viele machen sollten: Grünen Veltliner. Aktuell sind am Weingut zwei Juliusse (lat.: Julii) am Werk, nennen wir sie der Einfachheit halber Senior und Junior. Die Aufgabenteilung gerät dabei relativ klassisch: Senior hält die Tradition auf Schiene, Junior die Zukunft im Blick, seit Kurzem als offizieller Betriebsleiter (und nicht ganz zufällig auch Mitglied der „Jungen Wilden Winzer“). Der Spagat zwischen Tradition und Moderne lässt sich im 2010 neu gestalteten Weingut auch optisch sehr gut nachvollziehen, wenn man zuerst einmal den 300 Jahre alten Gewölbekeller besucht und dann zu den Stahltanks in der modernen Kellerei hinüberschielt, wo auch der Ex-aequo­Sieger der aktuellen profil-DAC-Verkostung entstand: Der famose, eigentlich ganz klassische, aber eben doch auch enorm ausdrucksstarke Weinviertel DAC aus der Ried Wiege.

Johann & Hans Schöller

Traisental DAC (Kategorie Riedenwein). Die Postanschrift darf uns jetzt nicht verwirren. Da steht zwar Wagram, es ist aber ganz eindeutig Traisental drinnen, und zwar typischstes. Hans (Seniorchef) und Johann (Juniorchef) Schöller bewirtschaften elf Hektar Rebfläche am Wetterkreuzberg bei Wagram ob der Traisen, einer Katastralgemeinde von Traismauer, in bester Mostviertler Radtour- und Frühgeschichtsexkursionslage (Römerstadt!), was Schöllers verständlicherweise mit zwei hübschen Ferienapartments (Pension Schöller!) und einem ganz besonders hübschen Heurigen würdigen, der, zwecks zusätzlicher Idyllik, auch noch mitten in den Weingärten liegt. Und wem das noch nicht weingartennah genug ist, der kann zum hauseigenen Weingarten-Picknickplatz direkt am Wetterkreuzberg radeln und dort zum Beispiel den – auch andernorts schon höchstbewerteten – Riesling Ried Sonnleithen verkosten: überreife Trauben, Brotrinde, Grapefruit, schöne Säure, guter Trinkfluss, Urlaubsstimmung.

Johannes & Hans Nehrer

Leithaberg DAC (rot). Die Blaufränkisch-Rebstöcke auf der Lage Feurer, am kargen, kalkigen Südosthang des Leithagebirges, hatten schon tiefe, tiefste Wurzeln geschlagen, als Hans Nehrer, nach jahrelanger Tätigkeit im internationalen Management eines US-Konzerns, spätberufen, aber umso motivierter ins Familiengut zu Eisenstadt zurückkehrte. Heute bewirtschaftet er dieses gemeinsam mit Vater und Sohn, und immer noch wurzeln die Blaufränkisch-Rebstöcke am Südosthang des Leithagebirges, und immer wieder, Jahr für Jahr (wenn nicht Frost, Hagel oder wilde Tiere etwas dagegenhaben) geschieht hier ein Wunder: auf harten, kargen Böden entstehen da die raffiniertesten Weine: Blaufränkische mit typischem Beeren-Aroma, eleganter Mineralik und feiner Kräuterwürze; Paradebeispiele für das, was heute Leithaberg DAC heißt.

Josef Maier

Kremstal DAC (Kategorie Riedenwein). Das rechte, also südliche Donauufer wird ja traditionell nicht nur in der Wachau, sondern auch in benachbarten Weinbaugebieten ein bisschen stiefkindlich betrachtet, was hier wie dort ein Fehler ist, aber andererseits eben auch dazu führt, dass sich die dort ansässigen Betriebe entweder durch besondere Qualität oder einen gewissen Erfindungsreichtum in Richtung Wahrnehmungsschwelle strecken müssen. Am Geyerhof macht man beides: bewirtschaftet den schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnten Gutshof bereits seit den 1980er-Jahren organisch-biologisch und traut sich auch heute noch jede Vorreiterrolle zu (wie etwa die Linie „Wildwux“ oder der nach methode ancestrale hergestellte Perlwein „360°“ beweisen). Hier darf der Wein einfach Wein werden, ohne dass die Winzer – sei es Seniorchefin Ilse Maier oder die nächste Generation Maria und Josef – groß in die Natur hineinpfuschen müssten. „Wir vertrauen unseren Hefen“, sagt man am Geyerhof. Wir sagen: Vertrauen Sie dem Geyerhof!

