Mobbing: Zuhören, reden, nachfragen
Gesellschaft

Mobbing: Zuhören, reden, nachfragen

Was können Eltern unternehmen, wenn ihr Kind gemobbt wird? Vier Experten-Ratschläge.

- „Wenn Sie merken, dass es dem Kind nicht gut geht oder wenn Sie seltsame, verschleierte Rückmeldungen bekommen: Suchen Sie das Gespräch. Preschen Sie nicht gleich los, sondern bewahren Sie Ruhe. Vermitteln Sie Ihrem Kind: Erzähl mir, was los ist, und hab keine Angst, dass ich gleich in die Schule renne. Eruieren Sie zusammen mit dem Kind, wie mächtig es sich selbst noch fühlt: Kann es die Situation selber in den Griff bekommen? Oder braucht es Hilfe von außen?“
Andrea Richter, Schulpsychologie Niederösterreich

- „Ganz wichtig ist: dem Kind zuhören. Das Kind nicht bedrängen. Beim Kind sein, es wirklich ernst nehmen und ihm Halt geben. Die Rolle der Eltern bei der Intervention variiert je nach der Form des Interventionsansatzes. Wenn ein wechselseitiges Vertrauen zwischen Kindern, Eltern und Schule herrscht, ist das ein grundsätzlich guter Boden.“
Florian Wallner, Berater für Gewalt- und Mobbingprävention

- „Berichtet Ihr Kind von Mobbing, dann hören Sie genau zu, schenken Sie ihm Glauben und nehmen Sie es ernst. Bevor Sie vorschnell etwas unternehmen, erkundigen Sie sich, was man am besten tun kann. ,Rat auf Draht‘ berät übrigens auch Eltern.
Wenden Sie sich an eine Lehrperson, mit der Sie eine gute Gesprächsbasis haben. Schildern Sie die Vorfälle sachlich. Machen Sie deutlich, dass Sie Mobbing nicht akzeptieren. Fragen Sie, was unternommen wird. Ändert sich nichts, gehen Sie nochmals in die Schule. Erarbeiten Sie mit dem Kind Strategien, wie es mit der Situation umgehen kann, bis sie sich bessert.“
„Rat auf Draht“, österreichische Notrufnummer für Kinder und Jugendliche

- „Lassen Sie sich die Mobbing-Situationen von Ihrem Kind konkret schildern, und versuchen Sie, möglichst ruhig und sachlich zu bleiben. Planen Sie die nächsten Schritte gemeinsam mit dem Kind.
Überlegen Sie gemeinsam, wie sich das Kind konkret schützen kann (etwa, indem es sich in der Pause in der Nähe der Gangaufsicht aufhält).
Sprechen Sie mit dem Klassenlehrer, und fordern Sie Unterstützung. Schilden Sie die Vorfälle möglichst konkret (Mobbing-Tagebuch!). Die genaue Abklärung hilft bei der Planung des weiteren Vorgehens.
Überprüfen Sie nach einer vereinbarten Zeit, ob sich die Situation gebessert hat. Wenn nicht, kann ein Gespräch mit der Schulleitung angebracht sein.
Vermeiden Sie, mit den mobbenden Kindern oder deren Eltern persönlich zu sprechen.“
Kinder- und Jugendanwaltschaft