Kleiner Strubbel - "Superstrubbel"

Kleiner Strubbel - "Superstrubbel"

Kultur

Kindercomic „Kleiner Strubbel“: Raus in die Welt

Held im Kinderzimmer: Die belgische Comicserie „Kleiner Strubbel“ von Pierre Bailly und Céline Fraipont ist eine Kostbarkeit.

Es beginnt stets gleich: Strubbel wird unsanft geweckt, frühstückt, gibt der Mama einen Kuss, wirft er sich noch seinen Rucksack über die Schultern und macht sich auf den Weg in die Schule. Was der geneigte Leser bereits weiß: In der Schule wird Strubbel nicht ankommen. Für den kleinen Racker mit dem kohlrabenschwarzen Gesicht, der roten Knollennase und dem erwartungsvollem Blick wartet nämlich hinter jeder Häuserecke das nächste Abenteuer.

Zwölf Bände sind von der belgischen Comicserie „Petit Poilu“, wie die Reihe im Original heißt, bereits beim Reprodukt Verlag erschienen. Das ist nicht verwunderlich: Die Kindercomic-Reihe "Kleiner Strubbel" von Pierre Bailly und Céline Fraipont gehört zum Besten, was der Kinderbuchmarkt aktuell zu bieten hat. Nachdem es den Comicliebhabern vom Berliner Reprodukt-Verlag in den letzten Jahren bereits gelungen ist, Comics für Erwachsene auch im deutschsprachigen Raum salonfähig zu machen, setzt man jetzt vermehrt auf Kinderbildergeschichten. Geschichten, die lebensfroh sind, optimistisch und mit einer gehörigen Portion Witz ausgestattet.

Geschichten wie die von „Superstrubbel“: Bauklötze staunt Strubbel, als er einen echten Superhelden kennen lernt. Superschmu ist groß, stark und muskelbepackt. Nur ein Problem gibt es: Mit Heldenmut ist der vermeintliche Superheld nicht gesegnet. So eilt Strubbel selbst der armen Katze zu Hilfe, denn echter Mut braucht kein buntes Kostüm. Unerschrocken und immer neugierig findet er sich selbst in den turbulentesten Situationen zurecht. Und wenn eine heikle Situation dem kleinen Strubbel doch mal zu viel wird, zückt er einfach ein Foto seiner Mama aus dem Rucksack.

Bauklötze staunen. Szene aus "Superstrubbel".

„Kleiner Strubbel“ ist ein Comic, der ganz auf Worte verzichtet. Die sind hier gar nicht notwendig. Die bunten Bilder sind so klar gezeichnet, dass sich Kinder bereits ab zwei Jahren in dieser Abenteuerwelt zurechtfinden können. Für fleißige Eltern gib es am Ende jedes Bandes eine Zusammenfassung des Abenteuers.

Das wunderbare an diesen Geschichten ist, dass sie einerseits dazu aufrufen, gerne mal über den eigenen Schatten zu springen, andererseits aber auch ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. So ist auch die Erkenntnis einer jeden „Kleiner Strubbel“-Geschichte nicht überraschend: Geht raus in die Welt! Seit offen für Neues, lasst euch nicht einschüchtern und auch nicht unterkriegen. Eines ist klar: Das nächste Abenteuer beginnt direkt vor der Haustüre.

Das nächste „Kleiner Strubbel“-Abenteuer „Fräulein Klitzeklein“ erscheint bereits im Oktober.

Pierre Bailly, Céline Fraipont – "Kleiner Strubbel: Superstrubbel", 32 Seiten, 10 EUR

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