Andreas Holzer

Traisental DAC (Kategorie Gebietswein). Eigentlich bewegen wir uns hier ja auf Veltlinerland: Mehr als die Hälfte der gesamten Rebfläche im Traisental ist mit Grünem Veltliner bepflanzt, und auch Andreas Holzer hat daran seinen Anteil (und nicht weniger als fünf verschiedene Veltliner im Repertoire; daneben auch noch Gemischten Satz, Chardonnay, Sauvignon blanc, Muskateller, Zweigelt, Blaufränkisch, Blauburger, Merlot, Shiraz und Cabernet; Holzer ist womöglich Universalist). In der profil-DAC-Verkostung stach allerdings sein Riesling Privat hervor, ein eleganter, geradliniger Sortenvertreter mit ordentlich Extrakt, Würze und einer famosen Länge. Wachsen durfte er, wie es in dem Familienweingut seit Generationen gepflegt wird, in echter Naturnähe; konkret auf den einzigartigen Konglomeratgesteinsböden des Traisentals, einem kargen, kalkreichen Untergrund, der in Verbindung mit dem idealen Klima am südlichen Donauufer (warme, pannonische, plus kühle Einflüsse aus dem Dunkelsteiner Wald) zu Weinen wie diesem führt.

Bert Salomon

Kremstal DAC (Kategorie Ortswein). Es ist nicht mehr weit bis zum Vierteljahrtausend. Vor genau 225 Jahren übernahm die Familie Salomon einige klösterliche Weingärten auf Kremstaler Urgesteinsterrassen und machte, während sich rundherum die Welt weiterdrehte und bewegte und zum Teil doch recht drastisch veränderte, unveränderlich weiter: Wein. Solche Beharrlichkeit zahlt sich aus. Heute, unter Bertold Salomon, zählt das Weingut nicht nur für das New Yorker „Wine & Spirits“-Magazin zu den 100 besten der Welt. Und es hat sich dabei auch keineswegs im Kremstal vergraben, sondern schon recht weit über den Tellerrand hinausgeschaut, zum Teil sogar weiter, als das Auge reicht, nämlich nach Australien (Salomon Estate) und Neuseeland (Salomon & Andrew). Mit seinem 2016er Riesling Kremstal DAC wiederum erinnert Salomon daran, dass er als ehemaliger ÖWM-Chef auch nicht ganz unbeteiligt daran war, dass gebietstypische Weine heute auch in Österreich einen Namen haben: Kremstal DAC – genau so geht das.

Gerhard Amminger

Mittelburgenland DAC. Wenn ein mittelburgenländischer Winzer die Web-Adresse Rotweinhof.at anmeldet, darf man von einem ausgeprägten Selbstbewusstsein ausgehen. Immerhin gibt es in ganz Österreich eigentlich keine rotweinaffinere Gegend als jene zwischen Neckenmarkt, Horitschon, Deutschkreutz und Lutzmannsburg (und in ganz Österreich auch kaum eine derartige Dichte an Rotwein-Spitzenbetrieben wie hier). Als Gerhard Amminger im Jahr 2000 das Nebenerwerbs-Weingut seiner Eltern zum Vollzeitbetrieb ausbaute, konnte er dieses Selbstvertrauen also ganz gut gebrauchen – und natürlich auch die Weingarten-Filetstücke, die er in weiterer Folge übernehmen konnte: Hochäcker, Dürrau – das sind durchaus Namen, die auch jenseits des Mittelburgenlands klingen. Aus der Lage Dürrau stammt denn auch der Favorit im profil-DAC-Test: ein Blaufränkisch von 60 Jahre alten Reben, naturnah bewirtschaftet, handverlesen, würzig, selbstbewusst. „Der Wein ist die Poesie der Erde“, sagt Gerhard Amminger, wenn er in lyrischer Stimmung ist. Wir sagen: ein Gedicht!

