Michael Niavarani

Michael Niavarani

Österreich

Niavarani: "Kurz ist ein Peter Alexander der Politik"

Michael Niavarani ist deklarierter Kern-Fan und Österreichs erfolgreichster Entertainer. Ein Interview am Wahlabend aus seiner Londoner Wahlheimat.

Anmerkung: Dieses Interview fand vor Feststehen des endgültigen Wahlergebnisses statt.

profil: Herr Niavarani, Sie sind gerade in London. Eine Art Flucht vor dem Wahltag?
Niavarani: Nein, leider hat Herr Kurz das Datum nicht mit meinen lange geplanten Geschäftsbesprechungen abgestimmt. Ich wollte ihn eh fragen, ob er es nicht verschieben kann. Ich finde es in jedem Fall schön, dass die Österreicher den Egotrip eines jungen Menschen finanzieren.

profil: Haben Sie heute schon mit Christian Kern kommuniziert?
Niavarani: Nein, ich habe es auch sehr ungern, wenn man mit mir knapp vor der Premiere oder während der Vorstellung reden will.

profil: Sie haben sich in den vergangenen Wochen, Monaten für Christian Kern sehr starkgemacht. Ist Ihre Enttäuschung groß?
Niavarani: Nein. Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen, um mich wie ein Politiker bei den Wählern und Wählerinnen zu bedanken, die jene zwei Parteien gewählt haben, die sich um die Reichen kümmern und gegen die Erbschaftssteuer sind. Das hilft nämlich auch mir persönlich. Sollte es tatsächlich zu Schwarz-Blau kommen, werde ich mich persönlich dann um die alleinerziehenden Mütter kümmern und eben das eine oder andere Benefiz veranstalten müssen.

profil: Macht Ihnen eine mögliche Schwarz-Blau-Regierung Angst?
Niavarani: Nein, da haben wir endlich wieder eine Reibefläche. Sollte Kurz, wie angekündigt, mit dem 26. Oktober eine Regierung gebildet haben, die schwarz-blau ist, kann man ab diesem Moment mit dem Verarschen beginnen. Da können wir endlich darüber Klarheit bekommen, was links zu sein heutzutage bedeutet. Das wird einen überfälligen Denkprozess anregen.

profil: Sebastian Kurz wurde auch von seinen Gegnern häufig als größtes politisches Talent der letzten Jahrzehnte gehypt. Wie sehen Sie das?
Niavarani: Kurz hat es sogar geschafft, dass mir Strache sympathisch wurde. Strache hatte ja das Pech, dass ihm Kurz all seine Themen weggenommen hat. Auf Platz eins ist am heutigen Wahlabend mit Kurz der größte Showmensch gelandet. Das bin ich ihm fast ein bisserl neidig. Der Kurz ist ja so was wie ein Peter Alexander der Politik. Ob er nach dieser Riesenshow irgendwann noch zu Inhalten finden wird, müssen wir abwarten. Was wir bis jetzt von beiden, Strache und Kurz, mit Sicherheit wissen: Beide können gut zusperren, am liebsten Mittelmeerrouten.

profil: Würde eine politische Wende in diesem Land Ihre Arbeit als Künstler politisieren?
Niavarani: Überhaupt nicht, weder als Theaterdirektor noch als Kabarettist. Vielleicht fällt eine gute Shakespeare-Adaption, natürlich ein Königsdrama, ab.

profil: Sie leben viel in London. Nach der Hofer- Kandidatur wurde man im Ausland häufig über den Rechtsruck in unserem Land befragt. Wird das jetzt wieder so sein?
Niavarani: Nein, da sind wir jetzt aus dem Schneider. Seitdem Donald Trump im Amt ist, muss man sich für nichts und niemanden mehr entschuldigen.


Ich glaube, dass die Polit-Berater fast alle Trotteln sind.

profil: Während des Wahlkampfs wurden immer wieder Zweifel laut, ob Christian Kern überhaupt in die Opposition gehen wird. Wissen Sie mehr darüber?
Niavarani: Darüber gebe ich keine Prognose ab. Aber natürlich würde es mir taugen. Ich halte Kern nach wie vor für einen der intelligentesten Politiker, die es in Europa gibt. Ich bin überzeugt, dass er mit Herz und Verstand das tut, was er am besten kann: Lösungsansätze für Probleme bieten.

profil: Jetzt klingen Sie ja schon fast wie ein Politiker. Wann haben Sie Ihr Faible für Kern eigentlich entdeckt?
Niavarani: Als er seinen Plan A verkündet hat, da hat meine Begeisterung begonnen. Aber gegen diese Show, diesen Glamour, den Kurz hier abgezogen hat, ist es natürlich schwer gewesen, mit Inhalten zu punkten. Der hat sich ja wie ein Musical-Direktor aufgeführt und dauernd 40 Showgirls in türkisem Glitter antanzen lassen.

profil: Was war Kerns Fehler in diesem Wahlkampf? Zu viele Einflüsterer, sprich Berater?
Niavarani: Wenn ich das Wort Polit-Berater nur höre! Das ist ja ein Job, der auch nichts mit Inhalten zu tun hat, sondern nur mit PR. Ich glaube, dass das fast alle Trotteln sind. Im Theater oder der Kunst sind ja solche Zielgruppenanalysen schwachsinnig.

profil: Wie kommentieren Sie, dass die Grünen möglicherweise den Einzug ins Parlament nicht schaffen?
Niavarani: Es sagt viel über die Menschen aus, dass das, was uns in den nächsten 50,100 Jahren wirklich "einescheißen" wird, nämlich der Klimawandel, allen so egal zu sein scheint. Ich freue mich aber sehr, dass Peter Pilz offensichtlich den Einzug ins Parlament geschafft hat. Der ist mir immer eine Freude - mit allem, was er tut.

