Nationalratswahl-Countdown: Noch 5 Tage bis zur Wahl
Österreich

Nationalratswahl-Countdown: Noch 5 Tage bis zur Wahl

Sebastian Kurz gibt sich in neuem Video als Staatsmann, Christian Kern und Heinz-Christian Strache tranken gemeinsam Bier. Der Wahlcountdown zur Nationalratswahl:

INTERNATIONAL

Staatsmännisch wird ÖVP-Chef Sebastian Kurz in zwei neuen Videos positioniert, die knapp vor dem Wahlsonntag von der Partei veröffentlicht wurden. Ein Spot zeigt den Außenminister dabei am internationalen Parkett, etwa im Gespräch mit dem früheren UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon oder mit dem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow . Im zweiten Video kommen Politiker aus Ländern am Westbalkan zu Wort, sprechen Kurz etwa ihren Dank für seinen Einsatz für die Region aus und wünschen ihm alles Gute. Unter anderem wird er darin als ein "Mann, der den Balkan gut kennt" bezeichnet.

Ab heute um 20 Uhr sind es noch 100 Stunden bis zum Wahltag und die ÖVP plant noch zahlreiche Aktionen in ganz Österreich. Abgesehen von Verteilaktionen und Hausbesuchen wird auch online noch geworben: Der frühere Ö3-Moderator Peter L. Eppinger führt auf Facebook dreimal am Tag durch eine Live-Sendung. Zu sehen sind dabei laut ÖVP Live-Schaltungen in die Bundesländer, Studiogäste und Ideen, was man noch tun kann, um Kurz zu unterstützen.

REDEN

Die Sprache und Performance der Spitzenkandidaten nehmen Experten der German Speakers Association genau unter die Lupe. Sie analysieren in ihren kurzen Videos unter anderem Rhetorik, Mienenspiel, Wirkung, Stil und Image der Hauptakteure. Eine politische Einschätzung geben sie nicht ab. Die Analysen sind auf dem YouTube-Kanal der GSA zu finden.

ZWEISPRACHIGE

SPÖ-Chef Christian Kern wirbt mehrsprachig um eine Stimme. Auf seiner Homepage findet sich Information zur Nationalratswahl auch in arabisch, bosnisch, kroatisch, türkisch und englisch, darunter jeweils auf Deutsch. Die Zweisprachigkeit sei bewusst gewählt worden, um zweisprachige Personen anzusprechen. Die FPÖ sah darin hingegen eine "weitere Bestätigung der von der SPÖ tolerierten Parallelgesellschaften".

MIGRANTEN

Migranten werden von den meisten Parteien nicht dezitiert als Zielgruppe angesprochen , dies ergab eine Nachfrage der Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen bei den fünf im Nationalrat vertretenen Parteien - dabei spielen die Themen Migration und Integration eine zentrale Rolle. Die Positionen etwa zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge, zu Sozialleistungen oder Integrationskonzepten wurden von der MSNÖ zusammengefasst.

BEI DEMOS

Gegen eine etwaige schwarz-blaue neue Bundesregierung regt sich schon im Vorfeld der Nationalratswahl Widerstand. Laut einem "Krone"-Bericht soll gleich am Wahlabend ab 18 Uhr vor dem Parlament eine Demo mit dem Titel "Nie wieder Schwarz-Blau" stattfinden.

Teilnehmer einer Demonstration gegen die schwarz-blaue Regierung im Februar 2000

UND VOR DEM FERNSEHER

Das TV-Duell von SPÖ-Chef Christian Kern und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache am Montagabend im ORF haben bis zu 944.000 Zuseher verfolgt. Im Schnitt waren es 887.000 Zuseher bei 27 Prozent Marktanteil.

ÜBER GELD

Die Freie Liste Österreich (FLÖ) um die ehemaligen Blauen Barbara Rosenkranz und Karl Schnell fordert eine Halbierung der Parteienförderung. "Das wäre ein gutes Thema für eine Volksabstimmung", erklärte dazu der oberösterreichische Spitzenkandidat und frühere BZÖ-Politiker Rainer Widmann. Auf Twitter kursierte unterdessen ein Plakat der FLÖ in Tirol, auf dem es heißt: "Südtirol ist ein Teil Österreichs. 99 Jahre italienische Fremdherrschaft & Faschismus sind genug!"

STIL

Der Ex-Grüne Peter Pilz hat sich am Dienstag auf Twitter zu seiner scharf kritisierte Aussage, wonach er Österreich "Silberstein-frei" machen wolle , geäußert. Die Formulierung sei "unsensibel" gewesen: "Das bedaure ich. Dass mir dafür Antisemitismus unterstellt wird, kann und will ich nicht akzeptieren", so Pilz weiter.

UND SCHMUTZKÜBEL

Die Greenpeace-Initiative Netpeace kritisiert die derzeitige Debatte über einen neuen Straftatbestand "Dirty Campaigning". Es sei wichtiger, bestehende Gesetze einzuhalten und durchzusetzen. Diese würden ausreichen, um rufschädigende und unbelegte Unterstellungen in Wahlkämpfen zu sanktionieren, hieß es in einer Aussendung.

PROST

Nun haben sie es doch geschafft: Fast ein Jahr nach der Ankündigung, auf ein gemeinsames Bier gehen zu wollen, haben sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache nach dem TV-Duell im ORF ein "Stiegl" gegönnt. Beweisfoto inklusive, ob dabei noch etwaige Unstimmigkeiten aus der Diskussion besprochen wurden, ist nicht überliefert.

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