Johannes Holzer

Kamptal DAC (Kategorie Ortswein). Engabrunn, 500 Einwohner, Katastralgemeinde der Marktgemeinde Grafenegg, hat es wirklich nicht leicht, in der Kamptaler Aufmerksamkeitsökonomie gegen die doch recht starke regionale Konkurrenz zu bestehen. Da gibt es zwar alles, was eine Katastralgemeinde so braucht (Yogazentrum, Hofladen, Feuerwehrhaus, Tierarzt, Raika, zwei Heurigen, eine Facebooksite mit 215 Fans), aber halt doch keinen klingenden Namen wie Langenlois, Grafenegg oder Hadersdorf. Das ist ungerecht und muss sich ändern; ein Anlass dazu wäre ein aufmerksamkeitssteigernder Besuch am Weingut von Johannes Holzer (rechts vom Feuerwehrhaus), der zwar nur neun Hektar bewirtschaftet, aber dabei auf ein stattliches Auszeichnungen-pro-Quadratmeter-Verhältnis kommt: Landessieger, Salon-Teilnahmen, AWC-Medaillen und, last but really not least: profil-DAC-Sieger. Verantwortlicher Wein: Kamptal DAC Riesling Alte Reben 2016; zarter Blütenhonig- und Weingartenpfirsichduft, Marille am Gaumen, frische Struktur, gute Mineralik, große Empfehlung.

Birgit Eichinger

Kamptal DAC (Kategorie Riedenwein). Birgit Eichinger muss an dieser Stelle nicht mehr groß vorgestellt werden. Immerhin ist die Straßer Winzerin nicht nur längst eine international renommierte Vorzeige-Kamptalerin, sondern nebenbei auch noch profil-DAC-Test-Seriensiegerin. Nach ihrem frühen Doppelschlag 2009 und 2010 ließ Eichinger, ganz Gentlewoman, den Kollegen ein paar Jahre lang den Vortritt; nun, zur Einführung der neuen Dreifaltigkeit unter den Kamptal DACs (die seit heuer in Gebiets-, Orts- und Riedenweine gestaffelt sind), schlägt Eichinger wieder zu: mit einem Weltklasse-Riesling von den steilen Terrassen am Zöbinger Gaisberg, gewachsen auf dem Kristallin der Böhmischen Masse, nach der ideal reifen Ernte im späten Oktober 15 Stunden lang auf der Maische, bis März auf der Hefe, danach auf die Flasche gezogen. Ergebnis? Ein mineralischer, gehaltvoller, saftiger Riesling, Kamptal in Reinkultur. Kurz: ein Siegertyp.

Michael Edlmoser

Wiener Gemischter Satz DAC (mit Lagenbezeichnung). Das Konventionelle, also das, was eh jeder macht oder zumindest zu machen müssen meint, ist nicht Michael Edlmosers Sache. Der macht nämlich lieber sein eigenes Ding. Zum Beispiel? Weine, die „Laessiger“ heißen. Strandpartys im (an sich sehr originalgetreuen, also sozusagen ur-urigen) Heurigen in Wien-Mauer (wo ja, so der Hintergedanke, vor einigen Jahren noch ein Urmeer brandete). Nebenbei mit der AWC Vienna auch eine der größten Weinprämierungen der Welt. Außerdem Weinbeschreibungen, die sich an bedeutenden Werken der Popkultur orientieren. Zu seinem Wiener Gemischten Satz DAC Dorflage etwa empfiehlt Edlmoser, für lauschige Momente, Coldplays „Clocks“, für deftigere Augenblicke dürfen es Ambros & Fendrich sein: „Leckt’s mi do am Oasch“. Und was die Leute zum Wein essen wollen, sollen sie gefälligst selbst entscheiden, lässt der Winzer ausrichten. Wir würden Edlmosers Gemischten Satz aus der Ried Himmel ja am liebsten nur mit ein bisschen Lässigkeit genießen.

