Rainer Nikowitz: Jetzt – oder nie!
Österreich

Rainer Nikowitz: Jetzt – oder nie!

Wenn nicht noch ein Wunder passiert, ist die längste Politkarriere Österreichs im September vorbei. Und dann, Peter Pilz?

profil: Herr Pilz, haben Sie angesichts der mehr als mageren Umfragewerte Ihrer Liste „Jetzt“ schon einen Plan B für die Zeit nach der Wahl?
Pilz: Nein. Nur einen für davor: Ich spalte mich von diesen ganzen Losern ab und mache die Liste „Jetzt – oder nie!“
profil: Das wäre fürwahr der allerbeste Name. Aber da die Grünen dank Werner Kogler zumindest im Moment kein politischer Orchideenzüchterinnenverein mehr sind, wird wohl am Ende „Nie!“ herauskommen.
Pilz: Ich will meine Bedeutung nicht überbewerten …
profil: Das wäre Ihnen ja noch nie eingefallen.
Pilz: … aber ich gehe davon aus, dass vielen Leuten der Gedanke an ein Parlament ohne Peter Pilz nicht geheuer ist.
profil: Momentan ist das etwa ein Prozent.
Pilz: Eh. Aber die entscheidende Abspaltung steht ja erst bevor!

profil: Haben Sie nicht einmal gesagt, dass Sie nach Ihrer Politkarriere journalistisch tätig sein möchten?
Pilz: Ich wäre zweifellos auch da spitze.
profil: Sie und Karin Kneissl. Die glaubt das auch von sich selber. Und meint das ernst.
Pilz: Der Vergleich kränkt mich jetzt ein bissl.
profil: Weil Kneissl FPÖ ist.
Pilz: Nein. Weil, wenn ich den Putin getroffen hätte, er den Knicks gemacht hätt.
profil: Sie sind 65. Wäre der Traumberuf der meisten Österreicher – also Pensionist – nicht auch eine Option?
Pilz: Auf keinen Fall. So jung, wie ich bin, müssen Sie erst einmal werden.
profil: Dann bliebe eigentlich nur noch: Bundespräsident.
Pilz: Wer hat Ihnen des wieder gsteckt?

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