Rainer Nikowitz: Das Leben der anderen
Österreich

Rainer Nikowitz: Das Leben der anderen

Die bisherige Wahlkampf-Linie der Grünen ist durch eine gewisse Fremdbestimmtheit gekennzeichnet.

Felipe: Also, Wahlkampfschlager Nummer eins: Wir müssen verhindern, dass die FPÖ in die Regierung kummt.
Lunacek: Ganz klar. Nazis.
Felipe: Wahlkampfschlager zwei: Wir müssen natürlich a verhindern, dass die ÖVP in die Regierung kummt.
Lunacek: Auch klar. Halbnazis.
Felipe: Dann müss ma drittens verhindern, dass die SPÖ a Koalition mit der FPÖ macht.
Lunacek: Selbstverständlich. Nazi-Kollaborateure.
Felipe: Also müss ma viertens schauen, dass si Rot-Grün-NEOS ausgeht.
Lunacek: Na ja … Des geht aber a net.
Felipe: Wieso net?
Lunacek: Die Pinken san doch urarge Neoliberale.
Felipe: Ah so, ja. Also fast so genauso schlimm wie Nazis. Müss ma auch verhindern.
Lunacek: Bleibt also nur Rot-Grün.
Felipe: Da muss si aber die SPÖ zuerst vom Niessl/Doskozil-Flügel trennen.
Lunacek: Unbedingt. Aber vom Kern eigentlich a.
Felipe: Is des net a bissl hart?
Lunacek: Also bitte! Des, was der jetzt mit sein Kriterienkatalog gmacht hat – des kömma ihm net durchgehen lassen.
Felipe: Ja, hast recht. Net mit uns.
Lunacek: Also werd ma, so wie’s ausschaut, auf a grüne Alleinregierung abzielen müssen.
Felipe: Könnt eng werden.
Lunacek: I weiß. Schwierig bei de Österreicher. De san halt alle so furchtbar unprogressiv. Andererseits: Wenn net wir mit unserem tollen Programm sie überzeugen können – wer denn bitte dann?
Felipe: Ja. Wer dann.
Lunacek: Äh … Was war no amoi unser Programm?
Felipe: Verhindern! Alle andern.
Lunacek: Ah ja. Na, wenn des ka Argument is!

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