Die Zukunft des Büros

Die Zukunft des Büros

In den Ausstellungsräumen von Living Tomorrow in Brüssel erhalten Besucher einen Eindruck von der Zukunft des Wohnens, Lebens und Einkaufens. Der österreichische Hersteller Bene zeigt dort, wie modernes Arbeiten aussehen kann.

Die Frage, wie wir in Zukunft leben und arbeiten, versucht das Projekt Living Tomorrow seit den 1990er- Jahren in Brüssel zu beantworten. Ähnlich einem Museum sollen in Ausstellungsräumen schwer greifbare Zukunftsthemen erlebbar gemacht werden, darunter Smart Home und das Internet der Dinge, Zukunft von Gesundheit und Pflege, Smart Citys sowie Landwirtschaft und Essen. Seit Jänner 2017 bespielt der Büromöbelhersteller Bene exklusiv den Bereich „Office of the Future“, einen Schauraum für modernes Arbeiten. Das Unternehmen mit Sitz in Waidhofen an der Ybbs präsentiert in Brüssel für fünf Jahre die Trends bei Büroeinrichtungen und -Möbeln. Für Bene-Geschäftsführer Michael Fried sind für das Arbeiten drei Dinge notwendig: Konzentration, Kollaboration und Kommunikation. Fried: „Diese Bereiche muss ich auch im Büro abbilden können.“ Bei Konzentration geht es darum, ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen. Kollaboration heißt, im Team zu arbeiten. Und mit Kommunikation sind etwa Workshop- und Kaffeebereiche gemeint.

Bene hat in Brüssel unter anderem ein Idea Lab eingerichtet. Zu dieser Ideenwerkstatt gehört die Idea Wall, eine interaktive Wand, auf die Konferenz- und Workshopteilnehmer ihre Notizen auf Papier mit einem Knopfdruck übertragen können. Will jemand eine Skizze oder Stichworte mit der Gruppe teilen, drückt er auf einen speziellen Stift, und alle können die Notizen sehen. Das Idea Lab kann tageweise angemietet werden, auch in Wien gibt es ein solches. Ein weiteres Thema im Office-Bereich von Living Tomorrow ist virtuelle Realität: Kunden können mittels VR-Brille ihr Büro im Planungsstadium durchschreiten. Die Renderings der Planer sind heute so qualitativ, dass das Erlebnis recht real wirkt. Michael Fried glaubt, dass Schauräume künftig kleiner ausfallen können, weil es ausreicht, Details mit der VR-Brille zu zeigen – für Menschen, die gerne etwas zum Angreifen haben, werde es kleinere Räume mit einigen Schaustücken geben. Doch das Büro der Zukunft ist nicht unbedingt nur mit Technik-Schnickschnack gleichzusetzen. Fried: „Wir definieren Innovation nicht nur über digitale Produkte. Auch Raumlösungen können innovativ sein.“ Er verweist auf die ebenfalls in Brüssel ausgestellte Pixel-Boxen – das sind kleine Sperrholzboxen im Einheitsmaß, die von Büronutzern rasch zu allerlei Möbeln zusammengesetzt werden können: zum Beispiel zu Stehtischen, Regalen, Podien oder Sitzgelegenheiten.

Ein Teil der Ausstellungsfläche ist ein „Living Office“: Dort arbeiten die Mitarbeiter von Living Tomorrow, und die jährlich rund 150.000 Besucher spazieren bei den Besichtigungen durch deren Arbeitsräume. Genau genommen handelt es sich nicht um das Büro der Zukunft, sondern um Trends, die es bereits gibt: Alle derzeit ausgestellten Bene-Produkte sind am Markt. Fried: „Wir zeigen im Living Tomorrow nicht Rocket Science und etwas, was in 20 Jahren vielleicht kommt, sondern wie das Arbeiten von heute und morgen aussieht.“ Und weil sich das schnell ändern kann, werden die Räume laufend angepasst. Die Innovationen dafür kommen von einem fünfköpfigen Forschungs- und Entwicklungsteam aus Waidhofen. Innovation heißt eben, ständig zu tüfteln und sich weiterzuentwickeln.