Sebastian Hofer: AHS, BHS, AMS

Sebastian Hofer: AHS, BHS, AMS

PISA ist überall.

Als profil vor drei Wochen eine Studie zitierte, nach der junge Wiener Burschen mit migrantischem Hintergrund als Berufswunsch mehrheitlich „AMS“ angaben, mochte man noch schmunzeln, verzweifeln oder sich seiner Vorurteile endlich mal wieder sicher sein. Seit der Vorwoche ist klar: Die Jungs haben das österreichische Bildungssystem schlicht besser verstanden als man selber. Dieses beruht nämlich, anders als man bislang annahm, auf drei Säulen: Schule, Lehre, Arbeitsmarktservice. Anlässlich der Veröffentlichung neuer, tendenziell erschreckender PISA-Studienergebnisse erläuterte AMS-Vorstand Johannes Kopf sinngemäß, dass man seine Behörde durchaus als Bildungsstätte begreifen dürfe: Jene 20 Prozent, die nach der Pflichtschule kein alltags- oder gar arbeitsmarktfähiges Bildungsniveau aufweisen, holen sich ihre höhere Bildung eben am und mit dem Arbeitsamt.

Im besten Fall lernen sie dabei auch sinnerfassend zu lesen. Und müssen dann leider feststellen, dass sich ihr Problem bis in bildungsnächste Schichten fortsetzt: Österreichische Bundes- und Landesregierungen zum Beispiel können sich ja bis heute nicht darüber verständigen, was denn nun eigentlich in dem schon im November präsentierten Bildungsreformpapier steht, beziehungsweise welchen Sinn man darin allenfalls fassen könnte. PISA ist überall.