Julian Aichholzer, Sylvia Kritzinger und Edith Meinhart

Julian Aichholzer, Sylvia Kritzinger und Edith Meinhart

Österreich

Aus der Redaktion

Edith Meinhart beschäftigte sich mit dem Innenleben der Österreicher, Eva Linsinger zog - ein Jahr nach der Nationalratswahl - politische Bilanz. Die Woche in der profil-Redaktion.

Ein Mal pro Dekade beleuchtet eine groß angelegte Studie das Innenleben des Landes. Schon 2008, im turbulenten Jahr der Finanzkrise, schrieb Edith Meinhart eine Coverstory über die Erkenntnisse der Werteforscher. Sie zeigten eine Demokratie im Krisenmodus. Ein Viertel der Befragten wünschte sich damals einen starken Führer, der sich nicht um Wahlen und parlamentarische Abläufe zu scheren hätte. Zehn Jahre später darf Entwarnung gegeben werden, wie Meinhart in der aktuellen Titelgeschichte berichtet. Laut der Wertestudie 2018 haben nur noch 16 Prozent der Bevölkerung Sehnsucht nach autokratischen Zuständen; das Vertrauen in die politischen Institutionen ist gestiegen, die Österreicherinnen und Österreicher sind mit ihrem Leben so zufrieden wie nie. Oder sind es nur die Spätfolgen des Verdrusses über den Dauerstreit in der Großen Koalition? Im Frühjahr 2019 wird die Studie als Buch erscheinen. profil fasst die zentralen – und teilweise höchst erstaunlichen – Ergebnisse vorab in einer dreiteiligen Serie zusammen. In dieser Ausgabe geht es um den Zustand der Demokratie, den sozialen Zusammenhalt – und natürlich um Flüchtlinge und Migranten, die causa prima der politischen Debatten der vergangenen (und wohl auch kommenden) Jahre.

Vor genau einem Jahr, bei der Nationalratswahl 2017, wurden die gewohnten politischen Kräfteverhältnisse in der Republik völlig neu justiert. Was hat sich seither geändert – realpolitisch und atmosphärisch? Wie präsentiert sich die Regierung, und welches Bild gibt die Opposition ab? Eva Linsinger zieht Bilanz: „Die Koalition setzt vor allem auf eine Politik der Symbole: Tempo 140, Kopftuchverbot, Polizeipferde oder Weiterrauchen sorgen für Diskussionsstoff, lassen aber entscheidende Politikfelder unberührt.“ Die SPÖ wiederum sollte sich auf eine längere Durststrecke in der Opposition einrichten.

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