Günther Hautzinger

Neusiedlersee DAC. Große Worte in Tadten: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden“, zitiert Günther Hautzinger, seit 2004 hauptverantwortlicher Juniorchef am gleichnamigen Weingut, den britischen Geschmacks- und Weinexperten Oscar Wilde. Hautzinger hat sich dabei übrigens nicht nur qualitativ, sondern auch mengenmäßig einiges vorgenommen: Aus den rund 20 Hektar Weingärten, die er im Seewinkel bewirtschaftet, kommen gemäß alter Seewinkeltradition erst einmal sehr viele verschiedene Weißweine (Grüner Veltliner, Chardonnay Welschriesling, Weißburgunder), außerdem immer mehr Rotweine (Pinot Noir, Shiraz, Cabernet, St. Laurent, Blaufränkisch, Zweigelt), was unterm Strich, inklusive Perlweinen, Trockenbeerenauslesen und Cuvées, exakt 27 verschiedene Weine ergibt. Aber im Seewinkel ist man mit großen Zahlen ja bestens vertraut, siehe etwa: 2000 Sonnenstunden im Jahr. Alles bestens!

Anton Mittl

Eisenberg DAC. Von einem Geheimtipp zu sprechen, wäre im Fall von Anton Mittls Weingut einigermaßen untertrieben. Denn selbst wenn sein Eisenberg DAC Reserve 2013, der die profil-Jury in diesem Jahr begeisterte, auch den Kollegen vom „Falstaff“ schon eine Top-Wertung abgerungen hat, waren die Spuren des Anton Mittl zumindest bis dato eher lokal begrenzt. Und zwar auf St. Kathrein im Burgenland und Umgebung, wobei die Umgebung schon auch überregional bekannt ist, weil sie zwar arg weit weg vom Schuss liegt, sich gerade deshalb aber eine pittoreske Eigenwilligkeit bewahrt hat und, nicht zu vernachlässigen, auch als Weinbaugebiet einen echten Namen hat, nämlich: Eisenberg. Man kann von hier aus auch sehr schön mit freiem Auge bis nach Ungarn sehen. Und wem dieser Anblick nicht behagt, der schaut halt auf den Weinberg, die Reben, die Kellerstöckl, auf Anton Mittl, und merkt sich diesen Namen jetzt für immer. Eselsbrücke: Mittl-Erde.

Nina & Karl Holzmann

Weinviertel DAC (ex aequo). Karl und Nina Holzmann haben ein Faible fürs Ausgefallene. Im Kontext des Weinviertler Weinbaus heißt das zum Beispiel, dass in ihren Rieden nicht nur der gewissermaßen unvermeidliche Grüne Veltliner reift, sondern auch Roter Muskateller, Roter Riesling, Roter Veltliner oder, seit Kurzem, sogar Roter Traminer – nicht nur in der Gegend von Bad Pirawarth im Bezirk Gänserndorf exotische Gewächse. Familie Holzmann weiß aber natürlich schon auch, was sich im Weinviertel gehört. Und zwar gehört ein eleganter, würziger Weinviertel DAC mit gutem Trinkfluss gemacht, was Holzmanns, wie die profil-­DAC-Verkostung zweifelsfrei ergeben hat, mit dem aktuellen Jahrgang 2016 ganz hervorragend gelungen ist. Wie man das schafft? Mit Engagement, Leidenschaft und generationenübergreifender Hilfe, namentlich durch die Söhne Lorenz und Leonhard sowie Karl Holzmann Senior, seines Zeichens langjähriger Kellermeister der Weinbauschule Klosterneuburg.

Stefan Tscheppe (Weingut Esterházy)

Leithaberg DAC (weiß). Dass Stefan Tscheppe, Spross aus steirischem Weinadel, das fürstliche Weingut Esterházy seit 2012 unter der Berufsbezeichnung eines „General Manager“ leitet, lässt schon den sehr richtigen Schluss zu, dass es sich hier nicht um den üblichen Familienbetrieb handelt (sondern schon eher um eines der größten landwirtschaftlichen Unternehmen des Landes). Seine Chardonnays preist der Mann aus dem Morillon-Land immer wieder gern als eine seiner ersten Prioritäten, was in erster Linie mit der innigen Beziehung der Rebsorte zu den örtlichen Böden und zum Leithaberg-Klima zu tun hat, aber wohl auch ein wenig mit der fürstlichen Familiengeschichte: Die ersten Burgundersorten der Region wurden um 1758 auf Geheiß der Gräfin Maria Lunati-Visconti, Gemahlin von Fürst Paul II. Anton Prinz Esterházy, ausgepflanzt. Die Fürstin wollte sich ein Stück burgundische Heimat ans Leithagebirge holen, und man kann das im Nachhinein und in Anbetracht des fruchtigen, karamelligen, cremigen Esterházy-Leithaberg DAC nur als hervorragende Idee bezeichnen.