Michael Niavarani, 49 , ist Kabarettist, Autor, Verleger und Theaterdirektor. Im Wahlkampf unterstützte er Christian Kern immer wieder mit Facebook-Ansagen und in Interviews. Zuletzt mit einem auf Facebook verbreiteten Gespräch vor Publikum mit dem Kanzler im Wiener Odeon- Theater.

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  • Peter Laufke
    Peter Laufke Mo, 23. Okt. 2017 17:14

    Ich finde es sehr bedenklich und schade, in welcher Form diskutiert wird und in welchem Ausmaß auch die Medien hier ihren Beitrag dazu leisten. Ich finde, dass in Österreich keine neutrale Berichterstattung mehr stattfindet. C. Kern wird mit Häme überschüttet.... Anbei ein Artikel aus Deutschland

    http://www.sueddeutsche.de/politik/kolumne-dumm-1.3717160

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  • Bernd Irouschek
    Bernd Irouschek Mo, 23. Okt. 2017 16:28

    Niavarani ist und bleibt einer der besten europäischen Satiriker, das muss man ihm lassen. „Ich bin Kern Fan. Ich halte Kern für einen der besten und intelligentesten Politiker.“ Wer kommt auf solche Meldungen, außer ihm..

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  • Fred Fido (fred.fido) Fr, 20. Okt. 2017 05:08

    Hier kommen in den Kommentaren wohl auch die Freunde der freien Meinungsäußerung zu Wort.
    Der Niavarani ist ein Kabaretist mit (politischer) Haltung. Das muss man nicht lieben aber ein bisserl Respekt vor der Haltung anderer sollte man sich doch von angeblichen Demokraten erwarten dürfen, oder?

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  • Andreas Helmut Anton Veit (TORUS)
    Andreas Helmut Anton Veit (TORUS) Do, 19. Okt. 2017 20:38

    ..... Klarheit bekommen, was links zu sein heutzutage bedeutet.
    Herr Niavarani, IHR Linken seit's doch mit'n Hintern am politischen Stockerl der Demokratie schon so weit nach links gerückt, das ihr den Platscher des Aufpralls noch gar nicht wahrgenommen habt, dass ihr daneben runtergefallen seit's. Nix wie Schulden aber trotzdem stur weitermachen! Too Big to Fail, oder wie haben wir es denn?

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    • Andreas Helmut Anton Veit (TORUS)
      Andreas Helmut Anton Veit (TORUS) Do, 19. Okt. 2017 20:59

      Und zu den Superlinken den Grünen, fällt mir auf das man mit ca. 8 Millionen Euro Schulden zwar die politische Verantwortung zum Rauswurf aus dem Parlament trägt und zurück tritt, es aber bei einem Chef eines mittelständischen Betriebs FLUCHT genant wird. Komisch, bin ich jetzt ein Nazi oder Ewiggestriger oder doch nur ein zorniger Steuerzahler!
      Man hat's ganz schön schwer, als Österreicher.

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  • alois übertsberger (aloisi2010) Do, 19. Okt. 2017 20:01

    Der niavarani wr schon immer ein Kasperl der österreichischen Kabaerettsszene

    die Unfähigkeit hat sich um so mehr bewährt , eine zunahme des körpergewichtesa. bedeuetet noch lamnge nicht der Akzeptanz dr Meinung
    dur bist und bleinbst ein ignorant der bühne

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  • Sigfrid Faerber
    Sigfrid Faerber Do, 19. Okt. 2017 13:15

    @ Paul Hof (Zeuss) - Jetzt sind geile Zeiten angebrochen, da müssen S' sowas verstehen!

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  • Franz Bernardi
    Franz Bernardi Do, 19. Okt. 2017 08:35

    Wer so einen Kurzen Verstand hat sollte keine so langen Interviews geben und in London bleiben!

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  • Petra Fratzl
    Petra Fratzl Mi, 18. Okt. 2017 18:31

    Mit der Karriere scheint es beim Niavarani wohl nicht mehr zu klappen, da muss man halt als Kern Fan im Gespräch bleiben!

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  • Wilhelm Himmel (hiwi) Mi, 18. Okt. 2017 14:26

    Ein von mir sehr geschätzter erstklassiger Kabarettist mit zweitklassigen bis letztklassigen Aussagen. Bei allem Respekt - das ist nicht die Sprache die ich persönlich schätze. Sie können in London bleiben.

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    • Paul Hof (Zeuss) Do, 19. Okt. 2017 08:39

      d'accor. Und eigentlich eine Frechheit, mehr als 50% der Wähler so "abzukanzeln".

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  • Xillo Mirko (xillomirko) Mi, 18. Okt. 2017 12:26

    Was für den Kurz gilt , trifft im gleichen Ausmaß auf den geschniegelten Kern zu.
    Beide nicht wählbar.

    Ein überzeugter Nichtwähler.

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    • Andreas Helmut Anton Veit (TORUS)
      Andreas Helmut Anton Veit (TORUS) Do, 19. Okt. 2017 20:16

      Wiss'n Sie wos i mi frog, warum a so a undemokratisches Ungustl wie Sie, zu demokratische G'schichtln sein Senf dazua d'ruckt und glaubt er kriagt an Ord'n wölla a iwazeigt is dasas net notwendig hod demokratische Entscheide mit z'trogn!
      So oder so ähnlich würde man das auf gut wienerisch ausdrücken! Verstehen Sie es als Satiere und als Kritik an alle Nichtwähler die konstatieren wie Weltmeister.

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