MÄRCHENSTUNDEN: Der Erfolg des Nationalteams macht Österreich urplötzlich zu einer Nation von Damenfußball-Fans.

MÄRCHENSTUNDEN: Der Erfolg des Nationalteams macht Österreich urplötzlich zu einer Nation von Damenfußball-Fans.

Österreich

2017 im Rückblick: August

U-Boot-Krimi in Dänemark, Rassismus in Charlottesville und eine Nation entdeckt den Damenfußball.

1. August

Seisenbacher.

Der unter mehrfachem Verdacht des Kindesmissbrauchs stehende Judo-Doppelolympiasieger Peter Seisenbacher wird in Kiew verhaftet. Eine Auslieferung wird jedoch vom Justizministerium in Kiew abgelehnt, da die dem Ex-Judoka vorgeworfenen Sexualdelikte nach ukrainischem Recht verjährt sind. Der wieder auf freien Fuß gesetzte Seisenbacher wehrt sich in weiterer Folge gegen die Ausreiseaufforderung der Migrationsbehörde.

6. August

Damenfußball.

Die niederländischen Gastgeberinnen gewinnen das Finale der Fußball-Europameisterschaft der Damen gegen Dänemark mit 4:2. Österreichs Team sorgt für einen Boom in der Heimat, erreicht es doch beim EM-Debüt sensationell das Halbfinale, das im Elferschießen 0:3 gegen die Däninnen verloren geht. Das rot-weiß-rote Sportmärchen begann mit einem 1:0 gegen die Schweiz. Im zweiten Spiel rang die ÖFB-Auswahl dem Titelmitfavoriten Frankreich sensationell ein 1:1 ab und stieg dann nach einem 3:0 über Island als Gruppensieger auf. Im Viertelfinale besiegte das Team Spanien nach 120 torlosen Minuten und einer überzeugenden Leistung im Elferschießen mit 5:3.

10. August

Boot-Krimi.

Dänemark wird von einem höchst ungewöhnlichen Kriminalfall in Atem gehalten. Das U-Boot des landesweit bekannten Erfinders Peter Madsen sinkt vor der Küste Kopenhagens. Madsen wird gerettet, von der schwedischen Journalistin Kim Wall, die für ein Interview an Bord war, fehlt vorerst jede Spur. Nach und nach werden Leichenteile der 30-Jährigen gefunden, Madsen kommt unter Mordverdacht in U-Haft. Er präsentiert immer neue Unfall-Versionen und gibt vorerst nur die Zerstückelung der Leiche zu.

Der 47-Jährige Peter Madsen soll die schwedische Journalistin Kim Wall an Bord seines U-Bootes gefoltert und getötet haben.

Der 47-Jährige Peter Madsen soll die schwedische Journalistin Kim Wall an Bord seines U-Bootes gefoltert und getötet haben.

12. August

Charlottesville.

Im US-Bundesstaat Virginia eskaliert eine Kundgebung weißer Rechtsextremisten: Eine 32-jährige Frau wird getötet, als ein Fahrzeug in Charlottesville in eine Gruppe vom Gegendemonstranten rast. US-Präsident Donald Trump wird in der Folge auch aus seiner eigenen Partei heftig kritisiert, weil er sich tagelang weigert, den Rassisten die Schuld zu geben und stattdessen von „Verschulden auf beiden Seiten“ spricht.

14. August

Silberstein.

Die SPÖ trennt sich von ihrem Wahlkampf-Berater Tal Silberstein, nachdem dieser in Israel vorübergehend festgenommen wird. Davor hatte bereits Kampagnenleiter Stefan Sengl von sich aus sein Amt niedergelegt.

15. August

Air Berlin.

Air Berlin, die zweitgrößte Fluglinie Deutschlands, meldet Insolvenz an. Am 12. Oktober unterzeichnet Lufthansa-Chef Carsten Spohr Verträge über den Kauf eines Großteils der Pleite-Airline. Die österreichische Tochter Niki scheint vorerst gerettet, bis die Lufthansa im Dezember ihr Kaufanbot aufgrund der „ablehnenden Haltung der EU-Kommission“ zurückzieht. Daraufhin wird in Deutschland auch ein Insolvenzantrag gegen Niki gestellt, 1000 Mitarbeiter zittern um ihre Jobs.

17. August

Terror, Barcelona.

Ein 22-jähriger Marokkaner rast mit einem Lieferwagen in die Menschenmenge auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas und tötet 13 Menschen. Der Attentäter wird vier Tage später von der Polizei erschossen, ein mutmaßlicher Komplize berichtet von wesentlich größeren Anschlagsplänen: So hätte die Basilika Sagrada Familia in die Luft gesprengt werden sollen.

18. August

Bannon.

Donald Trump lässt seinen wichtigsten Mitstreiter und Strategen Steve Bannon fallen, nachdem dieser ihm in der Nordkorea-Politik einmal zu oft öffentlich widerspricht. Bannon kehrt zu seinem ultrarechten Nachrichten-Portal „Breitbart News“ zurück und erklärt „die Trump-Präsidentschaft, für die wir gekämpft und die wir errungen haben“, für erledigt.

25. August

Rohingya.

Bei Angriffen muslimischer Rohingya-Rebellen auf mehrere Grenzposten im Westen Myanmars werden 89 Menschen getötet. Die brutale Reaktion des Militärs gegen die seit jeher ungeliebte und diskriminierte Minderheit bildet den Auftakt zu einer monatelangen Gewaltwelle, im Zuge derer Hunderte Menschen getötet werden und Hunderttausende Rohingya ins Nachbarland Bangladesch flüchten.

EXODUS: Hunderttausende Rohingya flüchten vor dem Militär Myanmars nach Bangladesch.

EXODUS: Hunderttausende Rohingya flüchten vor dem Militär Myanmars nach Bangladesch.

profil-Jahresrückblick

2017 im Rückblick: Jänner

2017 im Rückblick: Februar

2017 im Rückblick: März

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2017 im Rückblick: Mai

2017 im Rückblick: Juni

2017 im Rückblick: Juli

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