Martin Staudinger: Das größte Problem des Populisten
Österreich

Martin Staudinger: Das größte Problem des Populisten

Der Populist sieht sich gezwungen, in immer kürzeren Abständen immer radikalere Lösungen zu präsentieren, um zu kaschieren, dass die zuvor präsentierten eben auch nur Illusionen waren.

Nun also der nächste Vorschlag: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) fordert, dass keine Schiffe mit Flüchtlingen mehr in Europa anlegen dürften.

Der Anlass: Das Hin- und Herschieben des Schiffes "Diciotti" im Mittelmeer zwischen Italien und Malta. Das Schiff der italienischen Küstenwache hatte vergangene Woche 190 Migranten von einem Boot in der Rettungszone Maltas aufgenommen. Die Italiener brachten 13 Menschen, die dringend medizinisch behandelt werden müssen, auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Das Schiff sollte die anderen Migranten nach Malta bringen. Dafür wurde ihr aber von Malta die Erlaubnis verweigert.

Kurz: EU-Länder sollen Schiffe nicht anlegen lassen

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte daraufhin gedroht, die Menschen zurück nach Libyen zu bringen, sollte Europa keine Lösung finden. Kanzler Kurz zeigte Verständnis für Malta und meinte in einem Telefonat mit dem maltesischen Regierungschef Joseph Muscat, dass auch andere EU-Länder Schiffe aus Nordafrika nicht einfach anlegen lassen sollten.

Es ist der nächste Vorschlag, der nach Lösung klingt, aber tatsächlich nur eine weitere Illusion anbietet.

Vorschläge immer radikaler, Halbwertszeit geringer

Das größte Problem des Populisten ist die geringe Halbwertszeit der Lösungsillusionen, die er bietet. Sie zwingt ihn dazu, in immer kürzeren Abständen immer radikalere Lösungen zu präsentieren, um zu kaschieren, dass die zuvor präsentierten eben auch nur Illusionen waren. Vor drei Monaten wurde von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl die Idee von Ausschiffungsplattformen (oder hießen sie Anlandezentren?) propagiert, in denen Asylanträge bearbeitet werden sollten. Wenig später hatte die Regierung Kurz wieder eine neue Idee: Um für Flüchtlinge unattraktiv zu sein, sollen in den eben beschlossenen "Anlandeplattformen“ in Drittstaaten keine Asylanträge gestellt werden können. Das wäre das Ende des Asylrechts in Europa.

Und jetzt die neueste Idee, gar keine Schiffe mit Flüchtlingen mehr in Europa anlegen zu lassen.

Die Vorschläge werden radikaler, die Halbwertszeit kürzer, die Illusionen deshalb aber nicht geringer.

martin.staudinger@profil.at

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  • Mar Tink
    Mar Tink So, 09. Sep. 2018 07:55

    Also bitte an alle verbliebenen Leser: Profil, Falter usw ignorieren, wie ich es künftig mache! Gebt den Linksradikalen keine Plattform, ihre linkspopulistische Propaganda zu verbreiten!

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  • Mar Tink
    Mar Tink So, 09. Sep. 2018 07:54

    Die EU Außengrenze zu schützen, die illegale Migration übers Mittelmeer zu stoppen und stattdessen Zentren in Nordafrika zu errichten hat Kurz schon 2015 gesagt und war nie anders. Auch dass Schlepperschiffe nach Afrika zurück sollen! Aber der linksrad. Falterableger Staudinger hat das wohl nicht migbekommen. Die Linke Lösung? Ach ja, jeder der es schafft, übers Mittelmeer zu schwimmen, herein!

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  • Mar Tink
    Mar Tink So, 09. Sep. 2018 07:47

    Profil und auch dessen vom linksradikalen Falter abstammender Staudinger sind meinungsbildende linksrad. Realitätsverweigerer. Wenn die Regierung schnell Themen abwickelt, ist es falsch. Wenn die linksrad. Wiener Stadtregierung aber ein Befreiungsdenkmal (Türkenbelag.) 5 Jahre lang vor sich herschiebt und dann verwirft; oder die SPÖ immer von Mindestpensionsanpassung jahrelang spricht, ists gut?

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  • Henry Knuddi Sa, 25. Aug. 2018 03:41

    die einfachere lösung wäre, die flüchtlinge in gebieten unterzubringen, die fast unbewohnt sind, zb: in den hohen norden, weil hier benötigt man keine spezialisten. ich weiss schon, das es ihnen dort zu kalt sein wird. aber im winter ist es auch in mitteleuropa kalt. aber dort oben hätten sie chancen zu leben ohne jemanden zu stören und ohne abgeschoben zu werden

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    • Henry Knuddi Sa, 25. Aug. 2018 03:46

      mit der zeit werden nachzügler abnehmen, weils nicht nach mittweleuropa kommen und jeder will dann auch nicht im hohen norden leben. das was man bisher machte war nicht gerade gescheit, sie zusammenpferchen ohne zukunft

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  • Tom Jericho (tomjericho) Do, 23. Aug. 2018 10:19

    Das größte Problem des Populisten ist derzeit, daß er nicht mehr Bundeskanzler ist.

    Und das größte Problem des Herrn Staudinger ist derzeit, daß er daran nichts ändern kann.

    Das Ergebnis sind schwache Artikel wie der obige (um es höflich auszudrücken).

    Herrlich!

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  • Peter Eberl (pete7) Di, 21. Aug. 2018 20:48

    Lieber Herr Staudinger - zu Ihren leider völlig realitätsfernen Zeilen folgende Zitate von 2 Beratern Ihrer US Freunde. Nr.1: G. Friedman meinte, dass Europa der Gegner der USA ist, und mit allen Mitteln zu bekämpfen sei. Sind sie ethisch und moralisch auch verwerflich". Nr.2 Th. Barnett mit selbem Beruf, der meinte "um Europa zu destabilisieren benötigt es 1,5 Mio Flüchtklinge pro Jahr. Und ....

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    • Peter Eberl (pete7) Di, 21. Aug. 2018 20:52

      ....nebenbei wird eine alte Kultur zerstört" Was ja eben alles passiert!!
      Und das will Kurz nach Möglichkeit verhindern. Und das stört Sie??
      Versteh ich nicht!!

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    • Julius P. Ayer
      Julius P. Ayer So, 26. Aug. 2018 18:52

      Lieber Herr Eberl,

      Sie sind schon wieder verhaltensauffällig. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass Ihre Angststörung (Scheuklappensyndrom) hochkommt. Bitte tief durchatmen und vergessen Sie nicht, Ihre Medikamente zu nehmen. Ich arbeite an einem Therapieplan für Sie.

      Ihr Univ. Prof. Dr. Dr. Julius P. Ayer

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