Ehemaliger Kindersoldat will ins Parlament
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Ehemaliger Kindersoldat will ins Parlament

Der ehemalige Kindersoldat Joseph Duo gilt als Symbol des Wandels in Liberia. Nun bewirbt er sich um einen Sitz im Parlament.

14 Jahre sind vergangen, seit Joseph Duo mit seinem Granatwerfer von einer Brücke schoss und danach vor Freude in die Luft sprang. Damals war er Mitte 20 und hatte bereits sein halbes Leben lang an der Seite liberianischer Rebellen in einem blutigen Bürgerkrieg gekämpft. Der US-Fotograf Chris Hondros machte eines der bekanntesten Fotos des mehr als ein Jahrzehnt dauernden Konflikts.

Nachdem Duo im Jahr 2003 die Waffen niedergelegt hatte, blieben die beiden in Kontakt. Hondros finanzierte dem jungen Liberianer eine Schulausbildung, dieser studierte und wurde zu einem Symbol für den Wandel in seinem geplagten Heimatland. Heute ist Duo 40 Jahre alt; vergangene Woche bewarb er sich um einen von 73 Sitzen im Parlament des Vier-Millionen-Einwohner-Landes. "So wie ich im Krieg gekämpft habe, werde ich jetzt wieder für euch kämpfen“, sagte er laut "New York Times“ auf einer Veranstaltung. Auf seinen Wahlkampfpostern ist das berühmte Foto von damals zu sehen.

Ob Duo es ins Parlament geschafft hat, steht erst in zwei Wochen fest, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. Gleichzeitig mit dem Parlament wählen die Liberianer auch einen neuen Präsidenten; die legendäre Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf tritt nach zwei Amtszeiten nicht mehr an. Die derzeit besten Chancen auf den Wahlsieg hat ein anderes bekanntes Gesicht: George Weah, der Weltfußballer des Jahres 1995. Als eines der Hauptprobleme des Landes gilt derzeit die Korruption, die auch die Politik durchzieht. Liberia ist eines der ärmsten Länder des Kontinents, vergibt aber die höchsten Politikergehälter. 200.000 US-Dollar bekäme Joseph Duo als liberianischer Parlamentarier im Jahr. Seinem Förderer Hondros kann er nichts mehr zurückgeben. Der Fotograf starb vor sechs Jahren im libyschen Misrata.

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