Tauschen und teilen in Wien boomt
Gesellschaft

Tauschen und teilen in Wien boomt

Bücher, Kleidung und Lebensmittel: Ein Überblick, was in Wien alles getauscht und geteilt werden kann und wo man die Dinge findet.

Essen in für jedermann zugänglichen Kühlschränken

Wieder einmal zu viel Lebensmittel eingekauft, zu viel gekocht oder der Urlaub steht vor der Tür und der Kühlschrank ist noch voll? Essen wegwerfen ist Verschwendung. Besser ist es, das übrige Essen an Freunde oder Nachbarn weiterzugeben. Eine weitere Möglichkeit ist, das Essen in einen sogenannten "Fair-Tailer" zu bringen. Das sind Kühlschränke, die für jeden zugänglich sind und an denen sich jeder bedienen kann.

Mittlerweile gibt es knapp 30 solcher Kühlschränke in Wien, diese stehen in Cafés, Geschäften oder in anderen öffentlichen Gebäuden. Zugänglich sind sie während der Öffnungszeiten der Betriebe. Freiwillige der Initiative Food Sharing sammeln jeden Tag Lebensmittel bei Händlern ein, die ansonsten in der Mülltonne landen würden und bringen sie in die Kühlschränke.

"Fair-Teiler"

"Fair-Teiler"

Jeder kann Essen in den "Fair-Tailern" deponieren. Das einzige was zu beachten ist: Der Verbraucher hat allein die Verantwortung über die verwendeten Lebensmittel, besonders wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

Stand Juli 2016: Die aktuellen Standorte der Kühlschränke finden sich auf foodsharing.at.

Wer übrige Lebensmittel abgeben möchte, kann dies auch auf der Online-Plattform über einen elektronischen „Essenskorb“ machen.

Auch auf Facebook werden Lebensmittel getauscht. Eine Food Sharing Gruppe hat sich in Wien zu einer beliebten Möglichkeit entwickelt, Essen weiterzugeben. Personen posten darin Fotos von Lebensmittel, die sie nicht mehr benötigen. Diejenigen, die sich als erstes melden, können das Essen abholen.

Bücher, die in offenen Schränken neue Besitzer suchen

Wohin mit alten Büchern, die zu viel Platz wegnehmen? In Wien gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie alte oder nicht mehr gebrauchte Bücher einen neuen Platz finden. Das Prinzip ist einfach: Gelesene oder nicht mehr gebrauchte Bücher hineinstellen und interessante mitnehmen. Wer kein Buch zum Tauschen hat, darf sich trotzdem bedienen.

Ein bekanntes Beispiel ist die Initiative Offene Bücherschränke. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Bücherregale, die frei zugänglich sind. Die Schränke sind immer geöffnet, es gibt keine Schließzeiten.

Standorte der Offenen Bücherschränke :
- Neubau, Ecke Zieglergasse-Westbahnstraße, 1070 Wien
- Alsergrund, Heinz Heger Park, 1090 Wien
- Ottakring, Grundsteingasse Ecke Brunnengasse, 1160 Wien

Offener Bücherschrank

Der Verein Wiener Bücherschmaus bietet ebenso drei offene Bücherschränke an. Diese sind während der jeweiligen Öffnungszeiten zugänglich. Standorte:
- Amtshaus Mariahilf: Amerlingstrafle 11, 1060 Wien
- Farbenfachhandlung Görbicz: Stumpergasse 54, 1060 Wien
- Nachbarschaftszentrum 6 - Gumpendorf: Bürgerspitalgasse 4–6, 1060 Wien

Auch auf den Wiener Mistplätzen der MA48 können Bücher getauscht werden. Ausgeschiedene, orange Telefonzellen wurden dafür zu Bücherregalen umgebaut.

Weitere Bücherschränke:
- Offener Bücherschrank "Wortschatz" am Margaretenplatz im 5. Bezirk
- Offener Bücherschrank am Josef-Matthias-Hauer-Platz im 8. Bezirk. Dieser Schrank ist ebenso run um die Uhr offen.
- Büchereien bieten teilweise Bücher zu freien Entnahme an.

Kleidung: Alte Lieblingsteile bekommen neue Besitzer

Ein voller Kleiderschrank, aber doch nichts anzuziehen und das Shopping-Budget fehlt auch? Eine Möglichkeit ist, seine alten Teile gegen neue einzutauschen. Dies geht bei einem Kleidertausch und das liegt derzeit voll im Trend. Das Prinzip ist auch hier wieder einfach: Eine Gruppe von Leuten, meist Freunde, trifft sich und tauscht gut erhaltene Kleidungsstücke. Doch Kleidertauschbörsen gibt es bereits auch im größeren Stil. Organisationen, Cafés oder Boutiquen veranstalten in Wien immer wieder Kleidertauschbörsen.

Auch hier bringt man gut erhaltene - und natürlich frisch gewaschene – Kleidungsstücke mit. Getauscht wird meist 1:1 oder die mitgebrachte Kleidung wird abgewogen und man erhält einen Kilobon. Für die Organisation wird manchmal eine geringe Teilnahmegebühr einbehalten. So bekommen alte Lieblingsstücke einen neuen glücklichen Besitzer und das ganz im Sinne einer nachhaltigen Nutzung.

Beispiele für Kleidertauschbörsen in Wien:
- Topswap
- Burggasse 24
- menschenanziehen

Weitere Tausch-Plätze in Wien:


- In der Tauschbox der Neubauer Grünen im 7. Bezirk herrscht ein unkompliziertes Geben und Nehmen. Es gilt das gleiche Prinzip: Gegenstände die noch in Ordnung sind und nicht mehr gebraucht werden, können in die Tauschbox in der Kandlgasse 2 gelegt werden. Die Gegenstände müssen intakt sein und in die Box passen. Die Tauschbox wurde erst kürzlich erneuert, der Zugang ist jederzeit möglich.
- Beim Leihladen Leila im 16. Bezirk kann man als Mitglied diverse Gegenstände wie beispielsweise Werkzeug, Küchengeräte oder Sportsachen kostenlos ausleihen.
- Im Kostnix-Laden kann man ohne Geld „einkaufen“. Es können auch hier Sachen vorbeigebracht werden, die beispielsweise nicht mehr genutzt werden. Im Laden gibt es unter anderem Bücher, Gewand, CDs, Geschirr, Haushaltsartikel, Elektrogeräte oder Schuhe.

Ein guter Gedanke kann jedoch auch ausgenutzt werden. In einer Nische in einem unbenutzten Eingang in der Kandlgasse konnte man für ein paar Jahre nicht mehr benötigte Gegenstände zum Tausch abstellen. Das Problem war aber, der Platz wurde immer häufiger zur Entsorgung von Sperrmüll verwendet, daher musste die „Brauchbar“ vor 1,5 Jahren „geschlossen“ werden. Das teilte der Initiator gegenüber profil mit.

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  • Ingeborg Knaipp
    Ingeborg Knaipp Mi, 19. Apr. 2017 13:19

    Geehrte Frau Schrettl, sagt Ihnen das Wort "tangieren" = berühren etwas? Von tango, tangis, tangere, tetigi, tactus? Was intakt ist, ist "unberührt" bzw. unbeschädigt. Mit Musik ( "in Takt") hat das nichts zu tun.

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