Ausländer raus
Österreich

Ausländer raus

profil vor 25 Jahren.

Es gehe nicht mehr um die Kontrolle von Einwanderung, „sondern um gezielte Aussiedelung“, resümierte profil in der Titelgeschichte vom 9. August 1993 die Auswirkungen des neuen Aufenthaltsgesetzes. Wer als Ausländer etwa über weniger Einkommen und Wohnraum verfüge als gesetzlich vorgeschrieben, könne umgehend ausgewiesen werden. „Heim in die Fremde“ hieß das für eine 29-jährige Hausbesorgerin aus Serbien, die mit fünf Jahren nach Österreich gekommen war. „Das Aufenthaltsgesetz lässt kaum eine Bosheit aus, die man sich gegen Menschen ausdenken kann“, fasste Hubertus Czernin im Leitartikel zusammen. Es bewirke, „dass Ehen, auch von Österreichern mit Ausländern, auseinandergerissen werden. Dass Säuglinge des Landes verwiesen werden können“ und dass Menschen, die seit vielen Jahren in Österreich leben, über Nacht das Land verlassen müssen, „nur weil ihnen ein lächerlicher Formfehler auf dem Amtsweg unterlaufen“ sei. Die rot-schwarze Regierung, so Czernin, sei „auf dem besten Weg, Österreich ausländerrein zu machen“.

Nicht immer dem sichersten Weg folgten Hobbybergsteiger bei ihrem Gipfelsturm. Immer mehr unerfahrene und mangelhaft ausgerüstete Touristen ziehe es zu den höchsten Bergspitzen, schrieb profil über die „Rush-hour am Grat“. Die „Wolken des Massentourismus“ würden sich vor allem um den Großglockner ballen. Sarkastischer Vorschlag des „Glockner-Doyens“ Hans N. Tuschar: „Am gescheitesten wird sein, man gräbt zum Glockner einen Stollen mit Plexiglas zum Rausschauen.“

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