Markus Waldschütz

Kamptal DAC (Kategorie Gebietswein). Kenner erkennen die Weingärten des Reinhard Waldschütz auf einen Blick: Da stehen die Rebstöcke – die meisten von ihnen am Südhang des Manhartsbergs – dicht an dicht, fallweise bis zu 4000 Stück je Hektar (was wirklich viel ist!), mit deutlich verkürzten Stämmen und hohen Laubwänden. Kenner wissen auch, dass das kein Zufall ist; Reinhard Waldschütz, Winzer in vierter Generation, hat sich während langer Lehr- und Wanderjahre seine Gedanken gemacht. Die Art, wie seine Weine – großteils Grüner Veltliner und Riesling, daneben auch ein bisschen Chardonnay, Sauvignon blanc und Zweigelt – im Weingarten gezogen werden, dient in erster Linie dazu, die Reifung der – zur Qualitätssteigerung drastisch ausgedünnten – Trauben zu optimieren. Geerntet wird ganz in diesem Sinn auch in zwei bis drei Durchgängen und nur an kalten Tagen, anschließend werden die Trauben sanftest gepresst und langsamst vergoren. Ergibt: elegante, klassische bis herausragende Weine wie seinen Riesling Venesse, einen tollen Sortenvertreter zwischen Pfirsichfrucht, schöner Mineralik und angenehmem Säurebogen. Sollte man kennen!

Philipp Bründlmayer

Kremstal DAC (Kategorie Gebietswein). Eine gewisse Verwechslungsgefahr wird sich hier natürlich niemals vermeiden lassen, also noch einmal zum Mitschreiben: Josef und Philipp, nicht Willi. Grunddorf, nicht Langenlois. Krems-, nicht Kamptal. Soweit die äußeren Unterschiede. Zu den Ähnlichkeiten: Nicht nur der international bekannte Langenloiser Großwinzer macht hervorragende Weine. Auch die südlichen Namensvettern (Verwandtschaft: relativ weitschweifig) verstehen etwas von ihrem Geschäft. Geführt wird dieses inzwischen weitgehend vom Juniorchef Philipp, einem selbst ernannten „Jungen Wilden Winzer“; aber Vater Josef hat schon auch noch ein Auge und die eine oder andere Hand auf den 52 Weingärten des Guts, die auf 18 Hektar zum größten Teil Grünen Veltliner hervorbringen, darunter auch den Kremstal DAC Kaiserstiege, der aus uralten Rebstöcken in extremsten Steillagen gewachsen ist, wobei entsprechend viel Handarbeit angelegt wurde, was man dem Wein wiederum ankennt. Es gilt die Formel: Handschrift = unverwechselbar.

Johannes Wiltschko

Wiener Gemischter Satz DAC (ohne Lagenbezeichnung). Johannes Wiltschko kann es nicht verleugnen: Er ist doch ein bisschen stolz auf das, was er geschaffen hat. Als Wiltschko, gelernter Tischler (seine Mittelschullehrer hatten ihm nahegelegt, die Schullaufbahn doch besser zu beenden), danach im zweiten Bildungsweg zum Weinbauern umgeschult, im Jahr 2000 den Betrieb von seiner Mutter übernahm, bewirtschaftete diese ungefähr 7000 Quadratmeter Weingärten, was selbst für Heurigen-Selbstversorgerverhältnisse eine eher überschaubare Menge ist. Heute, nach der Weinbauschule Krems, diversen Fortbildungskursen an der HBLA Klosterneuburg und so gut wie absolviertem Kellermeister (drei Kinder und ganzjähriger Heurigenbetrieb schlagen sich ein bisschen mit berufsbegleitenden Studien), umfasst der Weinbau Wiltschko rund acht Hektar, was für Wiener Verhältnisse schon wieder ganz beachtlich ist. Mehr als beachtlich auch Wiltschkos Wiener Gemischter Satz DAC 2016, der übrigens, wie alle Wiltschkoweine, nur ab Hof beziehungsweise Heurigen erhältlich ist. Dessen Adresse ist ein bisschen philosophisch, aber der Hausherr trotzdem selten sprachlos.