Rainer Nikowitz: Kreuz des Südens
Österreich

Rainer Nikowitz: Kreuz des Südens

Sebastian Kurz geht Italien zunehmend auf die Nerven – und denkt nicht daran, das zu ändern.

Kurz: Kannst du Italienisch?
Köstinger: A bissl. Wieso? Willst auf Urlaub hin?
Kurz: Bist arg? Na, i wollt nur wissen, was „Mittelmeerroute“ heißt. I denk mir, wenn i des in an Interview auf Italienisch sag, dann wern s’ no narrischer.
Köstinger: Hmm. „Geschlossen“ heißt jedenfalls „Chiuso“. Des weiß i vom Shoppen in Udine.
Kurz: „Brennero chiuso.“ Was des für an Klang hat!
Köstinger: Scho a schöne Sprach.
Kurz: Net deswegen. I mein den Inhalt! Hoffentlich geht si des bis zur Wahl no aus.
Köstinger: Aber wird dann net der Doskozil auf an Panzer stehen und die Lorbeeren einheimsen?
Kurz: Bis der da oben is, bin i längst vorn an der Front bei unserer tapferen Infanterie und hab scho hundert Hände gschüttelt.
Köstinger: Des wird aber herb wern. Wenn die Italiener jetzt scho von „Internierungslager“ und „Neonazi“ reden, was werden sie dann erst sagen?
Kurz: Je mehr, desto besser. Wegen dem Schulterschluss.
Köstinger: Funktioniert immer. Und gut, dass andere ja sogar a Naheverhältnis zum Feind ham.
Kurz: Wer?
Köstinger: Hallo? Der Pizzalieferant? Verteilt die italienische Nationalspeise, während wir die Südgrenze schützen?
Kurz: Pfauh! Du bist ja no gfeanzter als i! Schad, dass ma nur Sachpolitik machen und den Gegner net attackieren.
Köstinger: Nein, so was tun wir net.
Kurz: Nein.
Köstinger: Aber es wird si scho wer finden, der’s tut.
Kurz: I bin auch zuversichtlich.
Köstinger: Jetzt fallt’s mir ein: Mediterraneo! Und Route heißt: „Rotta“.
Kurz: Des klingt ja nach: „Rot“!
Köstinger: Genial!

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