Lückenfüllung
Gesellschaft

20 Jahre: "thegap" feiert Jubiläum

Vor 20 Jahren (und ein paar Wochen) erschien erstmals (im Eigenverlag und Copyshop-Druckverfahren) eine Musikzeitschrift namens "thegap“.

Man muss das nicht als Urknall der österreichischen Popkulturpublizistik betrachten, kann aber. Denn was da mit Artikeln über damals wegweisende Gitarrenrockbands wie Sans Secours oder Blur begann, hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht nur den eigenen, sondern auch den gesamtösterreichischen Popkulturbegriff drastisch erweitert (etwa in Richtung Design, zeitgenössische Kunst, Theorie, Games).

Aus der Keimzelle "thegap" wurde unterdessen ein mittelständischer Medien-Mischkonzern , der neben Magazinen inzwischen auch Werbung und diverses Digitales produziert. Man muss das als eine echte Erfolgsgeschichte der heimischen Magazinkultur begreifen. Zum Jubiläum kommentieren Gründer Manuel Fronhofer , Co-Herausgeber Martin Mühl und Chefredakteurin Yasmin Vihaus ihre liebsten Redaktions-Sprüche aus 20 Jahren. Dazu ein Zitat aus dem ersten Editorial: "Jetzt bleibt nur noch eines zu hoffen, nämlich dass niemand fragt, warum wir das gemacht haben.“

Die erste Ausgabe von "thegap"

Beste Bundsprüche*, chronologisch

*jede Ausgabe von "thegap“ trägt am Heftrücken als Motto ein mehr oder weniger passendes Zitat aus der Redaktion, intern "Bundspruch“ genannt.

1. "Magazine sammeln, die man nie liest.“ (Ausgabe 74, 2007)
Wir machen Magazine, weil wir selbst Fans (von Magazinen) sind.

2. "Die Text-Beiträge kann man evtl. weglassen ... das sind zum Großteil lauter Verrückte.“ (Ausgabe 103, 2010 )
Selbstreflexion, das eigene Schaffen betreffend.

3. "Rockig und am Puls der Zukunft.“ (Ausgabe 105, 2010)
PR-Aussendungen sind mitunter ein Quell ewiger Freude.

4. "Ich wette meine Vorhaut, dass eines der nächsten sieben Bücher von Daniel Kehlmann seine Tagebuchaufzeichnungen sein werden.“ (Ausgabe 110, 2010)
Wir wissen bis heute nicht, was dann geschah …

5. "Sie wollte diesmal keine Nachtaktion mehr machen. Ich habe kurzerhand ihr Gehalt halbiert. Von ‚Dank Dir vielmals‘ auf ‚Dank dir‘.“ (Ausgabe 112, 2011)
Die Budgets sind manchmal sehr niedrig.

6. "Wenn diese Songs das Leben schreibt, will ich ein anderes.“ (Ausgabe 114, 2011)
Es gab eine Zeit, da war Popkultur identitätsstiftend.

7. "... zu sexy für die Uni“ (Begründung eines Uni-Wien-Mitarbeiters, warum ein Praktikum bei The Gap nicht angerechnet werden kann) (Ausgabe 124, 2012)
Siehe Platz 8

8. "Die Leute halten uns für cool, weil sie uns nicht kennen.“ (Ausgabe 135, 2013)
Außensicht und Innensicht decken sich auch bei uns nicht immer.

9. "Wie jeder vernünftige Medienwissen‑ schaftler möchte ich im September jede freie Minute mit ‚Grand Theft Auto V‘ verbringen.“ (Ausgabe 138, 2013)
Manchen Phänomenen will man sich nicht verschließen.

20 Jahre thegap

live: Mavi Phoenix, Mile Me Deaf, Euroteuro, Ana Threat u. a.; 16.6., Fluc, Wien; fluc.at

Die aktuelle Ausgabe von "thegap"

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