© Sophie Pölzl / Bildrecht Wien 2022

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06/18/2022

Kunst & Markt

Lisa Schwarz und Leo Mayr haben ihr Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien abgeschlossen. Sie erzählen, was das für sie bedeutet.

„Es war mir immer klar, dass ich das Studium abschließen werde“, sagt Lisa Schwarz. Zwar habe es immer wieder Phasen gegeben, in denen sie „keinen Bock mehr auf Kunst“ hatte – aber die sind vorübergegangen und nun ist es geschafft. Die bildende Künstlerin, die unter anderem mit Fotografie arbeitet, hat im Fachbereich Kunst und Fotografie am Institut für bildende Kunst der Akademie der bildenden Künste Wien studiert; ihre Abschlussarbeit ist wie jene der anderen Absolventinnen und Absolventen von 21. Juni bis 1. Juli an verschiedenen Standorten zu sehen. Dort sind auch die Werke von Leo Mayr ausgestellt; der Zeichner, Maler, Bildhauer und Druckgrafiker hat ebenfalls sein Studium beendet. „Die Akademie war eine Art Insel für mich“, sagt er.

Doch wie geht es nun weiter nach dem Studium? Mayr hat keine Angst, in ein Schaffensloch zu fallen. „Ich decke mich mit Arbeit ein.“ Er ist froh, sich von der Kunstuniversität lösen zu können. Für Lisa Schwarz war es ein immenser Vorteil, lange studieren zu können. „Diese Freiheit ist nicht selbstverständlich.“ Nun gehe es für sie aber darum, einen neuen Abschnitt ihres Lebens anzugehen. Gut vorbereitet fühlen sich beide. Mayr weist darauf hin, dass das Diplom für ihn eine finale Bestätigung sei, dass er in seiner Arbeit nicht auf dem Holzweg ist. „Selbstzweifel begleiten dich ja doch immer wieder.“

Dabei haben die beiden am Kunstbetrieb durchaus so ihre Zweifel. „Kunst zu verkaufen ist immer etwas Eigenartiges“, sagt Mayr. Er sieht es als eine seiner Hauptaufgaben nach dem Studium, diesen Markt zu begreifen. „Ich habe meinen Frieden damit geschlossen, den Kunstmarkt so zu akzeptieren, wie er ist“, sagt Lisa Schwarz. Es gäbe eben Künstler, die von der Kunst leben können und andere, denen das nicht möglich ist. Für Leo Mayr ist die Einstellung der Gesellschaft gegenüber den wirtschaftlichen Zwängen der Künstler schwierig zu verstehen. „Künstler werden oft nur dann ernst genommen, wenn sie nur von der Kunst leben. Das entspricht aber in den meisten Fällen nicht der Realität.“ Es sei auch gar nicht möglich, sich rein auf die Kunst zu konzentrieren: „Ich verbringe nur 20 Prozent meiner Zeit im Atelier, sonst schreibe ich Anträge und Texte, kümmere mich um Präsentationen und vieles mehr.“ Auch Lisa Schwarz verweist auf das Drumherum: „Ich hatte mir am Beginn meines Studiums immer gewünscht und vorgestellt, jede freie Minute im Atelier zu arbeiten.“ Doch das ist kaum möglich, die Arbeit passiere oft einfach zwischendurch, neben dem Verfassen von Anträgen und anderem Administrativen. Macht aber nichts, denn sie habe „ohnehin nie diesem romantischen Bild einer Künstlerin entsprochen“.

Die Ausstellung der diesjährigen Abschlussarbeiten der Akademie der bildenden Künste Wien wird als Parcours an vier Standorten durchgeführt und bietet einen Einblick in die ganze Bandbreite der künstlerischen Ausdrucksformen an einer der traditionsreichsten europäischen Kunstakademien. Eröffnet wird sie am 21. Juni von 16 bis 21 Uhr, ab 22. Juni ist von Mo-Fr von 14 - 18 Uhr und am Wochenende von 10 - 18 Uhr geöffnet.

Alle Adressen der Standorte und Informationen zum Führungsprogramm auf www.akbild.ac.at.