Früchterln des Zorns
Gesellschaft

Früchterln des Zorns

David Schalko hat mit „Höhenstraße“ wieder zu seiner alten Form zurückgefunden.

Ein Schuss der HBO-Serie „True Detective“, eine Prise von David Lynchs „Mulholland Drive“ und jede Menge Gestaltungsverve für skurrile Figuren, absurde Situationen und groteske Gesellschaftsphänomene wie Esoterik und Polical-Correctness-Gestreber: David Schalko hat mit „Höhenstraße“, seinem Abschlussfilm der ORF-Sendereihe „Landkrimis“, wieder zu seiner alten Form zurückgefunden: Auf der Wiener Höhenstraße, einem Ort, wo landschaftliche Idylle und menschliche Abgründe häufig verschmelzen, lässt er den Wut-Cop Roli (Nicholas Ofczarek, Foto) und seinen devoten Erfüllungsgehilfen Ferdinand (Raimund Wallisch) ein Regime voller Willkür, Anarchie und Machtlust exekutieren.

Zwar lässt Schalko sein Publikum als Drehbuchautor streckenweise allein, die narrative Struktur hat Längen und Leerläufe, aber als Regisseur zeigt der Wiener, der zurzeit mit seiner Frau Evi Romen, einer preisgekrönten Cutterin, an einem Remake-Script von Fritz Langs „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ arbeitet, seine eigentliche Stärke: die Schwächen seiner Figuren offenzulegen, ohne sie dabei bloßzustellen. In dieser Disziplin war zuletzt der verstorbene Helmut Dietl („Rossini“) Meister. Schalko, der im Laufe der Serien „Braunschlag“ und „Altes Geld“ eine echte Schauspieler-Familie um sich sammelte, versteht, das Beste aus seinem Ensemble herauszuholen. Die Entdeckung des Films ist Inge Maux als durchgeknallte Eso-Mutti.

Bereits als DVD im Handel, am 29.12., 20.15 Uhr, ORF 1.

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