Wahl-Countdown: Noch vier Tage bis zur Wahl
Österreich

Nationalratswahl-Countdown: Noch vier Tage bis zur Wahl

"Pass Egal Wahl" brachte Linksrutsch – HOSI warnte vor Schwarz-Blau – Bisherige TV-Rekordquote bei Kurz gegen Strache. Der Wahlcountdown.

PASSLOSER LINKSRUTSCH

Einen veritablen Linksrutsch hat die von SOS-Mitmensch veranstaltete "Pass Egal Wahl" gebracht, bei der hier lebende Menschen ohne österreichischen Pass symbolisch wählen konnten. Die derzeit kursierenden Umfragen wurden auf den Kopf gestellt, kam die SPÖ doch auf 37 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 32 Prozent und der KPÖ plus mit zwölf Prozent. Die ÖVP lieferte sich ein Kopf an Kopf-Rennen mit der Liste Pilz und kam wie diese auf vier Prozent. Die NEOS hätten mit 3,8 Prozent den Nationalratseinzug verpasst. Auch der FPÖ bliebe mit zwei Prozent nur die außerparlamentarische Opposition. Knapp 1.900 gültige Stimmen wurden abgegeben, hinzu seien mehrere hundert "Solidaritätsstimmen" von Menschen mit österreichischem Pass gekommen, hieß es seitens SOS Mitmensch. Auch zahlreiche "passlose" Prominente nahmen an der Wahl teil, darunter "Willkommen Österreich"-Star Dirk Stermann, Autorin Sabine Gruber und Regisseurin Carolin Pienkos.

BLAUER DAMPF

Der Dachverband der österreichischen Dampffachwarenhändler und -hersteller (VFFED) macht Blau: Er sprach eine Wahlempfehlung für die FPÖ aus. Die Freiheitlichen seien die einzigen, die das "Potenzial des Dampfens" erkannt und sich immer wieder im parlamentarischen Alltag gegen die "leider ausufernde Verbotskultur der jetzigen Regierung" gestellt haben, hieß es in einer Aussendung. Ordentlich Dampf abgelassen wurde indes gegen die anderen Parteien: Diese hätten entsprechende Fragen des Fachverbandes entweder gar nicht oder nur unzureichend beantwortet. Einzig die FPÖ habe auf mehreren Seiten ausführlich Stellung bezogen und klare Aussagen getätigt.

REGENBOGEN VS SCHWARZ-BLAU

Definitiv nicht in Schwarz-Blau macht die Homosexuellen Initiative HOSI. Sie sprach eine deutliche Warnung vor einer Wiederauflage dieser Koalitionsform aus. Unter einer schwarz-blauen Regierung werde es nicht nur keine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und auch keine Verbesserung beim gesetzlichen Diskriminierungsschutz aufgrund der sexuellen Orientierung geben. Es drohe darüber hinaus, sollten die entsprechenden Pläne von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) tatsächlich umgesetzt werden, die Einschränkung des Versammlungsrechts und damit das "Aus für die Regenbogenparade."

GRÜN HILFT GRÜN

Während die NEOS im Wahlkampf-Finish auf FDP-Chef Christian Lindner setzen, zählen auch die hiesigen Grünen auf deutsche Hilfe. Als Gastredner für den Wahlkampf-Abschluss im Wiener Marx-Palast konnte Grünen-Bundesvorsitzender Cem Özdemir gewonnen werden. Özdemir wird bereits als möglicher neuer Außenminister in einer Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP gehandelt.

QUOTENKAISER

Die TV-Konfrontation zwischen Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache im ORF hat den bisherigen Quotenrekord bei den Zweier-Duellen aufgestellt. Bis zu 1,061 Millionen Politikinteressierte verfolgten das schwarz-blaue Wortgefecht, im Schnitt sahen 904.000 bei 28 Prozent Marktanteil (21 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe 12-49 Jahre) das Duell. Kurz gegen Strache war die vorletzte Konfrontation zur Nationalratswahl. Heute, Mittwoch, Abend trifft Kurz auf Bundeskanzler Christian Kern. Am Donnerstagabend um 20.15 Uhr folgt dann auf ORF 2 die "Runde der Spitzenkandidaten".

HANDSIGNIERT

Zahlreiche Wiener werden dieser Tage einen handschriftlichen Wahlaufruf von Kanzler Christian Kern im Aufzug oder an der Wohnungstür finden. Die Wiener SPÖ verteilt im Wahlkampffinale mit Kerns Unterschrift bedruckte Post-its: "Bitte vergessen Sie nicht, am 15. Oktober wählen zu gehen. Es geht um die Zukunft Österreichs. DANKE! Ihr Bundeskanzler Christian Kern." Nach eigenen Angaben hat die Partei mehrere Millionen der Klebezettel geordert.

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