Gefahr im Netz

Gefahr im Netz

Von Ransomware bis Phishing: Die größten Risiken im Internet.

Computer, Smartphone und Tablet haben eines gemeinsam: Für das sinnvolle Arbeiten mit den Geräten ist eine Internetverbindung zwingend notwendig. Wie in jedem Bereich, in dem großes finanzielles Volumen steckt, ruft das aber Kriminelle auf den Plan – und zwar so viele wie in keiner anderen Sparte in den vergangenen Jahren. Die Cyberkriminalität ist längst eine fixe Konstante beim Arbeiten oder Surfen im Internet geworden, und gegen die ausgeklügelten Tricks der Betrüger scheint es sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen immer schwieriger, sich zu schützen. Das Problem beginnt schon damit, Cyberkriminalität zu definieren, da sie ebenso vielseitig wie undurchschaubar ist. Häufig verschwimmen die einzelnen Formen miteinander, was eine exakte Definition noch komplizierter macht. Die Palette reicht vom sogenannten Hacking über das Phishing bis zum Cyber-Mobbing; die Täter profitieren dabei stets von der Anonymität des Internets.

In Österreich ist die am weitesten verbreitete Form der Internetverbrechen die sogenannte Ransomware, bei der die Nutzer erpresst werden, indem die Angreifer das Gerät des Geschädigten sperren oder auf eine Weise verschlüsseln, sodass Daten unbrauchbar werden. Um die Daten zu retten und das eigene Gerät wieder zu entschlüsseln, ist eine Lösegeldzahlung erforderlich, wobei es momentan rund 30 angezeigte Fälle dieser Art pro Woche gibt. Robert Schischka, Leiter des für das Bundeskriminalamt (BKA) tätigen Computer Emergency Response Teams, ist vor allem über die Kreativität der Angreifer verwundert und warnt davor, tatsächlich Lösegeld an die Betrüger zu zahlen: „Jeder Cent wird wieder in den Aufbau von Infrastruktur verwendet.“ Wer steckt jedoch hinter den Angriffen auf die Privatsphäre unterschiedlichster Nutzer? Häufig ist das ein ganzes Netzwerk von Internetbetrügern, und die Zugriffspunkte, über die der Hack erfolgt, sind so weit verzweigt, dass eine Rückverfolgung häufig nicht möglich ist.

Ein Trend: Cyberkriminalität wird häufig aus dem Ausland betrieben, was eine strafrechtliche Verfolgung erschwert und ein Abtauchen der Kriminellen nach vollbrachter Tat vereinfacht.

Erschreckende Zahlen zum Thema Cyberkriminalität in Österreich

Die nackten Zahlen zum Thema Cyberkriminalität in Österreich sind durchaus erschreckend: 2016 ist die Zahl der Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr um rund 31 Prozent auf knapp über 13.000 Fälle gestiegen. Die Gesamtzahl der täglichen Cyberattacken in Österreich beläuft sich auf 25.000 – Leopold Löschl, Leiter des Cybercrime Competence Centers im Bundeskriminalamt, warnt dabei vor der zunehmenden Vielfalt der Angriffe. Weltweit ist 2015 ein volkswirtschaftlicher Schaden von 500 Milliarden Euro entstanden. Der mögliche finanzielle Profit ist die treibende Kraft der Cyberkriminalität, wobei der durchschnittliche Betrugsrahmen in Österreich bei einer Umfrage unter Betroffenen auf 480 Euro pro Fall angegeben wurde.

Zwar lässt sich auch mit Angriffen auf Privatpersonen beziehungsweise deren Geräte Geld verdienen, die wirklich dicken Fische sind jedoch Firmen. Besonders Klein- und Mittelunternehmen mit keinen oder unzureichend geschulten IT-Experten sind gefährdet, Opfer von Cyberangriffen zu werden. Eine aktuelle KPMG-Studie zeigt, dass 30 Prozent der befragten Unternehmen angeben, schon einmal durch Cyberkriminalität geschädigt worden zu sein. Die häufigsten und effektivsten Angriffe werden hierbei durch die sogenannte DDos-Taktik erzielt, bei der Webserver oder ganze Netzwerke mit meist sinnlosen Anfragen überflutet und damit lahmgelegt werden. In Österreich waren im vergangenen Jahr davon nicht nur der Flughafen Wien oder A1, sondern auch das Außenministerium und sogar das Bundesheer betroffen.