KURDENDEMO: Von türkischen Geheimdiensten überwacht?

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Ausland

Türkei: Bedrohliche Gastfreundschaft

Der türkische Innenminister droht mit der Verhaftung von Touristen.

Riskieren Ferienreisende, die von der Türkei als Regierungsgegner eingestuft werden, eine Verhaftung? Aussagen des türkischen Innenministers Süleyman Soylu lassen das befürchten. "Es gibt ja Leute, die in Europa oder in Deutschland an Kundgebungen einer Terrororganisation teilnehmen und dann nach Antalya, Bodrum oder Mugla kommen, um Urlaub zu machen", erklärte der Politiker laut türkischen Medienberichten: "Für die haben wir Maßnahmen getroffen. Die sollen ruhig kommen, dann werden sie bei der Einreise am Flughafen festgenommen." In der Türkei gelten nicht nur die kurdische Arbeiterpartei PKK, sondern auch die islamistische Gülen-Bewegung und mehrere Oppositionsgruppen als terroristische Organisationen.

Deutschland fordert Richtigstellung

In Deutschland sorgen diese Aussagen für Aufregung. "Die Türkei ist gut beraten, die Äußerungen ihres Innenministers in der Sache rasch richtigzustellen", so Günter Krings (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium: "Sie würden ansonsten natürlich erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Tourismus in die Türkei haben und wären ein erneuter Beleg dafür, wie weit sich die Türkei von Europa entfernt hat." Das österreichische Außenministerium warnt bereits seit Längerem vor der Gefahr, aufgrund von öffentlicher Kritik an der Regierung in Ankara festgenommen zu werden. Durch die Aussagen des türkischen Innenministers habe sich die Situation nicht geändert, so ein Sprecher gegenüber profil.

Für Österreich müsste sich im Zusammenhang damit allerdings erneut die Frage stellen, ob türkische Geheimdienste hierzulande Demonstrationen überwachen, um Teilnehmer anschließend in der Türkei inhaftieren zu können. Das Innenministerium ließ eine entsprechende Anfrage von profil bis Redaktionsschluss jedoch unbeantwortet. Die türkische Botschaft in Wien wiederum verweist gegenüber profil auf eine Stellungnahme des Außenministeriums in Ankara. Darin ist von "unzutreffenden Berichten in einigen deutschen Medien" die Rede, in denen die Aussagen von Süleyman Soylu im "Hinblick auf den Kampf gegen den Terrorismus aus dem Zusammenhang gerissen und verdreht" worden seien. Man werde Touristen "weiterhin mit der traditionellen türkischen Gastfreundschaft empfangen"

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  • Fritz Gessler (FritzGessler) Mi, 13. Mär. 2019 00:23

    ich vermute doch, die aussagen bezogen sich auf (exil)türken, kurden und salafisten, die (s. össi-IS-krieger) gern als touristen in die türkei reis(t)en, um dann nach syrien/irak weiter 'einzusickern' :))
    vorlage dürften allerdings due US-antiterrorgesetze (patriots act) sein: dort kann man auch als terrorverdächtiger tourist gleich bei der landung festgesetzt werden.

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    • Fritz Gessler (FritzGessler) Mi, 13. Mär. 2019 00:26

      oder als geschäftsmann/frau, der ein US-embargo irgendwo zwischen iran & china umgangen hat.
      warum sollte die türkei sich nicht vor möchtegern-guerrilleros der PKK oder des IS schützen wollen? hätte die EU oder die BRD einen anis amri (z.b.) an der grenze festgesetzt, wären ein paar unschuldige menschen in berlin am leben geblieben. keine reisefreiheit für terroristen, bitteschön.

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